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Problem liegt im Baurecht

Aus für „Tiny House Garden“-Idee: Vorerst keine Erweiterung des Feriendorfs Sachrang

Mitten im Grünen und mit Bergblick: Auf diesem Grundstück nahe des Naturdorfes Sachrang sollte ein „Tiny House Garden“ für Urlauber entstehen. Doch die Pläne liegen vorerst auf Eis.
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Mitten im Grünen und mit Bergblick: Auf diesem Grundstück nahe des Naturdorfes Sachrang sollte ein „Tiny House Garden“ für Urlauber entstehen. Doch die Pläne liegen vorerst auf Eis.
  • Tina Blum
    vonTina Blum
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Ein eigenes Dorf im Grünen und mit Bergblick nur zum Urlaub machen – es könnte so schön sein. Doch es rumort im Naturdorf Sachrang. Neben dem Vorwurf, die Eigentümer würden die Wohnungen lieber für sich selbst nutzen, statt zu vermieten, gab es Gerüchte um eine Erweiterung der Anlage.

Sachrang – Tiny Houses, die Zukunft des komfortablen Campings, ein Konzept, das die Herzen zahlreicher Touristikunternehmer höherschlagen lässt, sollten die Ferienanlage ergänzen. Doch die Pläne sind gescheitert.

Grundstück wurde im August besichtigt

Einer, bei dem die Alarmglocken losgingen, als er von dem Vorhaben hörte, ist Café-Betreiber Alois Breckl-Stock. Dass sich etwas anbahnt, hat Breckl-Stock schon im August bemerkt, als drei potenzielle Investoren das Grundstück nahe der Ferienhaus-Anlage besichtigten und ihm von der Idee mit den Mini-Häusern berichteten. Er und seine Frau betreiben das Café Susal in der ehemaligen Rezeption des Naturdorfes. „Ich hab nichts gegen Tiny Houses. Aber dort schon“, ärgert er sich.

Problem liegt im Baurecht

Denn das Problem liegt für ihn an der Vorgehensweise. Denn, so erläutert er, die Gemeinde müsste laut Breckl-Stock für das Grundstück, auf dem auch die ehemalige Sauna steht, den Bebauungsplan und die damit zusammenhängende Nutzungsabsicht ändern. In einem Gespräch mit dem Bürgermeister sei ihm gesagt worden, man könne eine Grunddienstbarkeit für einen gewissen Zeitraum eintragen lassen und die Tiny Houses dann wieder zurückbauen. „Der veränderte Bebauungsplan eröffnet dann aber den Weg für den Bau weiterer Ferienwohnungen“, meint er. Noch mehr Urlauberdomizile, die dann einen Großteil des Jahres leer stehen, bräuchte es seiner Ansicht nach nicht.

Bebauung und Touristen zerstören die vorhandene Natur

Zudem erhielt der Sachranger ein Infoblatt mit einem möglichen Konzept für den „Tiny House Garden“. Dem kann er auch nicht besonders viel abgewinnen: „Geplant ist die Renaturierung des Grundstücks. Das Grundstück ist bereits renaturiert.“ Eine Bebauung und Touristen zerstörten die vorhandene Natur viel stärker. Erst vor rund drei Wochen sei eine Biologin auf dem Grundstück gewesen. Er habe die Frau angesprochen: „Sie hat gesagt, sie sei von der Gemeinde beauftragt worden, ein Vegetationsgutachten zu erstellen“, erinnert er sich.

Kritik am angestrebten autofreien autofreier Tourismus

Aber Breckl-Stock sieht noch weitere Probleme mit der Beschaffenheit des Grundstücks: Es handle sich um eine Feuchtwiese, wo das sich dort das Wasser sammelt, das von den Bergen kommt. An dieser Stelle Tiny Houses hinzustellen, sei „Schwachsinn“.

Des Weiteren werde geworben, die Tiny Houses bevorzugt an Touristen zu vermieten, die ohne Auto anreisen. „Dann stehen die Leute am Samstagnachmittag in Aschau am Bahnhof. Und dann?“, ärgert sich Breckl-Stock. Der ÖPNV sei nicht ausreichend auf ein solches Konzept ausgelegt. Und auch zum Einkaufen müssten die Gäste einen Kilometer zum nächsten Dorfladen zurücklegen.

In Aschau fehlen rund 800 Hotelbetten

Aschaus Bürgermeister Simon Frank bestätigte auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen, dass die Gemeinde schon seit Längerem auf der Suche nach einem geeigneten Standort für Tiny-Häuser ist. Denn in Aschau fehlen rund 800 Hotelbetten. „Bislang liefen aber nur Vorgespräche“, so Frank.

Auch der Grundstückseigentümer, die Wohnbau Lingenfelder KG, hält sich bedeckt: „Bevor es dazu etwas zu sagen gibt, müssten die Pläne zunächst konkretisiert werden“, so Werner Lingenfelder. Auch zu den Streitigkeiten der Vergangenheit mit Alois Breckl-Stock wollte er sich nicht äußern.

Pläne werden nicht weiterverfolgt

Doch derzeit wird es wohl zu keiner Realisierung der Tiny-House-Anlage kommen. Bauamtsleiter Markus Heinrich teilte mit: „Im Rahmen der internen Kommunikation haben wir uns entschieden, dass das Vorhaben im Naturdorf Sachrang im Moment nicht weiter verfolgt wird.“

Aschau als Hotelstandort

Laut Auskunft des Aschauer Tourist-Chefs Herbert Reiter gibt es im Gemeindegebiet 2282 Betten (Stand 2019) im gewerblichen sowie privaten Bereich. In den vergangenen 20 Jahren sind etwa 800 Betten verloren gegangen. Deshalb gebe es Bestrebungen, so Reiter, mehr gewerbliche Betten (Hotels mit mehr als zehn Betten) zu gewinnen.

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