Gotteshaus in Sachrang lässt die Hüllen fallen

Der Kirchturm der Pfarrkirche St. Michael in Sachrang ist bereits von den weißen Planen befreit. Jetzt muss noch die Außenfassade am Kirchengemäuer erneuert werden.
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Der Kirchturm der Pfarrkirche St. Michael in Sachrang ist bereits von den weißen Planen befreit. Jetzt muss noch die Außenfassade am Kirchengemäuer erneuert werden.

Aschau – Noch verhüllen die weißen Planen das Langhaus der Pfarrkirche St. Michael in Sachrang.

Doch die Arbeiten gehen langsam dem Ende zu: Derzeit werden die Mauer und die beiden Kapellen auf dem Sachranger Friedhof mit Lärchenschindeln eingedeckt, denn diese entsprechen den denkmalpflegerischen Auflagen für das Sachranger Ensemble.

Einige Monate waren der Kirchturm und das gesamte Kirchenschiff komplett verhüllt. Als Erstes wurde der Kirchturm mit seinem neuen blitzenden Kupferdach von den Planen befreit. Auch das Dach des Langhauses ist wieder dicht und die neuen Schindeln sind auf dem Dach. In mühsamer Kleinarbeit deckten die Dachdecker das steile Kirchendach mit neuen Lärchenholzschindeln ein.

Zedernschindelnschon 30 Jahre alt

Dafür mussten zuerst die alten verbrauchten Zedernschindeln gelöst und vom Dach gebracht werden. Dann wurde Paket auf Paket der neuen Lärchenschindeln aufs Dach gebracht und einzeln befestigt. Die bisherige Eindeckung aus kanadischen Zedernschindeln hielt über 30 Jahre. Jetzt aber mussten diese komplett ausgetauscht und durch einheimische Lärchenschindeln ersetzt werden.

Die letzten großen Arbeiten am Dach waren im Jahr 1987: Damals entschied man sich, das Kirchenschiff und den Turm mit Holzschindeln einzudecken. Die frühere Blechdeckung, die immer wieder gestrichen werden musste, musste weichen. Wie Pfarrer Paul Janßen erklärt, soll mit der Sanierung des Kirchenschiff-Dachs die Haltbarkeit der Schindeln wesentlich verbessert werden. Aus diesem Grund habe man sich für heimisches Lärchenholz entschieden.

„Die Sanierung des Daches und die Renovierung des Gotteshauses ist ein Millionenprojekt, das zum größten Teil vom Erzbischöflichen Ordinariat in München finanziert wird“, sagt Pfarrer Janßen. Die Kirchengemeinde Sachrang mit ihren knapp 300 Katholiken versuche mit dieser Baumaßnahme, eine dauerhafte Lösung zu erreichen. Auch wenn sie nur wenige Eigenmittel zuschießen könne, so Janßen. In den letzten Jahren seien auf dem Sachranger Handwerkermarkt bereits Mini-Dachziegel als Finanzierungshilfe für die Renovierung des Kirchendachs verkauft worden. „Ebenfalls haben sich schon einige bedeutende Spenden angekündigt, sodass die Arbeiten zügig vorangetrieben werden können“, sagt der für den Erhalt der Kirche St. Michael zuständige Kirchenpfleger Georg Graf Saurma. Im Gebiet des Erzbistums von München und Freising stehen zurzeit Sanierungen von über 300 Gebäuden an, darunter viele kunsthistorisch wertvolle Kirchen.

Zuschussanträge anGemeinde gestellt

Um die Finanzierung der Baumaßnahme auf weitere Schultern zu verteilen, wurden Zuschussanträge an die Gemeinde Aschau sowie weitere öffentliche Einrichtungen und Behörden gestellt. Zusätzliche Spenden sind willkommen, um die Besonderheit für das Ortsbild, die Pfarrei und Region so dauerhaft wie möglich gestalten zu können. Kontakt: Kirchenstiftung St. Michael Sachrang, Pfarrbüro Aschau, Telefon 0 80 52/ 44 28. Die Arbeiten stehen unter der Leitung der Architekten Stefan Lippert und Birgit Ströbitzer vom Architekturbüro Krug-Grossmann aus Rosenheim, ausgeführt werden sie von der Zimmerei Josef Schnitzenbaumer aus Bad Feilnbach. Das Gerüst rund um den Kirchenraum wird coronabedingt noch etwas länger stehen bleiben, da noch die Außenfassade am Kirchengemäuer erneuert werden muss. heinrich rehberg

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