450 Meter lang

Aufatmen am Nußdorfer Steinbach: Deich im östlichen Bereich der Gemeinde fertiggestellt

Josef Hamberger (links) und Dr. Hadumar Roch (rechts) vom Rosenheimer Wasserwirtschaftsamt bei der Begehung mit der Nußdorfer Bauamtsleiterin Sonja Rankl (zweite von links) und der Zweiten Bürgermeisterin Susanne Grandauer
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Josef Hamberger (links) und Dr. Hadumar Roch (rechts) vom Rosenheimer Wasserwirtschaftsamt bei der Begehung mit der Nußdorfer Bauamtsleiterin Sonja Rankl (zweite von links) und der Zweiten Bürgermeisterin Susanne Grandauer
  • vonVolkhard Steffenhagen
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Viele Nußdorfer Bürger, die östlich des Steinbachs wohnen, können nun aufatmen: Ein Teilabschnitt des Deichs, der zur Hochwassersicherung des Steinbachs in Nußdorf notwendig wurde, ist jetzt in einer Länge von 450 Meter fertiggestellt. In das Vorhaben wurde eine halbe Million Euro investiert.

Nußdorf – Der neue Deich, mit einem Volumen von gut 8200 Kubikmeter, soll die Nußdorfer Bürger bei künftigen Hochwasserereignissen vor der Überflutung ihrer Häuser schützen. Grund genug für eine Begehung des Teilstücks mit Nußdorfs zweiter Bürgermeisterin Susanne Grandauer, der Baumamtsleiterin Sonja Rankl und den beiden Vertretern des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim, Dr, Hadumar Roch, Abteilungsleiter Rosenheim-Ost und –Süd und Projektleiter Josef Hamberger.

Pegel stieg auf 147 Zentimeter an

Einer ersten Bewährungsprobe musste sich der Deich bereits beim Augusthochwasser am 4. August stellen. Binnen 24 Stunden stieg der Pegel des Steinbachs von 29 Zentimeter erschreckend schnell auf 147 Zentimeter an.

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Ausschlaggebend dafür war ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet, dass innerhalb von wenigen Stunden die Wassermassen mit sich brachte. Im Vergleich dazu Stand der Pegel beim großen Juni-Hochwasser 2013 am 2. Juni .2013 lediglich bei 131 Zentimetern. Damals schwappten die Fluten schon über die Deichkrone. „Das im Sommer bereits ausgeweitet Bachbett und der nunmehr erhöhte Deich ließen das Wasser ohne weitere Probleme abfließen.

Dadurch konnten größere Schäden verhindert werden“, sagte Hamberger. Allerdings mussten die Anwohner der Straße „Am Inn“ noch um ihr Hab und Gut fürchten.

In diesen Tagen finden Ausgleichspflanzungen statt. Dabei werden 16 Großbäume und rund 1500 Niedergehölze zum Lückenschluss gepflanzt.

„Altgehölz und größere Steine wurden am Rand der Baustelle bewusst zurückgelassen, um kleinen Tieren, wie zum Beispiel der Haselmaus Lebensraum zu bieten“, erklärte Dr. Roch.

Für ihn sei es wichtig, neben dem Bauwerk auch für einen ökologischen Ausgleich zu sorgen. Zwischenzeitlich laufen die flussbaulichen Maßnahmen weiter, die durch die Flussmeisterei Rosenheim geleitstet werden.

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Dazu gehört unter anderem die Eintiefung der Brücke „Am Inn“ um etwa einen Meter. „Dadurch wollen wir verhindern, dass bei Hochwasser der Bach über die Brücke hinweg fließen kann. Nicht auszudenken, wenn hier auch noch Holz und Gestrüpp hängenbleibt und sich das Wasser rechts und links der Brücke seinen Weg suchen würde“, erklärte Hamberger.

Arbeiten gehen 2021 weiter

Mit der endgültigen Fertigstellung des ersten Bauabschnitts sei allerdings erst im kommenden Jahr zu rechnen.

Bisher wurden insgesamt 500 000 Euro investiert, wovon etwa 50 Prozent auf die Deicherstellung und 50 Prozent auf die flussbaulichen Maßnahmen entfallen.

Diese Maßnahmen gehen auch bis ins kommende Jahr weiter. Fußgänger müssen nun mit der Sperrung des südlichen Wegs rechnen, können aber dafür den neuen Deichweg benutzen.

Bis 2022 soll der weitere Ausbau den Bereich „Brücke Seilenauweg“ erreicht haben.

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