Alois Brunner lehnt Amt ab

Alois Brunner tritt sein Gemeinderatsmandat nicht an. Foto Lotter
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Alois Brunner tritt sein Gemeinderatsmandat nicht an. Foto Lotter

Ex-Bürgermeister Alois Brunner wird sein Gemeinderatsmandat bei der Bürgergemeinschaft Pro Oberaudorf (BPO) nicht antreten. Das hat Wahlleiter Florian Seebacher gestern gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt bestätigt.

Viele Oberaudorfer sehen sich dadurch von Brunner getäuscht.

Oberaudorf - Das hat es in der Inntalgemeinde noch nicht gegeben: Ein mit 884 Stimmen gewählter Bürger nimmt die Wahl zum Gemeinderat nicht an.

Auch im Gemeindewahlausschuss, der die Kommunalwahl am Dienstag Abend offiziell bestätigte, machte das Wort "Wahltäuschung" die Runde. Mit drei zu zwei Stimmen wurde der Ablehnung des Ehrenamtes von Alois Brunner zugestimmt. Grundsätzlich hat der Gemeindewahlausschuss das Ergebnis der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl aber mit fünf zu null Stimmen angenommen.

Viele Oberaudorfer Bürger sind gelinde gesagt "stinksauer" auf die Haltung des ehemaligen Ersten Bürgermeisters der Gemeinde. Es sei nicht nachvollziehbar, warum sich Brunner überhaupt habe aufstellen lassen, wenn er dann letztlich das Ehrenamt als Gemeinderat nicht annehmen wollte, ist im Dorf zu hören.

Zudem hat Brunner - wie alle auf den Listen platzierten Bewerber - die Zustimmung zur Aufnahme in den Wahlvorschlag schriftlich gegeben.

Entgegen der bisherigen Rechtslage ist es mittlerweile nicht mehr notwendig, einen Grund anzugeben, wenn man sein Amt nicht annehmen will, erklärte Wahlleiter Florian Seebacher. Für Brunner rückt jetzt Klaus Förster in den Gemeinderat nach.

Hat die Bürgergemeinschaft Pro Oberaudorf Brunner nur als "Stimmenfänger" auf die Liste gesetzt? Gemeinderat Hans Seebacher, Bürgermeisterkandidat der BPO, der in der Wahl Bürgermeister Hubert Wildgruber von der CSU unterlag, sagte dazu, er habe "die Entscheidung des Menschen Alois Brunner zu akzeptieren".

Brunner selbst gab an, er habe seine Entscheidung als Privatmann Alois Brunner getroffen und führte persönliche Gründe ins Feld, die er nicht veröffentlicht wissen will. Seinen "Durchmarsch" von Listenplatz 16 auf Platz vier sieht er nicht als großen Erfolg. Im Gegenteil: Grundsätzlich habe er mit über 2000 Stimmen gerechnet, so Brunner gestern durchaus enttäuscht. ge

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