Kandidieren, nicht nur schimpfen

Max Neumüller will seinen Heimatort aus den Negativschlagzeilen herausholen und tritt deshalb 2020 als Bürgermeisterkandidat in Aschau an.  re
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Max Neumüller will seinen Heimatort aus den Negativschlagzeilen herausholen und tritt deshalb 2020 als Bürgermeisterkandidat in Aschau an. re

Max Neumüller ist stolzer Aschauer. Eigentlich. Die derzeitigen Zustände in seinem Heimatort gefallen ihm gar nicht. Er will sie ändern. Und kandidiert am 15. März 2020 für das Bürgermeisteramt.

Aschau – „Ich kann ja über den Bürgermeister schimpfen. Aber dann muss ich auch etwas tun“, findet Max Neumüller. Der 54-Jährige empfindet es als unerträglich, „wie unsere Kommunalpolitik immer mehr zur Lachnummer verkommt.“ So dürfe es nicht weitergehen.

Deswegen hat er, gebürtiger Aschauer, fest verwurzelt in der Gemeinde und in den Vereinen, beschlossen, mit einer neuen Gruppierung, der „Bürger-Bewegung Aschau“, in die Kommunalwahl zu gehen. Noch gibt es die Gruppierung nicht, sie soll im Juni entstehen – derzeit ist Neumüller nämlich noch in einer großen Rolle beim Auferstehungsspiel im Einsatz. „Die Bürger-Bewegung soll nicht im Parteiengeplänkel untergehen, ist für alle offen“, so Neumüller im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Neumüller ist verheiratet mit Marianne – gemeinsam waren sie 1986 als Prinzenpaar unterwegs – und hat zwei erwachsene Kinder. „,Ja, des machst!‘, hat meine Frau gesagt“, sagt Neumüller lachend auf die Frage, wie diese auf seine Entscheidung reagiert habe.

Sie wird ihm den Rücken freihalten. Unterstützung kommt auch aus seinem kommunalpolitisch sehr interessierten und diskussionsfreudigen Freundeskreis.

Aschau müsse wieder aus den Negativschlagzeilen kommen, meint Neumüller. „Geheimniskrämereien und Verschleierungen müssen ein Ende haben.“ So dürfe es in Zukunft nicht weitergehen.

„Sachliche, berechenbare und ehrliche Kommunalpolitik muss im Rathaus wieder Einzug halten“. Der mehrheitliche Bürgerwille müsse ohne Wenn und Aber umgesetzt werden.

Neumüller, der seit knapp 25 Jahren beim staatlichen Vermessungsamt in Rosenheim arbeitet, Vorsitzender des Kolpingtheaters und Mitglied bei der Musikkapelle ist, außerdem das Amt des Zweiten Jagdvorstehers innehat, hat festgestellt, dass mehr und mehr Aschauern die Entwicklung des Dorfes, der sich auftuende Graben, nicht gefällt. „Eine vertrauensvolle und besonnene Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister, Gemeindeverwaltung und Gemeinderat muss hier wieder Grundvoraussetzung werden“, so seine Überzeugung. Die ist für seine Begriffe spätestens im Streit um die Sporthalle verloren gegangen.

„Unnötige, voreilige Aktionen, wie in jüngster Zeit die Baumfällung, sind fehl am Platz“, findet Neumüller, der auch in der Baupolitik anderer Auffassung ist als der Amtsinhaber.

„Ich hoffe und glaube, dass ich vielen Aschauern und Sachrangern aus dem Herzen spreche“, so Neumüller. Und er will verhindern, dass der Amtsinhaber „die nächste Wahl womöglich kampflos gewinnt.“ Deswegen die Bürger-Bewegung Aschau, deswegen seine Kandidatur.

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