Starkes Bier, Derblecken und Musik

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Beim Obinger Starkbierfest im Gasthof „Zur Post“ derbleckte das Duo „Ebbs und Nix“ die örtliche Prominenz. Musik mit „Wow-Effekt“ gab es vom „Postamt-Trio“ und den „Siblingern“.

Obing – Obing im Festjahr – und die Politprominenz glänzte beim Starkbierfest mit Abwesenheit. Einzig Bürgermeister Sepp Huber und Stellvertreter Richard Mitterer hielten die Fahnen der Gemeindevertreter hoch. Wirt John Gonzalves bedauerte, dass sich nicht ein einziger Gemeinderat zum traditionellen „Derblecken“ eingefunden hatte.

Der guten Stimmung tat dies aber keinen Abbruch, denn „Ebbs und Nix“ stürzten sich in ihren „Obinger Lokalnachrichten“ humorvoll auf kursierende Geschichten und Gerüchte und hatten vor allem die 1300-Jahr-Feier im Blick, die mit einem prächtigen Galafeuerwerk an Silvester eingeläutet werden sollte. Große Vorankündigung und Einladung an alle Bürger habe eine Veranstaltung zaubern wollen, an die noch viele Generationen mit glänzenden Augen denken sollten. Die glorreiche Idee der kommunalen Sparfüchse, dass jeder Besucher seine Böller selber mitbringen solle, um so die Kosten für das Feuerwerk zu minimieren, sei dann aber gründlich danebengegangen. Am Ende sei das grandiose Feuerwerk eher ein kindgerechtes Tischfeuerwerk mit Brummhummeln und Schweizer Krachern gewesen, dessen musikalische Untermalung eher zum Staatsbegräbnis eines Ministerpräsidenten gepasst hätte. „Wenn des ganze Festjahr so lustig wird, dann Habe de Ehre!“

Vielleicht könne der Obinger See im Festjahr punkten, fanden „Ebbs und Nix“. Seit die Gemeinde die Instandhaltung des Seeufers in ihre bewährten Hände genommen habe, sei der See von der Pfaffinger Seite aus nur noch von exponierten Lagen wie Hausdächern, Balkonen oder Jägerhochsitzen aus zu sehen, weil er mit Schilf so zugewachsen sei. Auf Nachfrage, warum hier keine Abhilfe geschaffen werde, habe die Gemeinde erklärt, dass man übersehen habe, dem Schilf Herr zu werden und jetzt den Seerundweg nicht mehr finde. Extratipp von „Ebbs und Nix“: Einfach mit Metalldetektoren der „Alteisenkunstmeile“ folgen.

Viel Kurioses beim Derblecken

Ein kurioser Zwischenfall habe sich mit einem Gemeindearbeiter ereignet, der mit seinem bis an die Grenzen getunten und nicht ganz den Straßenverkehrsregeln entsprechenden Hochleistungs-Aufsitzmäher mit Tempo 10 km/h von der Polizei gestoppt worden sei. Die Gesetzeshüter hätten beanstandet, dass der Gemeindediener mit seinem Gefährt ohne Helm unterwegs gewesen sei und andere Verkehrsteilnehmer behindert habe. Außerdem sei der Zwei-Halbe Bierhalter mit Frischeiswand und Kronkorken-Öffner ohne TÜV-Plakette – und auch die Kühlbox mit Expandersicherung und angeschweißtem Sonnenschirmhalter entspreche nicht den Vorschriften. Laut unbestätigten Meldungen habe das Strafmaß drei Kasten Helles und 16 Leberkäsesemmeln betragen. Außerdem müsse der Rasenmäher mit streiflicher Rot-Weiß-Kennzeichnung der Fahrzeugbreite, blinkenden Abstandhaltern und Rundumleuchte mit Heulton nachgerüstet werden. „Alles machbar“, fanden „Ebbs und Nix“, aber der Gemeindemitarbeiter sei aufgrund der Ungeheuerlichkeit des Geschehens halt immer noch traumatisiert.

Interessant sei auch das neue Modell der katholischen Kirchengemeinden „Rent a priest“. Nach Abkommandierung von Pfarrer Klein solle nun Pater Sebastian aus Indien die hinterlassene Lücke vorübergehend schließen. Dann müsse man schauen, wer als nächster komme. In der vorhandenen internationalen Priesterkartei gäbe es auch Hipp-Hop- und Heavy-Metal-Modelle. Jedenfalls sei Obing multikulturell: „Amerikanischer Wirt, indischer Pfarrer und Ilzhamer Bürgermeister.“ Wobei letzterer noch nicht so richtig im Amt angekommen sei, fanden „Ebbs und Nix“. „Er raucht nicht, er säuft nicht und er hat keinen Bauch“ – das mindere die Chancen einer Wiederwahl deutlich.

Doch auch Gewerbegebiet, Straßenbau und Dorfentwicklung wurden von dem Komikerduo beleuchtet. Ob und wann das neue Obinger Gewerbegebiet komme, stehe in den Sternen – sehr zur Freude der umliegenden Gemeinden, die die expandierenden Firmen gerne aufnähmen.

Neue Wege gehe Obing auch in punkto Straßensanierung. Passend zum Vorhaben der Gartler, mit 60 Blumenkästen die Ortschaft in ein „tropical Island“ zu verwandeln, sollen nun auch die Schlaglöcher in der Bundesstraße mit Blumen und Bäumen bepflanzt werden. Darüber hinaus solle ein Vogelparadies entstehen, vermeldeten „Ebbs und Nix“: „Seltsame Vögel gibt es genug in Obing.“

Mit einem Augenzwinkern nahm das Duo die „Großkopferten“ in den Obinger Lokalnachrichten humorvoll auf den Arm und ließ die Derbleckten am Ende glimpflich davonkommen.

Musikalisch sorgte das Postamt Trio für beste Unterhaltung. Andi, Franzi und Markus verstanden es einmal mehr, die Stimmung der Besucher aufzunehmen und im munteren Instrumentenwechsel in ihr Programm einfließen zu lassen.

Für einen „Wow-Effekt“ der Extraklasse sorgten dann aber die „Siblinger“ – das kongeniale Geschwister-Quartett mit Andi und Markus Hundseder und Wolfi und Moni Kinzner. „Die waren der Hammer“, fanden viele der Besucher, die von der beeindruckenden Darbietung des Queens-Klassikers Bohemian Rhapsody und „I will follow him“ aus Sister Act begeistert waren.

STARKES BIER, DERBLECKEN UND MUSIK

STARKBIERFEST OBING

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