Zweimal voller Saal beim Advent auf dem Wendelstein - Hälfte des Erlöses für OVB-Weihnachtsaktion

Zum Abschluss ein Geschenk der Natur

Ein Gespann, das für Advent pur garantierte: Lektor Martin Unterrainer (links) und die Waakirchner Sänger.
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Ein Gespann, das für Advent pur garantierte: Lektor Martin Unterrainer (links) und die Waakirchner Sänger.

Brannenburg - Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Mucksmäuserlstad war es beim traditionellen "Advent auf dem Wendelstein", der auch heuer wieder für caritative Zwecke veranstaltet wurde. Eine Bergkulisse, die von einer leichten Schneedecke überzogen war, Kerzenlicht im von der Wirtsfamilie Müller adventlich dekorierten Panorama-Restaurant unterhalb des Gipfels und an beiden Tagen ein bis auf den letzten Platz besetzter Saal - besser hätten die Rahmenbedingungen für die Lesung nicht sein können, deren Reinerlös heuer das erste Mal zur Hälfte der OVB-Weihnachtsaktion zugute kommt.

Martin Unterrainer, der als Lektor die Nachfolge des vor drei Jahren verstorbenen Miesbacher Altlandrats Norbert Kerkel angetreten hat, die Waakirchner Sänger und die Flintsbacher Alphornbläser hatten im besten Einklang ein Programm gewählt, das Heiteres und Besinnliches bot, kombiniert mit Volksweisen, die ein Stück althergebrachte bayerische Adventskultur würdig repräsentierten.

Unterrainer überzeugte nicht nur mit der Auswahl seiner Texte, Gestik, Mimik und Stimmmodulation gaben seinem Vortrag eine besondere Note. Die Klänge der Flintsbacher Alphornbläser, die die Besucher bei der Ankunft am Berg begrüßten, und der Andachtsjodler der Waakirchner zum Abschluss, bei dem so manche Träne floss, bildeten den weiten Bogen des passenden musikalischen Ambientes zu der Veranstaltung, die schon längst ein Geheimtipp für alle ist, die wenigstens kurzzeitig dem Sinn des Advents ein Stück näherkommen wollen. Josef Wagner, der Geschäftsführer der Wendelsteinbahn, hatte in seiner Begrüßung die Diskrepanz zwischen seiner ursprünglichen, auch von der Religion her geprägten Bedeutung und der Realität in der Moderne aufgezeigt. "Es soll eine stade Zeit der Besinnung sein, vielfach wird diese Zeit aber durch besondere Hektik geprägt."

Die Traditionsveranstaltung setzte da für gut eineinhalb Stunden einen bemerkenswerten Kontrapunkt, verwandelte den Berg an zwei Nachmittagen gleichsam in eine Oase der Ruhe und Besinnung, aus der die Besucher beglückt, aber auch ein wenig nachdenklich ins Tal zurückkehrten. In ihren Reihen fanden sich unter anderem auch Brannenburgs Bürgermeister Mathias Lederer, Vorstandsvorsitzender Alfons Maierthaler von der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Geschäftsführer Sebastian Ranner von der Inngas GmbH und der Vorstandssprecher der Auerbräu-Brauerei Rosenheim, Ferdinand Steinacher. Die Brauerei, die Wendelsteinbahn und die Wirtsfamilie Müller bilden das Sponsoren-Trio der Veranstaltung und lieferten damit wieder einmal die Grundlage dafür, dass ein stattlicher Reinerlös für einen guten Zweck zusammenkommt.

Pressesprecherin Claudia Steimle von der Wendelsteinbahn stand jedenfalls die Freude ins Gesicht geschrieben, nicht nur wegen der positiven Resonanz auf die Veranstaltung. Dass die Besucher das aufgestellte Spendenschwein, das zur Anhebung des Erlöses beitragen soll, fleißig fütterten, war für sie ein zusätzlicher Beweis dafür, welchen Stellenwert der Advent auf dem Wendelstein hat. "Wir dürfen uns bestimmt wieder auf eine stattliche vierstellige Summe freuen", prognostizierte Steimle, auch wenn die Endabrechnung noch ein bisschen auf sich warten lässt.

"Das war Advent pur", meinte eine begeisterte Münchnerin bei der Talfahrt mit der Zahnradbahn. Als der Lokomotivführer für eine knappe Minute die Beleuchtung ausstellte und im Dunkel der mittlerweile hereingebrochenen Nacht in der Ferne die Lichter der Landeshauptstadt zu sehen waren, hat die Natur zum Abschied vom Berg den Teilnehmern noch einmal ein besonderes Geschenk gemacht, das man nicht automatisch mit der Eintrittskarte erwerben kann.

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