Nachruf

Josef Wildner aus Halfing verstorben

Josef Wildner
+
Josef Wildner

Seine letzte Ruhestätte fand der unlängst überraschend verstorbene Halfinger Gastwirt Josef Wildner, weithin bekannt als „Kern Sepp“, am Halfinger Friedhof.

Halfing – Das Licht der Welt erblickte Sepp in Nikles im Sudetenland, wo er auch die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte. Während des Krieges kam er mit seiner Mutter, zwei seiner drei Brüder und den Großeltern nach Hessen. Sein dritter Bruder war wie sein Vater im Krieg.

Nach Kriegsende kam die Familie nach Maierbach in Ramerberg. Etwa 1947 erfolgte der Umzug nach Rosenheim in die Aichersiedlung, wo die Brüder von Sepp arbeiteten. 1949 kam nach der Entlassung aus der Gefangenschaft endlich auch der Vater wieder zur Familie. 1953 begann Sepp eine Malerlehre und war danach bei Firmen in Rosenheim und München beschäftigt. Da er beruflich öfter in Halfing zu tun hatte, lernte er eines Tages im Gasthaus Kern seine spätere Frau Rosemarie kennen.

Die beiden schlossen 1965 den Bund fürs Leben, der Ehe entstammt Tochter Franziska. Die große Freude des Verstorbenen waren die beiden Enkelkinder Julia und Lucas. Kurz nach der Heirat erwarb er mit seiner Frau die Gastwirtschaft von Zeno Kern, dem Bruder seiner Schwiegermutter, die seither erfolgreich im Familienbetrieb geführt wird. Sepp war mit Leib und Seele Wirt. Er war die gute Seele der Wirtschaft und stand seiner Familie mit Rat und Tat zur Seite.

+++ Todesanzeigen finden Sie auf unserem Trauerportal. Weitere Nachrufe aus der Region finden Sie hier. +++

Ein schwerer Schicksalsschlag war für ihn 1988 der frühe Tod seiner geliebten Rosemarie, der ihm viel Lebenskraft nahm. Später lernte er mit Lotti einen weiteren lieben Menschen kennen, die mit ihm viele Jahre durchs Leben ging. Der Kern-Sepp liebte in seiner Freizeit insbesondere das Skifahren, welchem er äußerst erfolgreich nachging. Er war jahrelang und mehrfach Teilnehmer an bayerischen und deutschen Meisterschaften und sein Spitzname „Schussel“ bezeichnete äußerst treffend seinen verwegenen und forschen Fahrstil.

Sepp war als Gastwirt beliebter Herbergsvater vieler Halfinger Ortsvereine, mit denen er ebenso wie mit seinem Stammtisch und vielen Freunden und Stammgästen schöne und gesellige Stunden erlebte. 2006 übergab er seiner Tochter den Gasthof, der seither gemeinsam im Familienbetrieb weitergeführt wird.

Coronabedingt musste die von Pater Paul abgehaltene Beerdigung im engsten Familienkreis stattfinden, sodass die Ortsvereine mit ihren Fahnenabordnungen und die große Schar seiner Freunde den Sepp auf seinem letzten Erdenweg leider nicht begleiten konnten. Die vielen Kranz- und Blumenspenden an seinem Grab zeugen von der Beliebtheit des Verstorbenen.

Mehr zum Thema

Kommentare