Zwei Holzhäuser für 80 Asylbewerber

Zwei Holzhäuser in modularer Bauweise und ein Begegnungspavillon bilden in Halfing eine hochmoderne Flüchtlingsunterkunft.Aicher Holzhaus
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Zwei Holzhäuser in modularer Bauweise und ein Begegnungspavillon bilden in Halfing eine hochmoderne Flüchtlingsunterkunft.Aicher Holzhaus

Der Landesinnungsmeister der Zimmerer, Peter Aicher, geht mit gutem Beispiel voran: In Halfing, wo sein Familienunternehmen beheimatet ist, baut er ein Flüchtlingsheim – wie es sich für ein Holzbauunternehmen gehört aus dem nachwachsenden Rohstoff. Die modulare Bauweise ermöglicht die Weiterverwendung, sollte es in den nächsten Jahren mal wieder vorbei sein mit der Notwendigkeit, Wohnraum für Flüchtlinge schaffen zu müssen.

Halfing– Sporthallen und Container: Das sind die üblichen Wege, wenn es gilt, größere Unterkünfte für Asylbewerber zu schaffen. In Halfing wird jedoch neu gebaut: Gestern tätigten Peter Aicher und Bürgermeister Peter Böck den ersten Spatenstich für zwei Holzhäuser, die gut 80 Flüchtlingen Wohnraum bieten werden. Im Frühjahr/Sommer sollen sie bereits einziehen können.

In den beiden Gebäuden werden 21 in sich abgeschlossene Wohnungen entstehen. Sie sind jeweils durch einen separaten Eingang zugänglich. Die Obergeschosse werden durch einen Laubengang erschlossen. Jede Wohnung bietet Platz für vier Personen, verfügt über eine Wohnküche, ein Badezimmer und zwei Schlafzimmer. In die Anlage werden ein Wasch- sowie ein Gemeinschaftsraum für Schulungen und Begegnungen integriert. Den Heizwärmebedarf deckt eine Pelletsheizung in einem Nebengebäude. Die Tafelbauweise sorgt für niedrige Energiekosten, berichtete Aicher beim Spatenstich.

Später können die beiden Holzhäuser in Sozialwohnungen umgewandelt werden –  oder sogar aufgrund der Tatsache, dass sie auf Streifenfundamenten stehen, schnell ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden, erläuterte der Bauherr gestern. Betreiber der Unterkunft ist die Firma Mapa, die die Wohnungen an das Landratsamt Rosenheim vermieten wird.

Bürgermeister Peter Böck charakterisierte das Vorhaben gestern als architektonisch „gefällig“. Natürlich müsse festgestellt werden, dass die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen, verteilt im Dorf auf mehrere Wohnungen und Einzelstandorte, die optimale Lösung darstelle. Doch es gelte, angesichts der Unterkunftsnot auch größeren Anlagen, wenn sie so wie das Bauvorhaben der Firma Aicher auf einem „guten Konzept“ basieren würden, nicht den Weg zu versperren.

Der erste Standort in direkter Nachbarschaft des Halfinger Kinderhauses war, wie berichtet, aus baurechtlichen Gründen gescheitert. Er lag in einer Flutmulde. Gegen den Bau an dieser Stelle hatte auch eine Bürgerinitiative Unterschriften gesammelt. Der jetzige Standort am Rande des Gewerbegebietes war genehmigungsfähig.

Halfing hatte bisher noch keine Flüchtlinge aufnehmen können. Am Mittwoch ziehen die ersten 15 Personen ein. Es sind drei afghanische Familien mit neun Kindern, teilte Bürgermeister Böck gestern mit. Sie erhalten eine Unterkunft in einem ehemaligen Gasthof in Grafing.

MIttwoch erwartet Halfing die ersten 15 Flüchtlinge

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