Für alte Rasse Werbung machen

Das Brillenschaf gehört zu den extrem gefährdeten Rassen. Foto Kirchner
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Das Brillenschaf gehört zu den extrem gefährdeten Rassen. Foto Kirchner

Die alte Haustierrasse der Brillenschafe, die ihren Ursprung in Kärnten hat, gilt als robust und anpassungsfähig. Wegen der Verdrängung durch andere Rassen gelten die Brillenschafe jedoch mittlerweile als gefährdet.

Mit mehreren Aktionen wollen die bayrischen Brillenschafzüchter, die hauptsächlich im Chiemgau und Rupertiwinkel ansässig sind, auf die Brillenschafe aufmerksam machen.

Riedering - Das Brillenschaf hat einen langen, schmalen, unbewollten Kopf, der hornlos ist. Seinen Namen verdankt es seiner typischen Pigmentierung (Brille), die das Auge gleichmäßig umgibt. Auch die breiten, hängenden Ohren können schwarz sein. Sein schlichtes Wollhaar schützt hervorragend vor Kälte.

Die Rasse gilt als robust, anpassungsfähig und anspruchslos und eignet sich deshalb für Gebirgsregionen. Dennoch gab es ab den 1930er Jahren Bestrebungen, alle Bergschafrassen-Zuchtziele zu vereinheitlichen. Das Brillenschaf gehört deshalb mittlerweile zu dem extrem gefährdeten Rassen, in Österreich ist es so gut wie ausgestorben, so Martin Winkelmair, einer der Rassenzüchter aus Saaldorf.

Um die seltenen Schafe zu erhalten, gründete sich 1999 die "Arbeitsgemeinschaft Brillenschaf" in der Gemeinde Saaldorf-Surheim im Rupertiwinkel. Die Arbeitsgemeinschaft wurde bewusst dort gegründet, da in Saaldorf-Surheim auch das Stammzuchtgebiet der Brillenschafe liegt und die meisten Züchter dort vertreten sind. Bis zu diesem Jahr war es nur ein loser Zusammenschluss von Züchtern, nun wird das Ganze offiziell. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens der eingetragenen Herdbuchenzucht für Brillenschafe entsteht nun mit der "Arbeitsgemeinschaft Brillenschaf e.V." ein Verein, bei dem sich rund 20 bayerische Züchter zusammenschließen, um den Bestand der gefährdeten Rasse zu erhalten und zu erweitern.

Martin Wiesheu, ein Brillenschafzüchter aus Riedering, und Jakob Wiesheu haben sich dafür mit ihren "Mitstreitern" zwei ganz besondere Aktionen einfallen lassen: Am Donnerstag, 28. August findet im Gasthof Hirzinger in Söllhuben ein Vortrag vom bekannten Kletterer und Extremsportler Alex Huber von den Huaba Buam statt. Der Extremkletterer wird in einem Multimediavortrag von seinen Abenteuern erzählen, von extremem Freiklettern in der Kälte der Arktis oder den Herausforderungen an den wilden Bergen Patagoniens.

Die Brillenschafzüchter werden sich im Vorprogramm mit verschiedenen Informationsständen zur Geschichte der Brillenschafe vorstellen und über die Rasse informieren. Musikalisch umrahmt wird der Abend durch die Hirtenmusik Riedering.

Am ersten Oktoberwochenende werden in Amerang nicht nur 15 Jahre Herdbuchzucht, sondern auch 15 Jahre Arbeitsgemeinschaft gefeiert. An diesen zwei Tagen wird mit einem vielfältigen Angebot gezeigt, wie wertvoll die Brillenschafe sind. Neben einer Prämierung der besten Schafe am Samstag und einem offiziellem Bockmarkt am Sonntag gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Schafschur, Kinderfilzen, Wollständen, Wollmobil und vielem mehr. Am Samstagabend findet ein Züchterabend mit musikalischer Unterhaltung statt. Auch für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt. elk

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