Bienen als Lehrmeister in Frasdorf: Die beste Schule ist die Natur

Die beiden Vorsitzenden des Imkervereins Frasdorf-Aschau Christian Voggenauer (hinten links) und Michael Herden (hinten rechts), die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Frasdorf Anneliese Dillersberger (vorne links) und die dritte Bürgermeisterin von Aschau Monika Schmid (vorne rechts) zusammen mit Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller am Bauplatz des künftigen Lehrbienenstands am Frasdorfer Sagbergparkplatz Rehberg

Die Gemeinde Frasdorf bekommt einen Lehrbienenstand. Zusammen mit den Vertretern der örtlichen Imker- und Obst- und Gartenbauvereine wurde jetzt am Sagbergparkplatz der Umgriff festgelegt. Die beste Lehrmeisterin sei die Natur, sind sich die Projektbeteiligten einig.

Frasdorf/Aschau – „So groß soll er werden, der neue Lehrbienenstand am Frasdorfer Sagbergparkplatz..“ Im Zeichen der Corona Abstände haben die beiden Vorsitzenden des Imkervereins Frasdorf-Aschau Christian Voggenauer und Michael Herden, die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Frasdorf Anneliese Dillersberger und die dritte Bürgermeisterin von Aschau Monika Schmid zusammen mit Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller Aufstellung an den Eckpunkten des geplanten Gebäudes genommen.

Fördersumme 81 000 Euro

Die offizielle Zusage des Landratsamtes und die genehmigte Planung liegen mittlerweile vor, Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller brachte den Zuwendungsbescheid der Leader-Förderung zu den Bienenfreunden: Mit rund 81 000 Euro wird das Projekt „Lehrbienenstand mit Vereinsraum“ gefördert, den verbleibenden Rest teilen sich die Gemeinden Frasdorf und Aschau. Damit kann mit den Baumaßnahmen begonnen werden.

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Bei den ersten Überlegungen entwickelte die Vorstandschaft Ideen für ein Schulungsgebäude am Sagbergparkplatz mit einem Schulungsraum, einem Raum für die Bienen mit diversen Schaubienenkästen und einem Raum für die Honiggewinnung mit entsprechenden Regalen und Platz für die notwendigen Maschinen, wie die Honigschleuder.

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Die gesamte nutzbare Fläche wurde auf rund 78 Quadratmeter berechnet.

Während der Planungsphase kamen Anregungen von den Bienenfreunden, das Objekt nicht nur für die Imkerfortbildungen zu nutzen, sondern auch für weitere artverwandte Bereiche wie Arten- und Naturschutz, umweltbewusste Landwirtschaft oder naturnahe Gärten zu öffnen.

Insektenfreundliche Bepflanzung

Diese Idee nahmen die Imker der Region und mehrere Gruppierungen in der Region sehr positiv auf. Der Obst- und Gartenbauverein aus Frasdorf hat sich mittlerweile schon in das Projekt eingebracht und wird auch die insektenfreundliche Bepflanzung des Geländes übernehmen.

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Im Lehrbienenstand sollen Führungen und Informationsveranstaltungen für Imker, aber auch für Kindergärten und Schulen oder für interessierte Bürger angeboten werden.

„Die meisten Leute haben wenig bis keine Ahnung davon, wie wichtig die Bienen für den Menschen, für seine Kulturpflanzen und damit für seine Ernährung sind. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass den Menschen der Zusammenhang wieder bewusst wird und das Leben der Bienen nicht durch Spritzmittel, durch häufiges Rasenmähen und durch das Anlegen von Steingärten unmöglich gemacht wird“, so der Vorsitzende Michael Herden.

Das Ziel des Neubaus eines Lehrbienenstandes ist es auch, Imker und Gärtner wieder an einen Tisch zusammenzubringen. Die Imkervereine spalteten sich am Anfang der 20. Jahrhunderts von den Gartenbauvereinen ab. „Obstbaumschnitt und Befruchtung sollen nicht mehr getrennt gesehen werden“, so Michael Herden beim Ortstermin in Frasdorf..

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