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Aufstand in der Kiefer: Her mit dritter Spur an der Grenze

Blechlawine im Dorf: So sieht es nahezu an jedem Wochenende sommers wie winters aus. Bedingt durch den Grenzkontrollen-Ausweichverkehr versinkt Kiefersfelden im Verkehrschaos. Hoffmann

Die Kommunalpolitiker in Kiefersfelden haben die Nase voll, ihre Bürger auch: Täglich wälzt sich eine Blechlawine durch den Ort, weil Autofahrer den Kontrollen an der Grenze Bayern/Tirol ausweichen. Jetzt beantragte der Gemeinderat bei der Staatsregierung eine dritte Abfertigungsspur. Gegen die Lawine.

Kiefersfelden – Den Kieferern reicht’s: Mit dem einstimmig verabschiedeten Antrag an die Staatsregierung auf eine dritte Kontroll-Abfertigungsspur an der Autobahn A 93 am Grenzübergang von Bayern nach Tirol, nimmt der örtliche Gemeinderat nun das Heft in die Hand. Mit der zusätzlichen Spur will man der immensen Verkehrsbelastung durch den Grenzkontrollen-Ausweichverkehr Herr werden.

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Ausweichverkehr legt Ort lahm

Zur Vorgeschichte: Seit Wiedereinführung der Grenzkontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze im letzten Jahr nimmt der so genannte Grenzkontrollen-Ausweichverkehr vor allem an den Wochenenden überdimensionale Ausmaße an. Die Straßen in der Grenzregion, hier vor allem die Staatsstraße 2089, die mitten durch Kiefersfelden führt, erlebt schon frühmorgens den GAU durch die die Grenzkontrollen umfahrenden Pkw-Besitzer.

Blechlawine und Lärmbelästigung

Kiefersfeldens Bürger stehen dann oft hoffnungslos vor der kilometerlangen Blechlawine, wenn sie innerörtliche Straßen überqueren müssen; von der enormen Lärmbelästigung ganz zu schweigen.

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Bürgermeister Hajo Gruber sprach vor seinen Ratskollegen von „zwei großen Problemen, einmal dem Mautausweich- und eben dem Grenzkontrollen-Ausweichverkehr“. Schon „mehrmals“ hat die Gemeinde einen Antrag auf eine dritte Abfertigungsspur beim Freistaat gestellt, bisher jedoch immer erfolglos.

Veränderte Gemengelage

Nun scheint sich die Gemengelage etwas verändert zu haben. Zum einen besteht die Hoffnung, dass die Grenzkontrollen ab November eingestellt werden und das „Schengen-Abkommen“, das internationale Übereinkommen, insbesondere zur Abschaffung der stationären Grenzkontrollen an den Binnengrenzen der teilnehmenden Staaten wie Deutschland und Österreich, wieder Gültigkeit erlangt, oder aber letztlich doch eine dritte Abfertigungsspur am Grenzkontrollpunkt eingerichtet wird.

In Bad Reichenhall hat‘s funktioniert

Dazu berichtete der Rathauschef, dass seitens der bayerischen Landesregierung jetzt Überlegungen im Gange sind, die von Kiefersfelden beantragte dritte Spur doch einzurichten, wie das gerade am Grenzübergang Bad Reichenhall geschehen ist. Was zu einer deutlichen Verkehrs- und Lärmentlastung auf und an den Ausweichstraßen geführt hat. „Das macht auch uns richtig Hoffnung. Allerdings“, so schränkte Gruber ein, „kann das noch Jahre dauern“.

Ende der kontrollen nicht absehbar

Zuvor jedoch ist von Kieferer Seite ein erneuter Antrag auf diese zusätzliche Abfertigungseinrichtung zu stellen, was im Plenum dann auch kurz diskutiert wurde. Den Einwand eines Ratsmitglieds, „warum müssen wir denn eigentlich den Antrag stellen?“, entkräftete der Bürgermeister mit den Worten: „Wichtig ist es, dass wir als Vertreter der Gemeinde das anregen, zum Schutze unserer Bürger“.

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In der Begründung des nun verabschiedeten Antrags auf die „bauliche Erweiterung der Grenzkontrollstelle um eine dritte Kontrollspur“ steht die „derzeit nicht absehbare Beendigung der Kontrollen und die damit verbundenen Belastungen für das Ortsgebiet durch den dadurch bedingten Ausweichverkehr“ an vorderster Stelle.

Von der Abfertigung zurück zum Stellplatz

Weiter wird seitens der Gemeinde die Möglichkeit offeriert, „die neugeschaffene Abfertigungsspur nach Beendigung der Kontrolltätigkeit als dringend benötigten Lkw-Stellplatz zu nutzen“. Der kann dann im Bedarfsfall auch schnell und ohne größere Umbaumaßnahmen für Einreisekontrollen durch die Bundespolizei genutzt werden.

Schnell? Geht es eher nicht voran

Baulicherseits ist die schnelle Einrichtung der dritten Spur eher nicht möglich. Der Bürgermeister rechnet mit einem zeitaufwändigen Planfeststellungsverfahren, „das uns aber auch entgegenkommt, denn darin müssen die aktuellen Lärmschutzstandards Eingang finden“, was so quasi als Nebenprodukt deutliche Erleichterungen für die betroffenen Kieferer Bürger bringen dürfte.

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