Gemeinden Aschau und Frasdorf erhalten Leader-Zuschuss für Lehrbienenstand

Förderzusage für den gemeinsamen Lehrbienenstand: Thomas Kamm (rechts), Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe Chiemgauer Alpen, übergibt die Urkunde an Bürgermeister Simon Frank (Mitte); links im Bild LEADER-Koordinator Sebastian Wittmoser vom AELF Rosenheim.
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Förderzusage für den gemeinsamen Lehrbienenstand: Thomas Kamm (rechts), Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe Chiemgauer Alpen, übergibt die Urkunde an Bürgermeister Simon Frank (Mitte); links im Bild LEADER-Koordinator Sebastian Wittmoser vom AELF Rosenheim.

Dass Bienen eine wichtige Rolle für das Ökosystem spielen und der Mensch die Insekten schützen muss, hat man am Einsatz vieler Umweltaktivisten und an der Zustimmung vieler Bürger beim Bürgerbegehren „Rettet die Bienen“ gemerkt. Auch in Aschau und Frasdorf möchte man einen Beitrag dazu leisten.

Von Heinrich Rehberg

Aschau/Frasdorf – Deswegen haben sich die beiden Gemeinden zusammengetan und wollen einen Lehrbienenstand bauen. Dafür gibt es finanzielle Hilfe von außen.

Zuschuss durch Leader-Fördermittel

Rund 161 000 Euro soll der Lehrbienenstand kosten, den die Gemeinden Aschau und Frasdorf gemeinsam am Frasdorfer Sagbergparkplatz bauen wollen. Thomas Kamm und Josef Reithmaier, die beiden Vorsitzenden der Lokalen Aktionsgruppen (LAG) Chiemgauer Alpen und Chiemgauer Seenplatte, brachten die erfreuliche Nachricht nach Aschau, dass dieses Vorhaben mit 81 304 Euro aus Leader-Fördermitteln unterstützt wird.

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Beide Gemeinden erhalten jeweils 40 652 Euro von den beiden LAG Chiemgauer Alpen und Chiemgauer Seenplatte, den Rest teilen sich die Gemeinden Frasdorf und Aschau. Damit kann mit den Baumaßnahmen begonnen werden, die offizielle Zusage des Landratsamtes und die genehmigte Planung liegen mittlerweile vor. Die Fertigstellung ist noch für 2020 geplant.

Viele Ideen für die Nutzung des Gebäudes

„Der Bau des Lehrbienenstandes mit Funktionsmaterialien wie auch die Ausstattung eines Seminarraumes mit Innenausstattung und Technik soll die Vereinsarbeit des Imkervereins Frasdorf-Aschau sowie das Vereinsleben mit Sitzungen, Vorträgen, Kursen und Beratungen unterstützen“, erläutert der Vorsitzende der LAG Chiemgauer Alpen Thomas Kamm aus Siegsdorf bei der Übergabe der Förderzusage an Aschaus Bürgermeister Simon Frank (Zukunft für Aschau).

Bei den ersten Überlegungen entwickelte der Vorstand des Imkervereins Frasdorf-Aschau erste Ideen für ein Schulungsgebäude am Sagbergparkplatz. Mit integriert: ein Schulungsraum, einem Raum für die Bienen mit diversen Schaubienenkästen und ein Raum für die Honiggewinnung mit entsprechenden Regalen und Platz für die notwendigen Maschinen, wie die Honigschleuder. Die gesamte nutzbare Fläche wurde auf rund 78 Quadratmeter berechnet.

Ein Ort nicht nur für Imker

Während der Planungsphase kamen Anregungen von den Bienenfreunden, das Objekt nicht nur für die Imkerfortbildungen zu nutzen, sondern es auch für Seminare in weiteren Bereiche zu öffnen. Zum Beispiel zum Thema Arten- und Naturschutz, umweltbewusste Landwirtschaft oder naturnahe Gärten. Diese Idee kam bei anderen Imker und mehreren Gruppierungen in der Region gut an.

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Der Frasdorfer Obst- und Gartenbauverein hat sich mittlerweile schon bei dem Projekt eingebracht und wird die insektenfreundliche Bepflanzung des Geländes übernehmen. Die künftigen Bewohner der Bienenstöcke haben rundum am Sagberg weite Wiesen- und Waldflächen für ihre Arbeit. Im Lehrbienenstand sollen Führungen und Informationsveranstaltungen für Imker, aber auch für Kindergärten und Schulen oder für interessierte Bürger angeboten werden.

Bienen leisten einen wichtigen Beitrag

„Die meisten Leute haben wenig bis keine Ahnung davon, wie wichtig die Bienen für den Menschen, für seine Kulturpflanzen und damit für seine Ernährung sind“, sagt der Vorsitzende Michael Herden. Man wolle einen Beitrag dazu leisten, dass den Menschen der ökologische Zusammenhang wieder bewusst werde. Den Bienen dürfe das Leben durch Spritzmittel, häufiges Rasenmähen und durch das Anlegen von Steingärten nicht unmöglich gemacht werden, so Herden.

Das Ziel des Lehrbienenstandes ist es auch, Imker und Gärtner wieder an einen Tisch zu bringen. Die Imkervereine spalteten sich am Anfang des 20. Jahrhunderts von den Gartenbauvereinen ab. „Obstbaumschnitt und Befruchtung sollen nicht mehr getrennt gesehen werden“, meint Michael Herden. „Der Mensch muss wieder einen verantwortungsvollen Umgang mit seiner Umwelt lernen.“ Dazu solle der Lehrbienenstand mit seinem Schulungsraum dienen und für jedermann die Zusammenhänge anschaulich machen.

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