"WG für demente Bürger soll kommen"

Aschau - "Der Ökumenische Sozialdienst Aschau will weiterhin eine Wohngemeinschaft für demente Bürger in Aschau errichten", erklärte der Vorsitzende Lorenz Ablinger in seinem Rechenschaftsbericht bei der Jahreshauptversammlung. Nachdem in den Vorjahren alle Weichen für einen Bau gestellt worden seien, habe man laut Ablinger nun auch einen geeigneten Standort in der Gemeinde gefunden. Ein Aschauer Bürger würde ein Grundstück in Sachrang kostenlos für einen Neubau zur Verfügung stellen. Voraussetzung sei, dass entsprechendes Baurecht genehmigt werde. Sollte von Seiten der Sachranger Bürgerschaft kein Widerstand gegen das Projekt kommen, werde der Verein in die konkrete Projektplanung einsteigen. Wegen des hohen Investitionsvolumens von etwa einer Million Euro werde die Vereinsführung das Projekt den Mitgliedern bei einer außerordentlichen Versammlung in allen Einzelheiten vorstellen.

Der Ökumenische Sozialdienst Aschau (ÖSD) hat die Betreuungsträgerschaft im Wohnpark Kampenwand in Aschau zum 30. April niedergelegt. "Aufgrund von Widerständen aus den Reihen der Bewohner sowie der mangelnden Unterstützung der zuständigen Hausverwaltung und des Initiators Pfister konnte die Aufgabe nicht mehr weiter geführt werden", sagte Ablinger. Die ganzheitliche Umsetzung des Betreuungskonzeptes sei nicht mehr gewährleistet gewesen.

27 Mitglieder habe der Verein laut Ablinger im Vorjahr verloren, 17 davon sind verstorben. Die absolute Hauptaufgabe für die Vereinsführung bleibe es in den kommenden Jahren, neue Mitglieder zu werben, neue Geldquellen zu erschließen sowie die Akzeptanz für die Aufgaben und das soziale Engagement vor allem bei der jüngeren Bevölkerung zu fördern. Der Verein hat derzeit 479 Mitglieder, hat also die stets angestrebte 500er-Grenze deutlich unterschritten. Eine breite Basis des ÖSD in den Gemeinden Aschau und Frasdorf bleibe für das Weiterwirken des Vereins lebensnotwendig. Da ein beträchtlicher Teil der ÖSD-Mittel aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden stamme, müsse laut Ablinger bei einem ständigen Rückgang der Mittel von Kranken- und Pflegekassen für einen Ausgleich gesorgt werden. "Nur so ließe sich der bisherige anerkannte Standard halten."

Schatzmeisterin Eleonore Wagner legte einen ausgeglichenen Haushalt vor, die Planung für das laufende Jahr in Höhe von 440 000 Euro wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt.

Leistungen weiter auf hohem Niveau

Die Leistungen des ÖSD sind im vergangenen Jahr auf hohem Niveau geblieben, bei der Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen erreichte der Verein die Traumnote 1,0. Maria Reich, die Leiterin des Pflegedienstes, berichtete, dass in den Gemeinden Aschau und Frasdorf 164 Personen die Unterstützung des ÖSD Priental in Anspruch nahmen, vier mehr als im Vorjahr. Dabei wurden bei 20 439 Hausbesuchen in 16 657 Einsatzstunden insgesamt 120 832 Einzelleistungen durch die haupt- und nebenamtlichen Pflegekräfte erbracht. Diese Leistungen werden für die Abrechnung mit den Kassen bis ins Detail und den letzten Handgriff heruntergerechnet und schriftlich festgehalten. Die explizite Abrechnung mit den Kassen stellten laut Reich einen hohen bürokratischen Aufwand für die Leitung und die beiden Verwaltungskräfte dar. 16 hauptamtliche Schwestern im Pflegedienst und acht Aushilfen stellten die Pflege und Versorgung für alle Personen rund um die Uhr sicher, dazu kämen noch vier Haushaltshilfen, zwei Verwaltungskräfte und acht Helferinnen für Demenz und Betreuung.

Fünf Essenfahrer bringen täglich mit "Essen auf Rädern" eine warme Mahlzeit ins Haus, 6582 Essenportionen erreichten so ihre Empfänger. Insgesamt legten die Pflegekräfte und Essenfahrer im Raum Priental 126 804 Kilometer zurück, fuhren also zwischen Sachrang und Wildenwart über dreimal rund um die Erde. Dabei werden die Fahrzeiten der Schwestern nicht als Pflegezeit angerechnet und somit nicht durch die Kranken- und Pflegekassen erstattet. Diese Kosten hat der Verein zu tragen. Der Ökumenische Sozialdienst Priental am Hans-Clarin-Platz in Aschau ist für Neuanfragen und Terminvereinbarungen vormittags unter der Telefonnummer 08052/ 957531 zu erreichen. reh

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