2017 Finanzlage wieder entspannter

Positive Zahlen vermeldete Kämmerer Roland Berndl bei der Bürgerversammlung. Allerdings ist aufgrund der Rekord-Einnahme bei der Gewerbesteuer 2014 für nächstes Jahr mit einem enormen Anstieg der Kreisumlage sowie eventuell mit einem kompletten Wegfall der Schlüsselzuweisung zu rechnen.

Brannenburg – „Bereits 2017 wird sich die Situation aber wieder entspannen, auch in Hinblick auf zusätzlich erwartete Gewerbesteuereinnahmen – der Haushalt kann also mittelfristig weiterhin als stabil bezeichnet werden“, erläuterte Berndl.

Bei den Einnahmen im Verwaltungshaushalt hat sich die Gewerbesteuer heuer nach dem einmaligen Rekordergebnis von über drei Millionen Euro im letzten Jahr auf einem hohen Stand eingependelt: Das aktuelle Rechnungsergebnis liegt hier bei 2,3 Millionen Euro. Größte Einnahme der Gemeinde war wieder der Anteil an der Einkommensteuer in Höhe von 2,84 Millionen Euro, zudem lag die staatliche Schlüsselzuweisung bei 656 000 Euro. „Die endgültige Steuerkraftzahl je Einwohner beträgt 778,11 Euro und liegt somit erstmals seit Jahren über dem Durchschnitt im Landkreis Rosenheim mit 756,37 Euro“, unterstrich Kämmerer Berndl.

Größter Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt war heuer die um 211 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Kreisumlage mit 2,48 Millionen Euro. Für Personalausgaben waren 1,63 Millionen Euro, für Verwaltungs- und Betriebsaufwand 1,3 Millionen Euro und für Zuweisungen an soziale Einrichtungen 982 300 Euro, darunter 709 300 Euro an Kindertageseinrichtungen, zu zahlen. An den Schulverband war für 251 Schüler eine Betriebskostenumlage von 476 900 Euro zu leisten (1900 Euro pro Schüler), der Abwasserzweckverband erhielt für die Betriebs- und Unterhaltskosten der Verbandskläranlage eine Umlage in Höhe von 427 700 Euro und eine Investitionsumlage von 49 100 Euro, so Berndl: „Trotzdem werden auch heuer wieder mindestens 719 700 Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt.“

Gegenfinanzierung mit Zuweisungen

Im Vermögenshaushalt lag der Planungsansatz heuer bei 9,87 Millionen Euro, wovon 6,41 Millionen Euro für Baumaßnahmen und 2,85 Millionen Euro für Zuweisungen für Investitionen veranschlagt wurden. Zur Gegenfinanzierung setzte die Gemeinde unter anderem auf staatliche Zuweisungen in Höhe von 1,03 Millionen Euro, einer Zuführung vom Verwaltungshaushalt sowie einer Rücklageentnahme in Höhe von 3 478 700 Euro, die laut Berndl heuer aller Vo raussicht nach nicht annähernd benötigt wird. Zum Jahresanfang 2015 lag der Rücklagenstand bei 4,28 Millionen Euro. Aufgrund der stabilen Haushaltslage und dem günstigen Zinsstand genehmigte das Landratsamt eine Kreditaufnahme von vier Millionen Euro. Bei einem Abruf der vollen Kreditsumme würde sich der gemeindliche Schuldenstand wie folgt entwickeln: Von 446 052 Euro zum Jahresanfang würde der Schuldenstand bis Jahresende auf 4 364 252 Euro steigen. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 763,11 Euro (Landesdurchschnitt 770 Euro), gerechnet ohne angeschlossene Verbände. Rechnet man Schulverband und Abwasserzweckverband hinzu, steigt der Schuldenstand allerdings pro Kopf auf 1328,54 Euro. Berndl betonte: „Für den mittelfristigen Abbau dieser Belastung spielt die Sportanlage Tannerhut eine immens wichtige Rolle. Nach Umzug des TSV in den neuen Sportpark soll der alte Sportplatz überplant und verwertet werden. Dann können Schulden kontinuierlich getilgt werden.“

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