DIE BEI BERGAUSFLÜGLERN BELIEBTE HÜTTE BLEIBT BIS MINDESTENS 2019 KOMPLETT GESCHLOSSEN

Riesenärger über die Riesenhütte

Plakative Forderung:Wanderer erinnern den DAV daran, sich baldmöglichst an die Generalsanierung der Riesenhütte oberhalb Frasdorfs zu machen. re
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Plakative Forderung:Wanderer erinnern den DAV daran, sich baldmöglichst an die Generalsanierung der Riesenhütte oberhalb Frasdorfs zu machen. re

Seit 2013 ist die bei Bergausflüglern beliebte Riesenhütte bei Frasdorf geschlossen. Eine provisorische Öffnung hatte sich aufgrund der hohen Kosten zerschlagen. Eine Entscheidung, die viele Wanderer nicht nachvollziehen können und den Deutschen Alpenverein jetzt an sein Versprechen erinnerten, die Hütte spätestens 2019 zu sanieren.

Frasdorf – „Mitten in den Chiemgauer Alpen auf einem Plateau mit sanften Bergwiesen und kleinen Almen liegt die kinder- und familienfreundliche Riesenhütte“ – so wirbt der Deutsche Alpenverein (DAV), Sektion Oberland, für die bei Bergausflüglern beliebte Hütte oberhalb Frasdorfs. Der perfekte Ort, um auf seiner Wanderung Kraft zu tanken, regionale Schmankerl zu genießen oder sogar im Bettenlager nachts neue Energie für den nächsten Wandertag zu schöpfen.

Dumm nur, dass die Riesenhütte seit 2013 geschlossen ist und frühestens 2019 wieder für Ausflügler zur Verfügung steht. Eine Information, auf die der DAV selbstverständlich online verweist – die aber für Wanderer und die Gemeinde Frasdorf deshalb nicht akteptabler wird. Bei der jüngsten Hauptalmbegehung zwischen Hochries und Priental mit 1200 Bergwanderen haben daher jetzt zahlreiche Ausflügler die Notwendigkeit der Hütte ins Gedächtnis gerufen und den DAV an sein Versprechen, die Hütte wieder auf Vordermann zu bringen, erinnert.

Seit 2013 ist die Riesenhütte, die unter anderem als Einkehrmöglichkeit bei Wanderungen rund um den Spielberg oder auf den Spitzstein dient, schon geschlossen (wir berichteten). Grund: Die Hütte auf einer Höhe von 1346 Metern muss dringend generalsaniert werden – vom Brandschutz über die Elek trik bis zur Lebensmittelhygiene entspricht dort nichts mehr dem Standard, der einen Betrieb erlauben würde.

Zunächst hatte der DAV darüber nachgedacht, die Hütte bereits in diesem Jahr wieder provisorisch und mit zahlreichen Einschränkungen zu öffnen. Eine Idee, die laut Alpenverein allerdings nicht umsetzbar war. „Bereits für einen provisorischen Betrieb wären umfangreiche, kostenintensive und zeitaufwendige Sofortmaßnahmen“ erforderlich, so die Stellungnahme des DAV. Maßnahmen, die mit einer Kostenhöhe von 1,2 Millionen Euro fast schon die Hälfte der insgesamt veranschlagten Kosten für die Generalsanierung entsprochen hätten. „Darüber hinaus wäre die Hälfte der Kosten verloren, da ein entsprechender Anteil nicht auch im Rahmen der späteren Generalsanierung weiter verwertbar sei“, so der DAV weiter. So sehe sich der Alpenverein „aus Vernunftsgründen“ gezwungen, auch in Hinblick auf die „getreue Verwendung der Mitgliedsbeiträge“, die Riesenhütte voraussichtlich bis 2019, wenn die Generalsanierung anstehe, geschlossen zu halten.

Sehr zum Unmut vieler Wanderer, die sich nicht nur einer praktischen Einkehrmöglichkeit beraubt fühlen, sondern in der Hütte, die nach ihrer Einschätzung mehr und mehr dem Verfall preisgegeben ist, einen Makel für die Region sehen. „Das ist der Schandfleck des DAV – einfach vergammeln lassen sie die Hütte“, echauffierte sich ein Wanderer über den Zustand, während ein anderer der Meinung war, dass die Notwendigkeit der Sanierung hausgemacht sei: „Erst wird jahrzehntelang nichts gemacht und dann sperren sie einfach zu.“

Eindeutiger Beschluss der DAV-Mitglieder

Auch für den Tourismus ist der Zustand wohl nicht gerade hilfreich, wie aus der Tourist-Info in Frasdorf zu hören ist: „Es bleibt zu hoffen, dass der DAV bald Pläne und Vorschläge zu einer Sanierung der Riesenhütte vorlegt, damit dem Versprechen einer Wiederöffnung, möglichst noch 2019, nichts mehr im Wege steht.“ Den Beschluss zur Sanierung hatte der Alpenverein bereits im April getroffen. So wurde laut DAV auf der Mitgliedersammlung beschlossen, sich „dieser millionenschweren Aufgabe zu stellen.“ mw/re

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