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Mit Haschisch gehandelt

25-jähriger Drogendealer aus Brannenburg: So lange muss er ins Gefängnis

Weil ein 25-jähriger Kellner aus Brannenburg mit Haschisch gehandelt hat, musste er sich nun vor dem Rosenheimer Schöffengericht verantworten.
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Weil ein 25-jähriger Kellner aus Brannenburg mit Haschisch gehandelt hat, musste er sich nun vor dem Rosenheimer Schöffengericht verantworten. (Symbolbild)
  • VonTheo Auer
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Ein 25-jähriger Drogendealer musste sich vor dem Rosenheimer Schöffengericht verantworten. Er soll insgesamt mehrere Kilogramm Haschisch unter die Leute gebracht haben. Dass der Angeklagte geständig war, half ihm nur bedingt.

Brannenburg – Ein 25-jähriger Kellner aus Brannenburg stand bereits im August diesen Jahres wegen unerlaubtem Import von Softair-Waffen vor dem Amtsgericht. (Wir berichteten) Das Verfahren wurde gegen ihn eingestellt, weil eine weitaus schwerwiegendere Anklage gegen ihn im Raume stand, die nun das Rosenheimer Schöffengericht verhandelte.

In mehreren Fällen soll der Angeklagte, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, mit Haschisch gehandelt haben. Dabei verkaufte er angeblich insgesamt mehreren Kilogramm Drogen. Besonders stieß sich die Staatsanwältin daran, dass er dabei recht hartnäckig gewesen sei.

Mit Haschisch gedealt

Bereits im November 2020 habe bei dem Dealer eine Hausdurchsuchung stattgefunden, bei der etliches an Marihuana aufgefunden worden war. Das hatte ihn aber nicht abgehalten über etwa eineinhalb Jahre weiter lebhaft Haschisch zu verkaufen. Nicht zuletzt, um die eigene Sucht zu finanzieren.

Die Beamten fanden in der Wohnung des Angeklagten relativ wenig Drogen. Dies hatte seine Ursache darin, dass er einen jugendlichen Freund dazu benutzte seine Ware zu verstecken.

Eine Nachbarin meldete bei der Polizei einen regen Kundenverkehr bei dem Angeklagten im Januar 2022, sodass der 25-Jährige erneut in das Visier der Drogenfahnder geriet. Auch das Versteck bei dessen Freund wurde offenbart. Der junge Freund unterrichtete die Polizei umfassend über die kriminellen Tätigkeiten des Angeklagten. Nicht unerheblich gefördert durch die Aussicht auf eigene Strafmilderung aufgrund des Kronzeugenparagrafen 31 im Betäubungsmittelgesetz.

Auch der Großhändler flog deswegen auf und wartet nun im Gefängnis auf seine eigene Verhandlung.

Angeklagter war geständig

Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Markus Frank erklärte im Namen seines Mandanten, dass dieser grundsätzlich geständig sei. Jedoch seien die Größenordnungen durch den Belastungszeugen wohl übertrieben dargestellt. Zumal dieser dabei wohl fiktive Rückschlüsse gezogen habe. Des Weiteren habe sein Mandant mindestens 50 Prozent der erhaltenen Drogen nicht weiterverkauft, sondern selber konsumiert.

Der forensisch psychiatrische Gutachter Dr. Franz-Xaver Obermaier erklärte, dass von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit keine Rede sein könne. Das vorgestellte Haargutachten bestätigte die Angabe des Anwalts, dass der Angeklagten einen sehr hohen Eigenkonsum gehabt habe.

Therapie ist eine Option

Zudem bestand der Gutachter auf eine geschlossene Therapiemaßnahme. Diese müsse jedoch nicht im Maßregelvollzug getätigt werden. Vielmehr sei eine betreute Therapie im Anschluss an eine mögliche Strafhaft vorzuziehen.

In einem Rechtsgespräch einigten sich Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidiger auf einen Strafrahmen von bis zu drei Jahren, an den eine vorzeitige Therapie nach Paragraf 35 Strafgesetzbuch angeschlossen werden könne.

Die Staatsanwältin erkannte zwar einerseits das Geständnis an, beklagte aber die Hartnäckigkeit, mit welcher der Angeklagte trotz der ersten Hausdurchsuchung dieses verbrecherische Geschäft weiterführte. Sie beantragte eine Haftstrafe von drei Jahren.

Der Verteidiger stellte nochmals den hohen Wert des Geständnisses heraus, ohne das eine letztliche Beweisführung schwierig gewesen und die Verfahrensdauer weiter in die Länge gezogen worden wäre. Er beantragte, auch angesichts der langen Untersuchungshaft, eine Strafhaft von zwei Jahren und sechs Monaten und bat darum die vorzeitige Therapie vom Gericht im Protokoll zu bestätigen.

Geld muss zurückgezahlt werden

Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Matthias Knoblauch entschied sich für eine Strafdauer von zwei Jahren und neun Monaten und empfahl eine anschließende Therapie. Die vorzeitige Entlassung in einer Therapie verlangt allerdings zwingend einen Therapieerfolg. Ansonsten muss der Angeklagte den kompletten Strafrest absitzen. Darüber hinaus muss er alle Erträge aus seinem Drogenhandel an den Staat zurückzahlen. Denn niemand darf – entsprechend Paragraf 73 Strafgesetzbuch – aus illegalen Geschäften Nutzen ziehen.

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