STEPHANSKIRCHEN STIMMT ZU

Auf direktem Weg zum Dirtpark

Einige Bäume sind auf dem Gelände des künftigen Dirtparks schon gefällt: Nachschauen, was sich unter dem Unterholz verbirgt.
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Einige Bäume sind auf dem Gelände des künftigen Dirtparks schon gefällt: Nachschauen, was sich unter dem Unterholz verbirgt.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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„Das steigert den Freizeitwert unserer Gemeinde für Jugendliche enorm,“ freute sich Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) über den Bauantrag zum Dirtpark. Der ist auch schon mit dem Landratsamt und der unteren Naturschutzbehörde besprochen, die Genehmigung dürfte nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Stephanskirchen –Südlich des Jugendtreffs „Die Box“ soll in Waldering neben dem Trainingsplatz der Fußballer ein „Dirtpark“, eine Geländestrecke für Fahrräder, entstehen. Eine Gruppe Jugendlicher engagiert sich schon einige Jahre dafür, der Waldbesitzer stellte seinen Grund zur Verfügung, der SV Schloßberg-Stephanskirchen (SVS) sprang bei und gründete eine Abteilung „Funsport“. Die jetzt auch den Bauantrag stellte. Was dazu führte, dass Uwe Klützmann-Hoffmann (SPD) im Bau- und Planungsausschuss von der Beratung und Abstimmung zu diesem Thema ausgeschlossen war – als Vorsitzender des SVS.

Erinnerungen an die Fuchsgrube

Der zweite Bürgermeister Robert Zehetmaier (Bayernpartei) findet zwar den Dirtpark gut, nicht aber den Standort. Er sei in seiner Jugend in der „Fuchsgrube“ durchs Gelände getobt, über deren Reaktivierung sei aber wohl nie nachgedacht worden. „Mitten in der Pampa kriegen wir den Dirtpark so leicht nicht genehmigt. Beim Funpark und neben den Trainingsplatz gilt es als Erweiterung des Sportgeländes“, so Mair. „Und nur deswegen geht es beim Landratamt trotz des Außenbereichs durch“, ergänzte Christian Hausstätter vom Bauamt. Offen sei nur noch die Größe der benötigten Ausgleichsfläche.

Genehmigung nicht aus Nostalgie riskieren

Johannes Lessing (Die Grünen) wollte am Standort nicht rühren, „Da ist mir die Gefahr zu groß, dass es mit der Genehmigung nichts wird.“ Der vorliegende Plan sei gut durchdacht und genehmigungsfähig, die Jugendlichen voller Engagement dabei – das sollten die Gemeinderäte nicht aus Nostalgie riskieren. Zu der Nostalgie bekannte sich Stephan Mayer (Parteifreie): In seinem Freundeskreis hieß es „Fuchsbau“ und auch er habe sich da ausgetobt, sei auch toll gewesen, aber er teile Lessings Bedenken und sei für den gewählten Standort.

Bei Bedarf ins Sportheim oder die Box

Petra Hofmann (UF) merkte an, dass sich die Gemeinde bei den immer mehr werdenden Kindern und Jugendlichen vielleicht irgendwann mal überlegen müsse, ob nicht sanitäre Anlagen nötig würden und wer die baue. Dazu Christine Heser, die Abteilungsleiterin Funsport auf Nachfrage der Redaktion: „Am Skatepark der Gemeinde ist seit Monaten Hochbetrieb und da hat noch niemand nachgefragt. Außerdem gibt es WCs im Sportheim und in der Box, beides gleich nebenan.“

Christian Ladner (Parteifreie) wollte wissen, ob am Dirtpark eine Beleuchtung, eine Art Flutlicht geplant sei, was der Bürgermeister verneinte.

Dirtpark ist für alle offen

Gegen die Stimmen von Robert Zehentmaier und Thomas Hoffmann (CSU) stimmte der Bau- und Planngsausschuss dem Bauantrag zum Dirtpark zu.

In der Sitzung war die Frage unbeantwortet geblieben, ob der Dirtpark öffentlich oder nur für SVS-Mitglieder sei. Christine Heser sagte dazu auf Nachfrage, dass er generell öffentlich sei, kein Zaun geplant werde. Es könne sein, dass die Strecke mal gesperrt sei, wenn dort gerade ein Kurs stattfinde. Und: SVS-Mitglieder seien über den Sportverein versichert, andere Nutzer nicht.

Jetzt warteten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen – „eine tolle Truppe“, so Christine Heser begeistert – gespannt darauf, wie schnell der genehmigte Bauantrag vom Landratsamt zurückkomme. Dann wollen sie anpacken, endlich ihren Dirtpark bauen. Den ein fahrradbegeisterter Landschaftsarchitekt kostenlos entworfen hat.

Keine Einbauten, nur Erdarbeiten

Es werden reine Erdarbeiten, ohne jeglichen Unterbau mit Holz und ohne Matten, so Christine Heser. Wenn der Dirtpark mal nicht mehr genutzt werde, könne ihn sich der Wald schnell zurückholen. Bei den Arbeiten seien natürlich Erwachsene eingebunden, zwei heimische Firmen leihen den jungen Leuten die benötigten Großgeräte. Bleibt abzuwarten, wann die sich in Bewegung setzen können.

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