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AKTUELLES INTERVIEW

„Abbau am Heuberg bleibt sichtbar“

Barbara Schiedermairmöchte, dass das Landratsamt das Thema „Steinbruch Überfilzen“ nochmals prüft.
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Barbara Schiedermairmöchte, dass das Landratsamt das Thema „Steinbruch Überfilzen“ nochmals prüft.

Barbara Schiedermair aus Nußdorf ist seit 2008 als Gemeinderätin für die Gruppierung „Parteifreie Nußdorfer“ im Rat aktiv.

Zusammen mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter hat sie nun die Münchner Rechtsanwaltskanzlei Labbe und Partner beauftragt, ein Schreiben zu verfassen, dass das Landratsamt Rosenheim die Genehmigungen zum „Steinbruch in Überfilzen“ nochmals prüfen soll. Ihre Sorge: Gefahr für Leib und Leben durch herabstürzende Felsen.

Am Steinbruch in Überfilzen soll weiterhin massiv Gestein abgebaut werden. Sie und weitere vier Anwohner wollen sich dagegen wehren. Was wollen Sie erreichen?

Der Brief der Anwälte richtet sich nicht an den Betreiber. Das Zementwerk hat ein nachvollziehbares, wirtschaftliches Interesse am weiteren Abbau. Dieser hat aber in ordentlichem Rahmen zu erfolgen. Wir fordern deshalb über unsere Anwälte das Landratsamt Rosenheim als Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde auf, seiner Aufsichtspflicht nachzukommen und den weiteren Abbau zu stoppen. Denn die gültige Genehmigung weist zu viele Ungereimtheiten und Widersprüche auf.

Haben Sie neue Argumente, denn bisher sind alle juristischen Anläufe ins Leere gegangen?

In den letzten zwei Jahren hat die Gemeinde den verwaltungsrechtlichen Weg geprüft, um den weiteren Abbau in die Höhe zu verhindern. Da alle Möglichkeiten ausgeschöpft waren, blieb den Anwohnern nur noch der Weg, als Betroffene privat tätig zu werden. Es wurden also noch einmal alle Fakten seit 1961 zusammengetragen und juristisch bewertet. Neben der schon beschriebenen Höhenproblematik, der widersprüchlichen Bermenzahl und der nicht gesicherten Erschließung des Steinbruchs fiel auf, dass nur ein geologisches Gutachten von 1960 existiert. Damals war aber gar nicht abzusehen, in welche Höhen der Steinbruch heute greifen würde. Wie berichtet, besteht eine geologische Verbindung zu anderen Felsformationen am Heuberg. Ob deren Stabilität durch den Abbau der Garwand gefährdet ist, muss das Landratsamt geologisch prüfen, um die Anwohner zu schützen.

Der Steinbruch ist nach Meinung vieler Nußdorfer ein „greisliches Loch“. Wie sehen Sie das?

Wir sehen das genauso. Die Sichtschutzwand, die laut Zusagen den Blick auf den Steinbruch verbergen sollte, wird nun beim weiteren Abbau weit überschritten. Unserer Meinung nach geschieht dies genehmigungswidrig. Nußdorf ist ein Fremdenverkehrsort, prämiert mit der Goldmedaille im europäischen Wettbewerb Entente florale, der Heuberg ist unser Hausberg. Von weit im Norden ist der nun erweiterte Abbau zu sehen und wahrlich kein schöner Anblick. Besonders schmerzt, dass diese „Wunde“ im Berg bleibt. Den Anwohnern steht zusätzlich die Zunahme durch die mit dem Abbau verbundene Lärm-, Staub- und Verkehrsbelastung bevor.

Interview: Sigrid Knothe