Corona-Infektion überstanden,  Folgen noch spürbar: Die Stellvertretende Landrätin Marianne Loferer erzählt

„Heute wird ein guter Tag“steht auf Marianne Loferers Kaffeebecher. Die 51-Jährige genießt ihren sonnigen Balkon, erholt sich von ihre Corona-Erkrankung. Privat
  • Sylvia Hampel
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Angst? Nein, Angst habe sie nie gehabt, sagt Marianne Loferer. Aber sie sei froh gewesen, als sie dann im Klinikum war, nicht mehr allein zuhause. Marianne Loferer hatte sich mit dem Corona-Virus angesteckt und war erkrankt. Sie kam ins Krankenhaus, obwohl sie weder wegen ihres Alters noch wegen Vorerkrankungen zur Risiko-Gruppe gehört.

Riedering – „Die dauernde Kraftlosigkeit, die setzt mir am Meisten zu“, sagt Marianne Loferer. Bis heute, mehr als eine Woche nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, sei sie viel schneller schlapp und müde, als sonst. Nicht vor die Tür gehen? „Ich genieße meinen Balkon“, sagt sie entspannt. Und das von einer Frau, die sonst neben dem Beruf unter anderem stellvertretende Bürgermeisterin, stellvertretende Landrätin und Vorsitzende des Sozialwerks Simssee ist.

Mit Coronavirus angesteckt bei der Amtsausübung

Marianne Loferer ist medizinische Fachangestellte, arbeitet in einer Arztpraxis. Da hat sich die 51-Jährige aber nicht angesteckt. „Ich war im Auftrag der Gemeinde bei einem runden  Geburtstag, ganz gemütlich zum Kaffeetrinken im Familienkreis. Die 80-Jährige ist auch positiv getestet.“

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Gemerkt habe sie es eine knappe Woche später, erzählt Marianne Loferer, als sie in der Praxis gegen Abend plötzlich Schüttelfrost hatte. „Ohne Test nicht mehr“, habe ihr Chef gesagt. „Also habe ich mir einen Corona-Test organisiert, habe vor einer Praxis in Flintsbach im Auto den Selbsttest gemacht und den in der Praxis abgegeben.“ Am nächsten Tag kam schon der Anruf: Positiv. „Das ging wirklich sehr, sehr schnell. Das war top“, sagt Marianne Loferer im Rückblick.

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Drei Tage nach dem Testergebnis ging es los

Drei Tage nach dem Testergebnis sei es dann so richtig losgegangen, erinnert sich Marianne Loferer: Hohes Fieber, Schluckbeschwerden, völlige Appetitlosigkeit, nicht mal mehr trinken wollen. Und immer wieder der trockene Reizhusten, „nicht den ganzen Tag, aber immer wieder Anfälle, die nicht enden wollen.“ Irgendwann rief sie den Sanka.

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Symptome behandeln, mehr geht nicht

Erstmal kam Marianne Loferer im Klinikum an den Tropf, „ich war ziemlich ausgetrocknet“, parallel kümmerte sich das Personal um die Symptome: „Dreimal am Tag Inhalation, bei Bedarf Fiebersenker – mehr ging nicht, denn ein Medikament gibt es ja nicht.“ Und sie schlief, schlief, schlief. Beatmungsgerät war glücklicherweise überflüssig.

„Die Betreuung war super“

„Die Betreuung war super – von den Rettungskräften im Krankenwagen bis zur Entlassung“, ist Marianne Loferer dankbar. Sie sei allerdings auch schon sehr früh erkrankt, bevor die große Welle kam. Im Laufe der Tage habe sie schon gemerkt, dass die Arbeit für Ärzte und Pflegekräfte immer mehr wurde.

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Und dass es ihr immer besser ging. Denn am Tag der Stichwahl habe sie diese via Tablet und Handy schon wieder aufmerksam und voller Spannung verfolgt, erzählt Marianne Loferer amüsiert, „ich bin eben einfach Kommunalpolitikerin durch und durch.“

Entwarnung für drei Generationen

In der Zwischenzeit zitterte ihre Familie – Eltern, Bruder, Schwägerin und deren Nachwuchs – ob sich nicht noch jemand angesteckt hätte. „Wir waren am Tag, bevor ich krank wurde, noch alle zusammen“. Es hat sich keiner angesteckt, die Familie versorgt Marianne Loferer derzeit mit Lebensmitteln, stellt die Einkäufe in Griffweite ab.

Viel Zuspruch vom gesamten Umfeld

Sie habe in den letzten Wochen von ihrem gesamten Umfeld unglaublich viel Zuspruch erfahren und von den Nachbarn kamen und kommen reichlich Hilfsangebote per WhatsApp, ist Marianne Loferer dankbar.

Warten auf den Anruf vom Gesundheitsamt

„Ich gehe nicht wieder vor die Tür, bevor ich nicht weiß, ob ich noch jemanden anstecke oder nicht“, sagt die 51-Jährige. Außerdem sei sie immer noch schnell schlapp, fühle sich in der Wohnung und auf dem Balkon ganz wohl. Wie sie erfahre, ob sie noch anstecke, wisse sie noch gar nicht so genau. 

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Zwei Tests müssten negativ ausfallen, dann wäre alles gut. Wie das ablaufe? „Ich warte auf einen Rückruf vom Gesundheitsamt, um das zu klären“, sagt sie. Und übt sich in Geduld, denn: „Die haben ja gerade viel um die Ohren.“

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