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Gemeinderat verlängert Vertrag

Anrufsammeltaxi bleibt auf Achse in Riedering

Gerade in einer Flächengemeinde wie Riedering ist das Sammeltaxi eine große Bereicherung.
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Gerade in einer Flächengemeinde wie Riedering ist das Sammeltaxi eine große Bereicherung.
  • vonElisabeth Kirchner
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Mit einem einstimmigen Ja befürworteten die Riederinger Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung die Fortführung des Angebots, den öffentlichen Nahverkehr mit dem Anrufsammeltaxi (AST) der Stadtwerke Rosenheim zu ergänzen: Zu den Fahrten zwischen 5 und 1 Uhr gebe es keine Alternative.

Riedering – Nach einem Gemeinderatsbeschluss im Mai 2018 und einem Betriebsvertrag mit den Stadtwerken Rosenheim für eine Erweiterung des AST-Betriebs auf das Gemeindegebiet von Riedering nahm AST im Dezember 2018 seine Fahrt auf.

Über 5000 Fahrgäste

Katharina Rinser von der Verwaltung wies zudem darauf hin, dass bei der Einführung des AST eine Testphase von drei Jahren vereinbart wurde. Da der Vertrag im Herbst ende, müsse das Gremium nun darüber befinden, ob das AST auch weiterhin Riedering anfahren – es geht um eine automatische Vertragsverlängerung um jeweils ein Jahr – oder ob der Vertrag gekündigt werden soll.

Fahrten werden zu drei Vierteln bezuschusst

Alois Seehuber von den Rosenheimer Stadtwerken ging auf die Auslastung des AST-Fuhrparks in Riedering ein Corona-bedingt seien die Beförderungszahlen „wenig repräsentativ: Solange uns die Corona-Pandemie begleitet, können wir nur einen Fahrgast mitnehmen.“ Dennoch könne AST mit knapp 5 200 Fahrgästen im Zeitraum Dezember 2018 bis März 2021 und über 40 000 gefahrenen Kilometern aufwarten.

Die Anzahl der Fahrten pro Jahr entspricht durchschnittlich täglich etwa fünf Fahrten. Die Erlöse machten zwar gut 32 000 Euro pro Jahr aus, der Aufwand hingegen betrage 112 000 Euro im Jahr. Die Fahrten würden somit zu drei Viertel bezuschusst, so Seehuber.

Transport bis vor die Haustür

Dr. Georg Kasberger (CSU) wollte wissen, wie sich Aufwand und Erlös in den anderen AST-beteiligten Gemeinden verhielten und ob man mit Tarifanreizen für bestimmte Altersgruppen die Attraktivität des AST steigern könne. Seehuber zufolge könne man die Gemeinden nicht miteinander vergleichen.

Ein wichtiges Pro-AST-Argument sei die allgemeine Sicherheit, denn AST biete viele Haltestellen und Transport bis vor die Haustür. DerFahrservice von 5 Uhr bis 1 Uhr, sei, so Seehuber weiter, ein „Super-Angebot“ und eine „gute Ergänzung zum ÖPNV-Angebot.“ Die Rückmeldungen jedenfalls seien alle bislang positiv gewesen.

Josef Loferer will keine Pendlerbezuschussung

Josef Loferer (FW) hingegen sah sich bestätigt: „Ich habe schon die Einführung kritisch gesehen.“ Er habe nichts gegen eine Beförderung von „wirklich Bedürftigen“, aber eine Bezuschussung von berufstätigen Pendlern, die statt 27 Euro für ein Taxi ab Rosenheim Bahnhof nur 7 Euro für AST ausgeben, das wolle er nicht. Bürgermeister Christoph Vodermaier (FW) und Katharina Rinser von der Verwaltung widersprachen. So habe es keine Auffälligkeiten bezüglich der Strecke von Bahnhof Rosenheim nach Riedering gegeben.

Kaum Alternativen zum AST

Andreas Hirzinger (CSU) befürwortete mehr Werbung für die Sammelfahrten mit dem AST. Matthias Pummerer (FW) fand es schwierig, Bedürftigkeit bei der Beförderung zu definieren. Das AST sei eine gute Sache: „Was haben wir für Alternativen?“ Auch Robert Langzauner (WUS) sprach sich für eine AST-Fortsetzung – „eine teure, aber notwendige ÖPNV-Ergänzung“ – aus. Riedering sei eine Flächengemeinde, da ergeben sich große Entfernungen, schloss sich Karl Rothmayer (SPD) an.

Nicht so viele ökologische Vorteile wie erhofft

Richard Mühlbauer (FBP) erklärte sich „ein bisschen enttäuscht“, er habe sich mehr ökologische Vorteile durch die Sammelfahrten versprochen. Benedikt Ganzer (WGS) forderte, die Parameter bezüglich Anfahrten in der Disposition umzustellen. Seehuber meinte hierzu, dass Kunden das Warten an der Haltestelle kritisch sehen.

Bürgermeister Vodermaier beendete die Debatte mit dem Vorschlag, den Vertrag mit AST um ein weiteres Betriebsjahr zu verlängern, um auch weiter das gesamte Gemeindegebiet mit ÖPNV zu versorgen.

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