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Vorsatz oder doch Versehen?

Gebrauchtwagen statt Schlossallee: Raublinger versuchte Auto mit Spielgeld zu kaufen

Mit Falschgeld, auf dem der Vermerk „Prop copy“ (Reproduktionskopie) stand, wollte ein 33-Jähriger ein Auto kaufen.
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Mit Falschgeld, auf dem der Vermerk „Prop copy“ (Reproduktionskopie) stand, wollte ein 33-Jähriger ein Auto kaufen.
  • VonChrista Auer
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Angeblich habe der Angeklagte das Falschgeld zum Monopoly Spielen erstanden. Doch anstatt Häuser auf der Parkstraße zu kaufen, versuchte der 33-jährige Raublinger einen BMW zu ersteigern. Noch bei dem Kauf fiel der Schwindel auf. Ob der Mann ins Gefängnis muss, oder doch eine Ereigniskarte zog und weiterhin auf freiem Fuß ist, musste nun das Rosenheimer Schöffengericht klären.

Raubling – Angeblich um authentisches Spielgeld für sich und seine Kumpels zum Monopoly spielen zu haben, bestellte der Raublinger im Februar 2020 bei einem chinesischen Anbieter jeweils 100 gefälschte 10, 20, 50, 100 und 500 Euro Banknoten im Gesamtwert von 68.000 Euro erworben. Nun musste sich der 33-jährige vor dem Schöffengericht Rosenheim verantworten. Denn laut Anklage, die vom Tatvorwurf der Geldfälschung ausging, hatte er versucht, mit einem Teil des Falschgelds im Juli 2021 ein Auto zu kaufen.

Angeklagter entschuldigt sich

„Es tut mir leid“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Er habe unbedingt ein Auto gebraucht und der BMW des Rohrdorfers habe ihm sehr gut gefallen. Man sei sich schnell einig geworden. Eigentlich habe er den Kaufpreis von 6500 Euro von seiner Lebensversicherung bezahlen wollen, doch dann habe es Verzögerungen bei der Auszahlung gegeben. Er habe den Verkäufer nicht vor den Kopfstoßen und vom Kauf zurücktreten wollen, deshalb habe er sich dazu hinreißen lassen, mit den falschen Scheinen zu bezahlen.

Bei der Geldübergabe sei der Freundin des Geschädigten aufgefallen, dass es sich um Falschgeld handelt, sagte der Autobesitzer vor Gericht. Die Scheine wiesen auf einer Seite jeweils in der Druckfarbe des Gelscheins den Aufdruck „Prob copy“ auf. Als er den Angeklagten darauf angesprochen habe, habe der sich überrascht gezeigt, angegeben, dass er das Geld vom Geldautomaten geholt habe und die Polizei verständige, sagte der Rohrdorfer.

Geld kam angeblich aus dem Bankautomat

„7.000 Euro von einem Geldautomaten und noch dazu gefälschte Scheine, das kam mir spanisch vor“, sagte der ermittelnde Beamte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Die aufgefundenen Banknoten seien leicht als Fälschung zu erkennen gewesen. Als er den Angeklagten damit konfrontiert habe, hätte der eingeräumt, dass es sich um Spielgeld handle und einer Wohnungsdurchsuchung zugestimmt.

Dabei seien an verschiedenen Ablageorten gefälschte Geldscheine im Wert von insgesamt 49.220 Euro aufgefunden worden. Der Angeklagte habe angegeben, den Differenzbetrag zum Bestellwert bereits geschreddert zu haben, sagte der Beamte.

Für die Anklagevertretung stand der Tatvorwurf der Geldfälschung in Tateinheit mit Betrug fest.

Immer eine Ausrede parat

Der Angeklagte habe sich von Anfang an versucht herauszureden, so der Anwalt des Geschädigten. Wenn es dann eng werde, revidiere er seine Aussagen, wie er es brauche. Es habe sich um ein planvolles Vorgehen gehandelt. Die Tat sei vollendet und das Geld übergeben worden und eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten erforderlich. Zugunsten des Angeklagten wurde sein teilweises Geständnis gewertet.

„Es war eine Dummheit, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt war“, sagte Verteidiger Johannes Helber. Das gehe schon in die Richtung: „Untauglicher Versuch“. Aber sein Mandant habe sein Unrecht eingesehen. Er habe keine Vorstrafen und es sei kein Schaden entstanden. Das Strafmaß stellte der Verteidiger ins Ermessen des Gerichts.

Es ist kein Schaden entstanden

Das Schöffengericht war der Auffassung, dass der Tatbestand der Geldfälschung nicht erfüllt sei und es sich stattdessen um versuchtes Inverkehrbringen von Falschgeld handle. Es sei strittig, ob die Bestellung des Falschgelds mit der Absicht es als Zahlungsmittel zu verwenden, erfolgt sei, sagte Richter Matthias Knoblauch in seiner Urteilsbegründung. Es sei nicht auszuschließen, dass der Angeklagte den Entschluss erst beim Autokauf gefasst habe. Schließlich sei die Tat im Versuchsstadium steckengeblieben, es habe sich um keine besonders guten Fälschungen gehandelt und es sei kein Schaden entstanden. Das sei auch keine Bagatelle, doch in der Gesamtschau mit der Entschuldigung und dem Geständnis sei ein milderes Urteil gerechtfertigt. Das Schöffengericht Rosenheim verurteilte einen 33-jährigen Raublinger wegen versuchtem Inverkehrbringen von Falschgeld und versuchtem Betrug zu einer Geldstrafe von 9900 Euro.

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