„Gelber Riese“ auf lokaler Strecke im Einsatz

Der sogenannte „Gelbe Riese“ hilft Bahnbetreibern, die Instandhaltungskosten deutlich zu mindern. Das Innere des Zugs ist mit modernster Technik ausgestattet. re

Bad Endorf/Obing – Rund 40 Meter lang und 132 Tonnen schwer – ein Fahrzeug (Bild) mit solchen Dimensionen war auf der Bahnlinie zwischen Bad Endorf und Obing in ihrer 112-jährigen Geschichte wohl noch nie unterwegs.

Groß war deshalb das Erstaunen vieler Passanten, als sich der gelbe Riese langsam aber sicher auf den Gleisen der Chiemgauer Lokalbahn (CLB) in Richtung Obing vorarbeitete.

In den nächsten Wochen wird die in ihrem Inneren mit modernster Technik ausgerüstete Maschine fast täglich auf dieser Strecke unterwegs sein. Sie gehört der Firma Speno International S.A. aus Genf, die ihren neu entwickelten Schienenfräszug im Chiemgau testet. Das Schweizer Unternehmen ist weltweit überall dort engagiert, wo Gleise liegen.

Rund 50 000 Kilometer Schienen – also mehr als einmal rund um den Erdball – werden pro Jahr von den Spezialisten so reprofiliert, dass sich die Instandhaltungskosten für die Bahnen deutlich vermindern.

Sowohl die Chiemgauer Lokalbahn als auch ihr wichtiger Kooperationspartner, die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) mit Sitz in Bonn, sind deshalb sehr stolz, dass die Erprobung des Hightech-Zugs auf ihrer Strecke stattfindet.

Auf dem Arbeitsprogramm von Zugchef Gianbattista Fedon und seiner Crew stehen vor allem Abnahme- und Einstellfahrten. In einem ersten Schritt werden alle Gleise hochpräzise per Laser vermessen und dann Schwerpunkte für die Schienenbearbeitung festgelegt. Die Testfahrten haben für CLB und RSE den erfreulichen Nebeneffekt, dass ihre ansonsten ehrenamtlich in Schuss gehaltenen Gleise nach neuesten Verfahren vorbeugend auf optimale Maße gebracht und weiteren Verschleißerscheinungen vorgebeugt werden.

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