Das Leben der Kunst verschrieben

Zu Besuch im Atelier der Aschauer Bildhauerin Alraune Huber

Eindrücke vom adventlichen Besuch bei Alraune in ihrem Atelier in Hohenaschau.
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Eindrücke vom adventlichen Besuch bei Alraune in ihrem Atelier in Hohenaschau.
  • Anton Hötzelsperger
    vonAnton Hötzelsperger
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Kerzen haben es Alraune Huber derzeit besonders angetan. Seit 20 Jahren ist die Künstlerin in Hohenaschau in einem Atelier zu Füßen der Kampenwand tätig. Gemeinsam mit ihrem Mann, Bildhauer Christian Huber (alias Christian Huba und Alraune) bleibt ihr Wirken oft im Stillen.

Aschau – In der Advent- und Weihnachtszeit spielt die auch Lebzelterei – das Backen von Lebkuchen – eine vorrangige Rolle.

Karriere als Vollzeit-Künstlerin

Die Künstlerin ist ein echtes oberbayerisches Kind: In Nußdorf kam sie 1967 zur Welt, am Karolinen-Gymnasium in Rosenheim machte sie ihr Abitur und in Berchtesgaden besuchte sie drei Jahre die Bildhauer- und Schnitzerschule. Danach absolvierte die 53-Jährige ein Restauratorenpraktikum in Worpswede in Niedersachsen und ein Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Künste in Bremen bei Professor Waldemar Otto.

Beim Studium im Bremen den späteren Ehemann kennengelernt

„Die Zeit war nicht nur lehrreich und spannend. Bremen war auch der Ort, an dem ich meinen aus dem Salzburger Land kommenden Mann kennenlernte“, so die Künstlerin. Mit ihm gründete sie eine Familie, bekam drei Buben. Doch die Sehnsucht nach der Heimat war so groß, dass die Familie in Alraune Hubers Geburtsort Nussdorf am Inn zurückkehrte.

Immer mehr Aufträge von Behörden, Kirche und Privatpersonen

Drei Jahre später fand das Paar in Aschau passende Räumlichkeiten für ein gemeinsames Atelier. „Der Anfang in Aschau war nicht leicht, aber wir schafften es dank steigender privater, behördlicher und kirchlicher Aufträge und Mundpropaganda. Vielleicht hat uns die Erkenntnis aus dem Studium der Völkerkunde und Ethnologie geholfen, dass Christus kein Leidender, sondern ein Besiegender war und ist.“

Lebzelterei und Kerzen

Mit diesem Rückblick gewährt Alraune Huber auch einen Einblick in ihre Tätigkeiten in der Advents- und Weihnachtszeit bei der kunstvollen Herstellung von Kerzen und Lebkuchen – der Lebzelterei. Auch vielseitige Kerzen-Motiven gestaltet sie anhand eigener Ideen und auf Wunsch der Kunden.

Lebzelte aus Hönigkuchenteig

Hochzeiten und Trauerfälle seien nur ein paar der vielen Möglichkeiten, um jemandem eine individuelle Aufmerksamkeit zu schenken. Die Künstlerin hat dabei einen hohen Anspruch: Sie verwendet in der Regel Altar-Kerzen mit zehn Prozent Bienenwachs. Neben den Kerzen ist sie von ihren Lebzelten, den mit dünn gebackenem Honigkuchenteig und mit erlesenen Zutaten hergestellten Lebkuchen angetan. Manchmal verkauft sie diese an einem eigenen Stand neben ihrem Atelier in Hohenaschau.

Selbstgebackene und -verzierte Lebzelte verkauft Alraune manchmal in einem Stand neben ihrem Atelier.

Erinnerungen werden zu Bildern

Die ehemalige Kunstlehrerin vom Ludwig-Thoma-Gymnasium in Prien (auch ihr Mann war dort für einige Jahre Kunstlehrer) ist froh, dass sie jetzt Zeit und Muße hat, ihren Gedanken und handwerklichen Fähigkeiten nachzukommen.

Und was ist nach Weihnachten? Auf diese Frage hat Alraune Huber eine schnelle Antwort: „Dann freue ich mich wieder auf die Illustration von Kinder-Malbüchern, dabei kann ich meine Kindheitserinnerungen in Bilder verwandeln, aber es ist zugleich der Beginn der österlichen Vorbereitungen.“

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