Alles begann im Winter vor 20 Jahren

Dreimal pro Wochetreffen sich die Flintsbacher Stockschützen auf ihrer Bahn am Sportplatz. stv

Flintsbach – „Stockschießen ist ein Sport, der seit vielen Jahrzehnten in unserer Region beliebt ist“, sagt Andreas Huber.

Er ist Abteilungsleiter der Stockschützen im Flintsbacher Sportverein und gehört zu den Gründungsmitgliedern, die vor 20 Jahren die Flintsbacher Stockschützen aus der Taufe gehoben haben.

Es ist Samstagnachmittag, auf dem Platz der Flintsbacher Stockschützen befinden sich rund zehn Spieler. Ein kalter Wind zieht über den Platz und es sieht nach Schnee aus. „Ja, das erinnert mich an die Winter von vor mehr als 20 Jahren, als alles bei uns begann. Sobald es draußen eiskalt wurde, warteten früher schon die Freunde des Eisstockschießens darauf, dass die Seen bei uns endlich zufrieren. Dann ging es hinaus, entweder auf den See unseres Freibades oder auf den Hawaii-See an der Autobahn. Da sind wir als Kinder gerne mitgegangen und haben zugeschaut. Schließlich war ja mein Onkel, Alfons Huber, auch dabei“, erzählt der heute 45-jährige Abteilungsleiter der Sparte Stockschießen im Flintsbacher Sportverein.

Es waren schöne Zeiten, an die er sich gerne erinnert: „Zunächst sind wir Schlittschuh gelaufen oder haben Eishockey gespielt. Erst später kamen wir dann zu den Erwachsenen und haben dort mit dem Eisstockschießen begonnen. Die richtigen Eisstöcke waren uns seinerzeit noch viel zu schwer. Da ließen unsere Eltern extra für uns kleinere und leichtere Kindereisstöcke anfertigen.“

Im Laufe der Jahre entstanden dann wetterunabhängige asphaltierte Stockschützenplätze und aus einem reinen Wintersportvergnügen wurde ein Alljahressport.

Bürgermeister wollte Asphaltbahn

„Vor über 20 Jahren kam eines Tages unser damaliger Bürgermeister Wolfgang Berthaler während eines Eisstockspiels auf uns zu und fragte, ob wir nicht auch Interesse an einer Asphaltbahn hätten“, so Huber. Da die Anfrage großen Zuspruch erfuhr, wurde relativ schnell im Winter 1989 eine Gründungsversammlung einberufen. Man traf sich im Sportheim des ASV Flintsbach und gründete die Stockschützenabteilung. „Ja, und ich war mit dabei.“

Zu den Gründungsmitglieder gehörten damals Eberhard Gärtner, Alfons Huber, Andreas Huber, Hans Maier, Helmut Mattheis, Roland Thaler, Franz Miesgang, Josef Salminger. Alois Bast, Franz Bast senior, Günther Herzog und Wolfgang Buchberger, die ebenfalls bei der Gründung dabei waren, sind inzwischen verstorben. Vier der Gründungsmitglieder sind heute noch aktiv dabei.

„Dann ging alles recht schnell im Frühjahr 1999. Die Gemeinde verfügte über einen Platz, den sie uns zur Verfügung stellte und auf dem wir heute noch sind. Im März wurde auch schon mit den Asphaltierarbeiten der Fläche, auf der sich drei Bahnen befinden, begonnen. Die Kosten dafür hatte die Gemeinde übernommen. Schon bald waren wir 30 Mitglieder. Zunächst diente uns ein alter Campingbus als Notunterkunft“, lacht der Abteilungsvorstand. Im Sommer 1999 sei dann von den Vereinsmitgliedern auf eigene Kosten das Vereinsheim in Holzbauweise erstellt worden. Um das zu finanzieren haben die Stockschützen fünf Jahre lang einen erhöhten Jahresbeitrag gezahlt. Der lag damals bei 50 Mark.

Heute eifrige 30 Mitglieder

Heute zählt der Verein rund 30 aktive Mitglieder, darunter acht Frauen. Sie treffen sich dreimal in der Woche zum Training. „Wir spielen ausschließlich zu unserem Vergnügen. An offiziellen Tournieren nehmen wir nicht teil, tragen aber alle zwei Jahre eine Ortsmeisterschaft aus und besuchen unsere Nachbarvereine für Freundschaftsspiele“, sagt Huber.

Draußen ist es mittlerweile dunkel geworden, eine Flutlichtanlage beleuchtet nun den Platz und tatsächlich beginnt es leicht zu schneien. Auf der Schießbahn herrscht fröhliches Treiben und neben den typischen Aufprallgeräuschen der Stöcke sind immer jubelnde Stimme der Spieler zu hören. „Ein schöner Sport, mit viel Spaß und Freude, bei dem die Geselligkeit nicht zu kurz kommt“, sagt Andreas Huber, der sich über neue Mitglieder freuen würde.

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