Abendspaziergang mit einem Uhu: Falkner Franz Ebersberger sorgt in Kiefersfelden für Aufsehen

Sie verbindet eine große Freundschaft: Falkner Franz Ebersberger mit seinem sibirischen Uhu Bubo bubo. hoffmann
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Sie verbindet eine große Freundschaft: Falkner Franz Ebersberger mit seinem sibirischen Uhu Bubo bubo.

Wenn Falkner Franz Ebersberger aus Kiefersfelden mit seinem majestätischen Uhu auf dem Arm die Voliere verlässt und nachts zu einem Spaziergang über die Felder Kiefersfeldens aufbricht, bleibt scheinbar für einen Moment die Welt stehen – der Anblick der beiden einfach nur grandios.

Kiefersfelden – Mit seiner Größe von weit über einem halben Meter, dem in hellen und etwas dunkleren Brauntönen gemusterten feinen Gefieder, den großen Ohren und vor allem dem aufmerksamen Blick aus seinen gelb-orangefarbenen Augen, ist dieser Eulenvogel eine außergewöhnliche Erscheinung und macht ihn unverwechselbar. Hinzu kommt noch seine Spannweite, die im Flug bis zu 170 Zentimeter betragen kann.

Bubo bubo ist äußerst scheu

Von Falkner Ebersberger liebevoll Bubo bubo genannt, mustert der scheue Vogel sehr aufmerksam seine Umwelt, keine noch so kleine Bewegung entgeht ihm und seinen Kopf scheint er nahezu rundum drehen zu können.

Schon in jungen Jahren interessierte sich Franz Ebersberger für die Falknerei, er studierte mangels anderer Gelegenheit zunächst nur die einschlägige Fachliteratur („Der wilde Falk ist mein Gesell“) und brachte sich so autodidaktisch die ersten Grundkenntnisse der Falknerei bei.

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Umsetzen konnte er diese dann bei seinem ersten eigenen Turmfalken, den er „drei Jahre lang flog“, so der Fachterminus. In Rottach-Egern, auf dem „Adlerhorst-Rottach“, absolvierte er sein erstes Praktikum, erlernte dabei so wesentliche Dinge wie das Schneiden des „Geschühs“, das aus weichem Leder ist und der Greifvogel ständig tragen muss, damit man ihn auch auf der behandschuhten Faust tragen kann. Wenig später absolvierte der junge Mann die Falknerprüfung, die ihn zur sogenannten „Beizjagd“ berechtigte.

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Zusammen mit dem erfahrenen Falkner Josef Hiebeler eröffnete er dann im Jahre 1978 auf Schloss „Rosenburg“ im Altmühltal den „Bayerischen Landesjagdfalkenhof“. Doch diese Zeit währte nicht lange, mit der Einberufung zum Wehrdienst war zwar Schluss mit der Berufsfalknerei, doch sie ließ ihn nicht mehr los. Immer wieder zog es den heute 60-jährigen zu den Greifvögeln und vor rund zwölf Jahren war es dann soweit, er konnte über einen erfahrenen und anerkannten Züchter den damals fünf Wochen alten sibirischen Uhu erwerben und in die neu erbaute Voliere überführen.

Mit den erworbenen Kenntnissen als Falkner gelang es Franz Ebersberger schnell, den Uhu zu akklimatisieren und von ihm als Freund und Partner akzeptiert zu werden. Nach geraumer Zeit konnte der Falkner dann im Rahmen der schulischen Ferienprogramme seine Erfahrungen und Fertigkeiten mit den „gefiederten Jägern“ den jungen Menschen näher bringen. Der Blickfang bei seinen Ausführungen war und ist dabei „Bubo bubo“, den er immer mit dabei hat.

Nachtaktives Tier

„Für mich ist es ein großes Bedürfnis, jungen Menschen einen kleinen Einblick in die Welt der gefiederten Jäger in unserer schönen Kulturlandschaft zu ermöglichen und sie zu bewegen, diese auch nachhaltig für die kommenden Generationen zu schützen“. Das Leben des sibirischen Uhus, einem nachtaktiven Tier, bestimmt zunächst einmal die Zeit der Mauser, von Mitte April bis in den August hinein. In dieser Zeit wechselt er sein gesamtes Federkleid. Grundsätzlich sind die Männchen kleiner als die Weibchen und eigentlich verschlafen sie die meiste Zeit des Tages, sie befinden sich „in Ruheposition“, wie das der Falkner nennt.

Nach Einbruch der Dämmerung ändert sich das aber grundlegend. Der Uhr ruft nach seinem Freund und Partner mit den typischen Uhu-Lauten, die bis zu drei Kilometer weit zu hören sind. Auf der Faust des Falkners geht es auf zum Spaziergang. „Die Kontaktpflege ist hierbei sehr wichtig“, weiß Franz Ebersberger.

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Bis zu eineinhalb Stunden dauert die Tour über nahegelegene Wiesen und Felder, bevor der Großvogel dann sein Futter, das nur aus Fleisch besteht, bekommt. Im großen Garten finden auch mehrmals die Woche die spektakulären Flugübungen statt, die für beide, den Vogel und den Falkner, „immer wieder eine große Freude sind“. Danach ist Schluss und der Vogel muss zurück in seine geräumige Voliere, wo er die Nacht verbringt.

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