Wer zu schnell ist, muss künftig zahlen

Weil sich viele nicht an die Geschwindigkeitsvorgaben halten, wird künftig in der Gemeinde Eggstätt der fließende Verkehr durch den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit kontrolliert.
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Weil sich viele nicht an die Geschwindigkeitsvorgaben halten, wird künftig in der Gemeinde Eggstätt der fließende Verkehr durch den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit kontrolliert.

Eggstätt. – Vor knapp zwei Jahren hatte sich der Eggstätter Gemeinderat mit großer Mehrheit gegen eine Überwachung des fließenden Verkehrs durch den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit (KVS) ausgesprochen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung zeigte sich ein Umdenken. Mit einer Gegenstimme votierten die Ratsmitglieder für eine Geschwindigkeitsüberwachung.

Auch Einheimischezu schnell unterwegs

Schon seit einigen Jahren ist die Hartseegemeinde Mitglied beim KVS mit Sitz in Bad Tölz, bislang allerdings gingen die Ordnungshüter nur gegen Falschparker vor. In der jüngsten Sitzung nun erklärte Bürgermeister Christian Glas (FB), dass sich nach wie vor Bürger über Raser im Ort bei der Verwaltung beschwerten. Seien es die Hauptstraßen oder die Nebenstraßen oder quer durch die vielen kleineren Ortsteile, an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hielten sich nicht alle, so Glas. Deswegen plädiere er für eine Erweiterung der Mitgliedschaft in der KVS auf eine Überwachung des fließenden Verkehrs.

Auf Nachfragen Kajetan Hubers (FB) erklärte Glas, dass sich die Kosten der erweiterten Mitgliedschaft und die Einnahmen durch die Verkehrsüberwachung egalisierten. Dass sich das Gremium bislang gegen eine Geschwindigkeitsüberwachung ausgesprochen habe, sei dem Umstand geschuldet, dass viele Gemeindebürger selbst davon betroffen seien und beim Zu- schnell-Fahren erwischt werden könnten.

Gerhard Eder (ÜWG) hakte bei den Geschwindigkeitsmessgeräten nach. Die Gemeinde habe „zwei zusätzliche Taferl“ angeschafft, so Glas, die die Fahrer disziplinieren sollen. Es habe sich gezeigt, dass die gemessene Geschwindigkeit bei einigen Autofahrern noch immer zu hoch sei. „Es geht also nur über den Geldbeutel“, schlussfolgerte er. Markus Löw (FB) erkundigte sich, ob die Messgeräte ausgewertet würden, was Glas bejahte. Zur nächsten Sitzung werde die Verwaltung eine Tabelle mit Standorten und jeweils gemessenen Geschwindigkeiten mitbringen, versprach der Rathauschef. Petra Güra (FB) wollte wissen, ob die Verkehrsüberwachung zeitlich begrenzt werden könne, was Glas ebenfalls bejahte.

Gegen die Stimme von Bene Langl (CSU) votierten alle übrigen Gemeinderäte für eine Ausweitung der Verkehrsüberwachung. elk

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