100 im Amt: Söchtenau: Bernhard Summerer verstärkt den Bürgermeisterchor

Bernhard Summerer möchte für Söchtenau eine nachhaltige Ortsentwicklung, legt Wert auf Bauland für Einheimische.
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Bernhard Summerer möchte für Söchtenau eine nachhaltige Ortsentwicklung, legt Wert auf Bauland für Einheimische.

Söchtenau – Bernhard Summerer (CSU) hatte gegenüber vielen seiner neuen Kollegen einen Vorteil: Er war schon zwölf Jahre lang Stellvertreter seines Vorgängers Sebastian Forstner. Er ist ein „grüner Schwarzer“, will Söchtenau nachhaltig entwickeln, ein Radwegenetz schaffen, liebt Gartenarbeit.

Für den Bürgermeisterchor des Landkreises ist der begeisterte Sänger Bernhard Summerer, seit 1. Mai, Bürgermeister von Söchtenau, eine echte Verstärkung. Und für eine Schafkopfrunde ist er, wenn es die Zeit zulässt, gerne zu haben.

Herr Summerer, die ersten 100 Tage als Bürgermeister liegen hinter ihnen. Haben Sie sich bereits in Ihrer neuen Rolle eingelebt?

Bernhard Summerer: „ Ich fühle mich wohl in der neuen Rolle. Nachdem ich bereits zwölf Jahre lang Stellvertreter des Bürgermeisters war, wusste ich in etwa, was auf mich zukommt. Allerdings ist es schon so, dass man erst jetzt richtig merkt, wie vielfältig die Aufgaben sind und mit welchen Hürden man zu kämpfen hat. Aber es wird und muss alles zu schaffen sein.“

Die Corona-Pandemie kam unerwartet. Wie äußern sich die Folgen in der Gemeinde Söchtenau und mit welcher Strategie gehen Sie an diese besonderen Herausforderungen an?

Summerer: „Mit Ausnahme der Gastronomie- und Reisebranche sind die Auswirkungen in Landgemeinden noch überschaubar. Im öffentlichen Bereich halten wir uns natürlich an die Hygieneschutzauflagen und Vorgaben durch die verschiedenen Ministerien. Im privaten Bereich ist durch die kürzlichen Lockerungen der Beschränkungen ja wieder ein nahezu „normales Leben“ möglich. Sehr herausfordernd sind die Einschränkungen aber nach wie vor in unseren Kinder- und Bildungseinrichtungen. Die Organisation des Kindergarten- und Schulbetriebs mit den Hygieneschutzauflagen ist nahezu eine Kunst für sich. Hier ist den Pädagogen im Kindergarten und in der Schule ein großes Lob auszusprechen.“

Sie sind gelernter Bankkaufmann. Können Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrung in diesen finanziell herausfordernden Zeiten nutzen?

Summerer: „Ich denke schon. Ich bin jetzt, was Investitionen und Ausgaben insgesamt betrifft, erstmal vorsichtig und versuche, nicht unbedingt notwendige Ausgaben und Anschaffungen noch zu schieben bis klar ist, welche Auswirkungen die Pandemie vor allem auf die Einnahmeseite der Gemeinde hat. Meine Erfahrungen hinsichtlich Grundbuchrecht und notarieller Verträge helfen mir in meinem Amt sehr, da ich hier sehr viel damit zu tun habe und in der Vergangenheit auch zu tun hatte.“

Welche Ziele, die Sie sich während der Wahlvorbereitung gesetzt haben, können Sie noch in diesem Jahr umsetzen?

Summerer: „Eines der Ziele war ja, Wohnraum zu schaffen. Wir haben hierfür bereits drei neue Bebauungspläne auf den Weg gebracht, die den Bau von etwa 40 Häusern ermöglichen. Die Genehmigungsverfahren dauern aber viele Monate, sodass mit dem Inkrafttreten dieser Bebauungspläne voraussichtlich erst im nächsten Jahr zu rechnen ist. Für den Radwegebau bin ich auch mit entsprechenden Grundstückseigentümern in Kontakt. Realisierung hier aber auch frühestens im nächsten Jahr.“

Stichpunkt Ortsentwicklung: Wie soll sich die Gemeinde Söchtenau in den kommenden sechs Jahren entwickeln?

Summerer: „Ich wünsche mir ein moderates Wachstum vor allem der jüngeren Bevölkerung in unserem Gemeindegebiet. Der Grundstein hierfür wird mit dem Angebot von vergünstigtem Bauland aus den neuen Bebauungsplänen gelegt werden. Auch zusätzliche, wohnortnahe Arbeitsplätze werden durch Betriebsansiedlungen im Gewerbegebiet Schwabering Süd geschaffen. Die Infrastruktur passt somit zusammen. Im gewerblichen Bereich besteht nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Gewerbegrundstücken. Hier werden wir uns Gedanken machen müssen, wie wir diese Nachfrage befriedigen können.“ Interview: Tina Blum

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