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Musikfilmtage Oberaudorf mit Dokumentation über Samba eröffnet

Aller guten Dinge sind sieben

Erfrischend fröhlich: Landtagspräsidentin Barbara Stamm wollte endlich einmal nach Oberaudorf zu den Musikfilmtagen kommen, nachdem beim Filmfest München oft von der Veranstaltung in der Inntalgemeinde die Rede war.  Foto : Gruber
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Erfrischend fröhlich: Landtagspräsidentin Barbara Stamm wollte endlich einmal nach Oberaudorf zu den Musikfilmtagen kommen, nachdem beim Filmfest München oft von der Veranstaltung in der Inntalgemeinde die Rede war. Foto : Gruber

Oberaudorf - Es war als hätte ein unsichtbarer Regisseur am Drehbuch gefeilt: Wenige Stunden nach dem historischen Sieg der deutschen Elf im WM-Halbfinale über Brasilien mit 7:1 Toren wurden in Oberaudorf die siebten Musikfilmtage mit George Gachots neuem Dokumentarfilm "O Samba" eröffnet. Der Streifen zeigt einen Blick auf die oftmals geschundene brasilianische Seele, die sich freud- wie schmerzvoll im Samba, dem brasilianischen Tanz mit afrikanischen Wurzeln offenbart.

Im Gespräch mit dem Oberbayerischen Volksblatt (siehe Beitrag im Kulturteil) zeigte sich Regisseur Georges Gachot überzeugt, dass nur der Samba die Brasileiros nach diesem schwarzen Tag wieder aufrichten könne.

Bei den Filmfestspielen in Cannes sagte Gachot Organisator Markus Aicher zu, mit seinem Film die siebten Musikfilmtage nach Oberaudorf zu eröffnen. Der aus Zürich stammende Dokumentarfilmer wollte nach Ende der Veranstaltung eigentlich direkt zum "Jerusalem Film Festival" weiterreisen, doch der erneute Ausbruch des Nah-Ost-Konflikts machte diese Pläne zunichte. So nahm sich der im Inntal gestrandete Regisseur sehr viel Zeit für das oberbayerische Publikum und erläuterte auf sympathische Art seine aufflammende Liebe zum Samba, der Kunst- und Lebensform zugleich ist.

Gachot machte sich vor allem einen Namen durch Filmportraits von Komponisten und Interpreten. Er sei also mehr der klassischen Musik zugewandt, doch dann habe er die Spur des legendären Komponisten und Sängers Marino da Vila verfolgt, der mit Vila Isabel eine der populärsten Sambaschulen Rio de Janeiros repräsentiere.

Die Musik als Hauptdarsteller würdigte Ministerialrat Michael Roppelt, Filmreferent des bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, in seinem Grußwort. Er unterstrich den wirtschaftspolitischen Effekt des Medienstandorts Bayern. Die Musikfilmtage in Oberaudorf räumten der Musik den hohen Rang ein, der ihr gebühre, so der Ministerialrat durchaus poetisch.

Einen Dank an die "großartigen Menschen", die die Musikfilmtage ermöglichen, sprach Landtagspräsidentin Barbara Stamm aus, die spontan zur Eröffnung der Musikfilmtage in Oberaudorf kam. Erfrischend fröhlich erläuterte sie diesen Entschluss, sei doch beim Filmfest in München immer die Rede von den Musikfilmtagen in Oberaudorf gewesen. "Da komm ich mal", habe sie sich vorgenommen und diesen Vorsatz nun auch umgesetzt. Die Landtagspräsidentin unterstrich die große Bedeutung einer dezentralen Kulturförderung, wie der Erfolg der Oberaudorfer Musikfilmtage zeige.

Auf die stetig steigenden Besucherzahlen verwies Bürgermeister Hubert Wildgruber, der der gesamten Filmtage-Mannschaft von Herzen dankte. Dem schloss sich Initiator Markus Aicher an. Er verglich sein Team mit einer Rockband, die er immer schon gerne haben wollte. Aichers Wünsche gehen noch weiter: Oberaudorf soll wieder ein Kino bekommen, dazu werde man in Kürze eine Interessengemeinschaft gründen.

Fast pünktlich endete die Eröffnungsveranstaltung, die mit "Peter Riest, Idealist" noch ein weiteres Filmzuckerl offerierte, sieben Minuten nach Anpfiff des zweiten WM-Halbfinales Argentinien gegen Holland und entließ die Besucher in die stilvoll eingerichtete Kino-Bar im Foyer des Haus des Gastes - natürlich zum Public Viewing. ge

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