2000 Unterschriften für Barrierefreiheit

Claudia Werner, die Wirtin der Bahnhofsgaststätte in Oberaudorf, hat 2000 Unterschriften gesammelt, die sie Helmut Zöpfel, dem Leiter des Bahnhofsmanagements Oberbayern bei der Deutschen Bahn, überreichte. Foto gruber
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Claudia Werner, die Wirtin der Bahnhofsgaststätte in Oberaudorf, hat 2000 Unterschriften gesammelt, die sie Helmut Zöpfel, dem Leiter des Bahnhofsmanagements Oberbayern bei der Deutschen Bahn, überreichte. Foto gruber

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil soll jetzt persönlich mit der unerträglichen Situation am Oberaudorfer Bahnhof für Menschen konfrontiert werden, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Bürgermeister Hubert Wildgruber kündigte an, dass ein Protestschreiben mit der Gesamtargumentation an höchste Stelle gesandt werden soll.

Oberaudorf - Der Inhalt ist eindeutig: Oberaudorf braucht einen barrierefreien Bahnhof. Diesen Wunsch belegen auch 2000 Unterschriften, die Helmut Zöpfel, dem Leiter des Bahnhofmanagements Oberbayern, überreicht wurden.

Schon im Mai machte der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK Rosenheim) mit einer Protestaktion am Oberaudorfer Bahnhof auf die unhaltbare Situation für Menschen aufmerksam, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind (wir berichteten). BSK-Bereichsleiter Peter Hartwig betonte damals, es gehe nicht an, dass der Oberaudorfer Bahnhof als einziger Bahnhof im bayerischen Inntal nicht behindertengerecht gestaltet sei. Dies bedeute eine Diskriminierung aller Oberaudorfer und Mühlbacher Bürger und auch der Gäste. Der Leiter des Bahnhofmanagements, Helmut Zöpfel, erläuterte in einem kurzen Pressegespräch die Zuständigkeiten im Bereich der Bahn. Die Bahn sei ein Auftragnehmer, benötige also einen Auftraggeber - von welcher Seite auch immer. Zöpfel ging auch auf die sogenannte 1000-Regelung ein, die besagt, dass es 1000 Ein- und Aussteiger an einem Bahnhof brauche, um ihn barrierefrei ausbauen zu können. Diese Zahl werde in Oberaudorf nicht erreicht, so der Bahnvertreter. Er verwies darauf, dass diese Regelung von der Politik gemacht worden sei.

Thematisiert wurde auch die Frage der Finanzierung. Hier betonte Zöpfel, dass es im Bereich der Geldervergabe auch ein gewisses Ranking gebe. Vorstellbar sei durchaus, dass Privatpersonen den barrierefreien Ausbau bezahlten. Grundsätzlich war Zöpfel der Meinung, dass er der falsche Ansprechpartner sei.

Mit 2000 Unterschriften, die er von "Notbremse"-Wirtin Claudia Werner überreicht bekam, werde er aber in der Diskussion mit anderen Gremien hinsichtlich eines möglichen barrierefreien Ausbaus des Bahnhofs "wuchern", wie er versprach.

Die Gesamtargumentation in Sachen Bahnhof Oberaudorf werde in Kürze der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil auf dem Tisch haben, so Bürgermeister Hubert Wildgruber kämpferisch. Er verwies auf die vielen Gespräche mit jeweils wechselnden Bahnvertretern in der Vergangenheit. Wildgruber prangerte mit harschen Worten den massiven Rückgang an Serviceleistungen bei der Bahn an. Man müsse bedenken: "Die Bahn befördert ihre Kunden - und nicht der Bürgermeister oder der Gemeinderat."

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