SAMMLUNG „BANKERL-G‘SCHICHTEN“: INITIATORIN MARION BISCHOFF IM GESPRÄCH

Zum Kaiserschmarrn ins Bankerldorf

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Aschau – Seinem Ruf als Bankerldorf wird die Gemeinde Aschau jetzt auch in Buchform gerecht: Denn seit November ist die Sammlung „Bankerl-G‘schichten“ im Handel erhältlich, die 16 Kurzgeschichten verschiedener Autoren zu den berühmten Aschauer Bankerl enthält.

Wie es zu dem Buchprojekt gekommen und wie innig ihre Beziehung in die Chiemgau-Gemeinde ist, hat die rheinland-pfälzische Autorin Marion Bischoff (38) im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen verraten.

Über 450 Kilometer trennen ihre Heimatgemeinde Clausen und die Gemeinde Aschau: Wie kam es überhaupt zu ihrem Faible für das Bankerldorf?

Angefangen hat alles mit dem Schauspieler Christian Wolff, der in Aschau lebt. Ich wollte einen Fanclub gründen und habe deshalb Kontakt zu ihm aufgenommen. Irgendwann hat er uns dann nach Aschau eingeladen. Und seitdem ist mir dieser Ort und die ganze Region ans Herz gewachsen.

Was begeistert Sie denn so sehr am Bankerldorf Aschau?

Der Ort, aber auch die ganze Region – vom Chiemsee bis zur Kampenwand. Egal ob man wandern will oder Kultur erleben möchte, die Lage ist einfach perfekt. Mittlerweile habe ich dort auch viele Freunde gefunden – daher ist ein Besuch in Aschau für mich immer so, als würde ich nach Hause kommen.

Was sagt Ihr Mann zu Ihrer großen Liebe zu Aschau?

Da mein Mann gerne wandert, musste ich keine große Überzeugungsarbeit leisten. Wir haben sogar unsere Hochzeitsreise nach Aschau gemacht. Denn wir hatten uns beide für die Hochzeitsreise einen Kaiserschmarrn auf einer dortigen Alm gewünscht.

Ihre Liebe zu Aschau hat sich ja bereits in ihrem literarischen Schaffen niedergeschlagen...

Ja, für die Tourist-Info schreibe ich Geschichten über Florian, die Kampendohle, die an der Kampenwand lebt. Das sind lustige Geschichten für Kinder, die aber auch Einblicke ins Leben einer Alpendohle geben.

Seit November gibt es nun weiteren Lesestoff über die Gemeinde Aschau. Ein Buch mit 16 Geschichten verschiedener Autoren, die alle die bekannten Bankerl der Gemeinde aufgreifen. Wie ist das Buch entstanden?

Ich habe, trotz meiner großen Flugangst, vor drei Jahren an einer Schreibwerkstatt in Spanien teilgenommen und mich danach gefragt, warum es so etwas bei uns nicht gibt. Dann haben wir im Frühjahr eine Schreibwerkstatt in Aschau mit verschiedenen Referenten organisiert, die so viel Erfolg hatte, dass sie jetzt jedes Jahr zwei Wochen nach Ostern in Aschau stattfinden soll. Bei der Veranstaltung im April ist uns dann die Idee zur Sammlung „Bankerl-G‘schichten“ gekommen, bei der verschiedene Autoren Kurzgeschichten beigesteuert haben.

Um was drehen sich Ihre Geschichten?

Die erste Geschichte um eine gestresste Geschäftsfrau, die von ihrem Chef nach Aschau geschickt wird und beim Joggen auf einen älteren Mann trifft, der sie sozusagen entschleunigt. Die andere Geschichte handelt von einem jungen Mann, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist und sich nach dem Sinn seines Lebens fragt – bis er sich auf dem Mittendrin-Bankerl wiederfindet.

Am kommenden Samstag werden Sie und andere Autoren die Sammlung den Bürgern präsentieren. Was gehört denn in Aschau, wenn Sie dort zu Besuch sind, zu Ihrem Pflichtprogramm?

Leider kann ich nur bis Sonntag bleiben. Was aber, immer wenn ich hier bin, ein absolutes Muss ist, ist der Besuch beim Gasthof Bruckner. Diese Atmosphäre ist für mich einfach einzigartig.

Interview: Mathias Weinzierl

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