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Neugestaltung des Dorfplatzes

Achenmühle bekommt einen Platz zum Verweilen und Feiern

Parkplatz statt Dorfplatz: Das soll sich ändern, Achenmühle soll eine schönere Ortsmitte bekommen. Ein Zentrum mit Aufenthaltsqualität.
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Parkplatz statt Dorfplatz: Das soll sich ändern, Achenmühle soll eine schönere Ortsmitte bekommen. Ein Zentrum mit Aufenthaltsqualität.
  • VonJohannes Thomae
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Man kennt das Phänomen vom Einkaufen her: Nachdem man gefühlt zwanzig Paar Schuhe anprobiert hat, nimmt man doch die, die einem gleich am Anfang recht gut gefallen haben. Ähnlich ist es bei der Umgestaltung des Dorfplatzes in Achenmühle.

Rohrdorf – Der aktuelle Stand ist der, dass man wieder zur einer bereits ursprünglich favorisierten Variante mit einem kleinen zusätzlichen kioskähnlichem Gebäude zurückgekehrt ist.

Argument statt Bauchgefühl

Dennoch: Die vergangenen zwei Jahre der Planung mit zahllosen Gesprächen zwischen Vereinen, Bürgern, Verwaltung und Planern waren alles andere als umsonst. Denn die jetzige Entscheidung, die der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung traf, ist nun kein Bauchgefühl mehr, sondern wohlfundiert. Bei der Sitzung nämlich hatte das Planerteam – Philipp Hutzler und Rupert Schelle – einen vollständig ausgearbeiteten Vorentwurf vorgestellt.

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Kernpunkt: die deutliche Verlängerung des Achenmühler Dorfhauses zum Platz hin, dieser dabei optisch massiv aufgewertet.

Die Aufgabe, die die Planer damit erfüllen wollten, war eine doppelte: Erstens so viel Raum für einen Gastronomiebetrieb zu schaffen, dass man bei dessen Auswahl nicht aus Platzgründen eingeschränkt wäre. Zweitens den eigentlichen Dorfplatz freizuhalten und so zu gestalten, dass dort nicht nur Sitzen und Verweilen, sondern darüber hinaus jede Art von Festbetrieb möglich wäre, vom Weihnachtsmarkt bis zum Aufstellen eines Festzeltes.

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Der vorgestellte Entwurf fand bei den Gemeinderäten durchweg Zuspruch, hatte allerdings einen entscheidenden Haken: Seine Kosten waren auf 2,1 Millionen Euro veranschlagt. Eine Höhe, von der auch Bürgermeister Simon Hausstetter (Bürgerblock) überrascht worden war, wie er sagte.

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Die Befürchtung der Gemeinderäte war, dass man hier zunächst viel Geld ausgäbe, um eine Gastronomie zu ermöglichen, nur um am Ende daran zu scheitern, dass sich auf Dauer kein entsprechender Pächter finden ließe. Man habe, so sagte zum Beispiel Maria Haimmerer (CSU), ja bereits bei der Gaststätte im Turner Hölzl entsprechende Erfahrungen gemacht und Petra Scholz-Gigler (Bürgerblock) ergänzte, es sei einfach nicht die Aufgabe der Gemeinde, große Gastronomieflächen vorzuhalten.

Diese Befürchtungen konnten auch durch die Vorstellung zweier Pachtkandidaten nicht völlig ausgeräumt werden, von denen der eine ein durchaus schlüssiges Konzept für ein Tagescafé vorstellte.

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Mit ins Gewicht fiel auch die Veränderung des bestehenden Dorfhaus-Gebäudes. Die Planer hatten die deutliche Vergrößerung auch damit begründet, dass es so eher eine Aufgabe als ein Ortsmittelpunkt von Achenmühle erfüllen könne. Der Entwurf wurde auch durchweg als gelungen empfunden. Markus Unterseher (FWG) konnte von den Achenmühler Vereinen berichten, dass der Entwurf dort Anklang fände, wenn auch mit der kleinen Einschränkung, dass die Vereine befürchteten, durch den großen Gastronomieanbau etwas in den Hintergrund zu rücken.

Bürgermeister ergriff die Initiative

Die Frage war, ob es für das „große Dorfhaus“ denn überhaupt eine taugliche Alternative gäbe.

Um das herauszufinden, hatte Bürgermeister Simon Hausstetter kurzfristig eine Entwurfsskizze samt Kostenschätzung beauftragt und zwar für einen externen kleinen Pavillon. Damit sollte ausgelotet werden, ob – und um wie viel – man bei einer solchen Lösung günstiger wegkäme. Dem war in der Tat so, denn für den Pavillon waren geschätzte 300 000 Euro an Baukosten angegeben, während der Anbau auf weit über 700 000 Euro veranschlagt war.

Zudem hatte die zweite Pachtkandidatin, die sich an diesem Abend dem Gemeinderat vorstellte, deutlich gemacht, dass für sie ein Art Kiosk, also eine Straßenverkaufsmöglichkeit für Eis und Kuchen durchaus ausreiche. Allerdings blieb ein Problem: Die Frage, wo auf dem Platz ein solcher „Kiosk“ aufgestellt werden sollte.

Platz für Festzeltist kein Muss

Diese Schwierigkeit war ja auch mit ein Grund gewesen, warum die Planer die Pavillonidee am Ende verworfen hatten und zur Lösung der Erweiterung des Dorfhauses gekommen waren. Der externe Bau war nirgendwo vernünftig unterzubringen, wenn gleichzeitig die Forderung nach der möglichen Aufstellung eines Festzeltes erfüllt werden sollte. Unterseher meinte dazu jedoch, dass sei keine absolute Forderung der Achenmühler mehr, wenn sich jetzt zeige, dass das Ziel eines vergleichsweise günstigen Baus ohne Gastronomierisiko mit dem Festzeltwunsch nicht vereinbar sei.

Kosten bei 1,2 Millionen gedeckelt

Der einstimmige Beschluss des Gemeinderates deshalb: Die vorgestellte Platzgestaltung soll beibehalten werden, der Anbau aber gestrichen. Stattdessen sind die Planer damit beauftragt, für einen Pavillon eine zum Dorfhaus passende Gestaltung zu finden, die Gesamtkosten sollen dabei bei 1,2 Millionen Euro gedeckelt sein.

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