CHIEMGAU THERMEN BAD ENDORF: ATTRAKTIVIERUNGSMASSNAHMEN HABEN BEGONNEN

„Baustelle betreten höchst erwünscht“

GWC-VorstandStefan Bammer
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GWC-VorstandStefan Bammer

Besser hätte gestern der Besichtigungstermin in den Chiemgau Thermen nicht laufen können. Der Startschuss zu den Attraktivierungsmaßnahmen ist gefallen – und alles passte: Die Sonne lachte, die Kirschbäume standen in voller Blüte, die Arbeiter spuckten in die Hände und die beiden Vorstände der Gesundheitswelt Chiemgau AG (GWC) samt Architekt und Projektleiter waren bester Laune.

Bad Endorf– Am vergangenen Montag war Start für die umfangreichen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen der Chiemgau Thermen in Bad Endorf. Gestern besuchte ein Pressetross die nun frisch eingerichteten Bereiche, die abgerissen, umgebaut und erweitert werden. Mittendrin: die Gäste der Chiemgau Thermen und der Sauna. Und tatsächlich planschten zahlreiche Schwimmer im jodhaltigen Sole-Thermalwasser und sahen interessiert den Arbeiten zu. Denn nun wird gebaggert, was das Zeug hält.

In den kommenden sieben Monaten wird so ziemlich alles auf den Kopf gestellt. Aber damit die Gäste, die in der Bauphase nur einen deutlich verminderten Eintrittspreis zahlen, so wenig wie möglich belästigt werden, hat sich ein ganzes Team rund um den Tourismus-Vorstand Stefan Bammer und Projektleiterin Ramona Benkert den Kopf zerbrochen. Da werden Abbruchwände mit Info-Plakaten zugestellt und neue „Transitwege“ gebaut. Das Besondere: Unter www.chiemgau-thermen.de können Interessierte den aktuellen Baufortschritt abrufen und sich über neueste Eintrittspreise und Sonderkonditionen informieren.

Und Stefan Bammer ist im Auge des Orkans. „Ja, hier bin ich in meinem Element“, gesteht er. Nichts geht ohne ihn, nichts geht an ihm vorbei. Er behält sich sogar vor, das letzte Wort über die Farbe so mancher Fliesen zu haben. Seit rund drei Jahren, so erklärt er den OVB-Heimatzeitungen, habe er auf diesen Termin hart und kompromisslos hingearbeitet. „Es ist für mich ein besonderer Tag.“

Denn noch vor wenigen Jahren schrammte das gesamte Unternehmen knapp an der Pleite vorbei. Erst mit Bammer und Dietolf Hämel, dem anderen GWC-Vorstand, sowie der Endorfer Bürgermeisterin Doris Laban wurde die Entflechtung von Unternehmen und Gemeinde gestemmt. Das war die Vo raussetzung für die jetzige Attraktivierung der Chiemgau Thermen, dem einstigen großen Sorgenkind im Konzern.

Jetzt an Bammers Seite: Architekt Karlheinz Zopf und Projektleiter Werner Grafinger. Beide sind alte Bekannte, auf die „ich mich verlassen“ kann, wie er sagt.

„Es war tatsächlich eine gewaltige Herausforderung, den Umbau der Therme anzugehen“, meint Grafinger. Denn Zeit war knapp.

„Zunächst musste eine Idee, eine Vision für die Chiemgau Thermen entwickelt werden. Und die muss es in sich haben. Sie darf nicht schon morgen alt und abgestanden wirken.“ Danach komme der Architekt ins Spiel, der die optische Umsetzung der Vision in die Hand nehmen muss.

Aber dann sei es richtig spannend geworden, meint Grafinger. Seit November 2017 wurden Firmen im Umkreis von rund 100 Kilometern für die verschiedensten Gewerke angeschrieben. „Es war knapp, aber wir haben jetzt alles beisammen.“ Damit alles weiterhin wie am Schnürchen läuft, wird er ein Auge darauf haben. „Das ist schließlich mein Job.“

Insgesamt werden in den nächsten sieben Monaten rund 16,6 Millionen Euro in die Hand genommen: 12,3 Millionen Euro für die Therme und 4,3 Millionen Euro für ein neues Parkhaus.

Die in die Jahre gekommene Tiefgarage samt ehemaligem Parkplatz wird einem schicken Parkhaus mit 309 Stellplätzen weichen. In Split-Level-Bauweise werden die Autos geparkt, für Besucher der Chiemgau Thermen sogar kostenfrei. Highlight: Ein Gang wird direkt vom Parkhaus in den Eingang der Thermen führen – trockenen Fußes, versteht sich.

Ein bisschen weiter müssen die Gäste aus dem Vier-Sterne-Hotel Ströbinger Hof laufen, aber auch sie werden auf direktem Weg vom Hotel in die Thermen gelangen.

Einen besonderen Gag haben sich die Planer für die Parkhaus-Fassade einfallen lassen. Durch vorgelagerte Bauteile mit verschieden großen Löchern können bei nächtlicher Beleuchtung „Wassertropfen“ an der Wand herunterperlen.

Faszinieren soll das künftige Juwel, die Therme mit der atemberaubenden Panorama-Sauna. Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Man will auf Augenhöhe, beziehungsweise „ein bisserl mehr“, mit den Mitbewerbern in Bad Aibling und Berchtesgaden sein. „Und das wird uns gelingen“, ist sich Bammer sicher. Die Lage mit dem Traumblick über sattgrüne Wiesen, den Simssee hin zu den noch schneebedeckten Bergen wird das Alleinstellungsmerkmal sein, das keine andere Therme im weiten Umkreis zu bieten hat.

Ruhe, Erholung, Komfort: Das sind die weiteren Stichworte, mit denen Gäste begeistert werden sollen. Angepeiltes Ziel: 300 000 Gäste pro Jahr. Alter: 25 bis 69 Jahre. „Wir wollen das Durchschnittsalter der Besucher verjüngen und mit Angeboten in unserer rundum erneuerten Therme bei jungen Leuten, Singles und Paaren punkten“, erklärt der Tourismus-Vorstand. Und die „Verlockungen“ sind ganz schön toll und heißen Fels Lagune, Panorama-Sauna, Relax-Dampfbad, Ruhe Lounge und Restaurant Lakeside.

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