Gelungener Premierenabend der Rohrdorfer "Theaterer"

Achterbahn ins Glück

Die Protagonisten des Stückes, Martina Frey als Schaustellerin Thekla Staudinger und Georg Dick als Zimmermeister Ferdl Schwinghammer, und ihr gemeinsames Ziel: die hölzerne Achterbahn. Foto Lohmann
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Die Protagonisten des Stückes, Martina Frey als Schaustellerin Thekla Staudinger und Georg Dick als Zimmermeister Ferdl Schwinghammer, und ihr gemeinsames Ziel: die hölzerne Achterbahn. Foto Lohmann

Rohrdorf - Viele "Schleiferl" muss 1909 die erste transportable Achterbahn fahren, um deren Bau der Autor Tobias Siebert mehrere verschlungene Liebesgeschichten erzählt, die sich eigentlich - zumindest zum fröhlichen Ende hin - doch recht gradlinig und schnörkellos auf vier Pärchen hin entwickeln. Ein rechtes Lustspiel ist dem Chefautor der Erfolgsserie "Dahoam is Dahoam" mit dem Stück "Achterbahn ins Glück" gelungen - und natürlich auch den Darstellern der Theatergruppe des Rohrdorfer Trachtenvereins und ihrem Spielleiter Markus Auer.

Hier gibt es keine tiefgründige Moral, keinen erhobenen Zeigefinger eines Ludwig Thoma; vielmehr darf man dem Stück und den Akteuren mit viel Spaß und Humor auf ihren "Schleiferln" folgen, die mit einer richtig schönen Komödie zum herzhaften Lachen einladen.

Die resolute Schaustellerin Thea Staudinger (Martina Frey) will sich fürs nächste Oktoberfest eine "Schleiferlbahn" aus Holz bauen lassen und hat sich dazu den Zimmermeister Ferdl Schwinghammer (Georg Dick) ausgesucht. Dieser ist aber weniger an einem Auftrag als am Kartenspielen mit seinem ebenso "fleißigen" Gesellen Gustl (Benno Westner) und seiner Tochter Cosima (Karin Piezinger) interessiert. Cosima schaut kein Mannsbild mehr an, seit sie vor vielen Jahren von ihrem damaligen Freund Berny Oberhauser (Jakob Wagner) wegen "einem reichen Weibsbild in Amerika" verlassen wurde.

Und ausgerechnet diesen Berny holt nun die Schaustellerin aus Amerika und stellt ihn als Ingenieur des Patentinhabers der "Schleiferlbahn" den mutlosen Zimmerern vor, um den Auftrag endlich nach Plänen fertig zu stellen. Cosima sieht die Zeit ihrer Rache gekommen und bringt ihren antriebslosen Vater dazu, nur so zu tun, als ob er die Schleiferlbahn nun doch baue - und mit der nie fertig werdenden Bahn den Berny zu bis auf die Knochen zu blamieren.

Wie vieles andere auch so aussieht oder so getan wird, wie's eigentlich nicht sein soll: Gustl pussiert mit der Sägewerksbesitzerin Cilly (Irmi Estner), um seinen eigentlichen Schwarm, die Störnäherin "Nerverl" (Anna Hausstetter) eifersüchtig zu machen, und der Holzhändler Xare (Rupert Wagner) probiert's mit Blumen beim Nerverl, obwohl er doch die Cilly will, die ihrerseits den Ferdl recht handgreiflich zu einer Ehe zu drängen versucht.

Nur die Schaustellerin Thea und der Zimmermeister Ferdl streben, so gesehen, gradlinig aufeinander zu, wie auch Cosima wieder zu ihrem Berny findet, freilich nicht ohne verschiedene Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt zu haben. Am heiteren Ende gab's vier verliebte Pärchen, vier tollpatschige Zimmerergesellen und natürlich einen erleichterten Spielleiter Markus Auer.

Weitere Aufführungen am Samstag und Sonntag

Die Rohrdorfer Theatermusik rundete den gelungenen Abend mit feinen Landlern und Polkas ab. Weitere Vorstellungen am Samstag, 5., Sonntag, 6., Samstag, 12. und Sonntag, 13. April, jeweils um 20 Uhr in der Turner-Hölzl-Halle in Rohrdorf. glo

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