Bad Endorfer Marktgemeinderat beschließt Zukunftskonzept für den Friedhof

Im ersten Umsetzungsschritt soll auch die Rückseite der bestehenden Urnenwand als Begräbnisstätte genutzt werden (oberes Bilderpaar). Nicht nur zum Verschnaufen zwischen der Grabpflege, sondern auch, um dem Friedhof zu einen Aufenthaltsort der Ruhe zu machen, sollen Bänke an aufgelassenen Grabstätten aufgestellt werden.Klinger
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Im ersten Umsetzungsschritt soll auch die Rückseite der bestehenden Urnenwand als Begräbnisstätte genutzt werden (oberes Bilderpaar). Nicht nur zum Verschnaufen zwischen der Grabpflege, sondern auch, um dem Friedhof zu einen Aufenthaltsort der Ruhe zu machen, sollen Bänke an aufgelassenen Grabstätten aufgestellt werden.Klinger

Das letzte Urnengrab ist voll. Aus diesem Grund hat sich der Bad Endorfer Marktgemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung mit einem Zukunftskonzept für den Endorfer Friedhof beschäftigt.

Von Johannes Thomae

Bad Endorf – Es soll ein Ort voll Schönheit und Würde sein. Ein Ort, der auch zum Verweilen einlädt. So soll auch das Zukunftskonzept für den Bad Endorfer Friedhof aussehen, das die Landschaftsarchitekten Rupert Schelle und Johannes Heyse bei der jüngsten Marktgemeinderatssitzung vorstellten. Ausgangspunkt ihrer Bemühungen war die Tatsache gewesen, dass im vergangenen Dezember die letzte Urnengrabstätte in der bestehenden Urnenmauer vergeben worden war. Eine Erweiterung wurde notwendig. Die Verwaltung nutzte dabei die Chance, um für den ganzen Friedhof ein „Zukunftskonzept“ zu entwickeln.

Ideen aller Beteiligten wurden einbezogen

An Gespräche, die im Januar mit der Kirche, den Bestattern und Steinmetzen geführt worden waren, schloss sich im Juni ein Workshop an, an dem Gemeinderäte aus allen Fraktionen teilnahmen. Die gesammelten Überlegungen bildeten die Arbeitsgrundlage für die Ideen-Entwicklung der Landschaftsarchitekten.

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Immer mehr Feuerbestattungen

Rupert Schelle und Johannes Heyse berichteten, dass sich die Begräbniskultur auch in Endorf stärker zum Urnenbegräbnis hin entwickele. Am Anfang seien hierfür meist praktische Überlegungen gestanden, etwa, dass die Angehörigen zu verstreut wohnten, als dass die Pflege eines „klassischen Grabes“ mit vertretbarem Aufwand möglich wäre. Mit der Zeit, so Schelle, sei dazu aber der Wunsch nach neuen Formen der Urnen-Grabstätten gekommen. Immer mehr Menschen fänden es schön, eingebettet inmitten einer naturnahen Umgebung zu ihrer letzten Ruhe zu kommen. Auf einen individuellen „Grabstein“ unmittelbar am Begräbnisort der Urne würde dabei gerne verzichtet. Ein Beleg für diese Entwicklung sei der Erfolg der Friedwälder.

Gemeinschaftliche Blühwiese statt Einzelgräber

Das Konzept der beiden Landschaftsarchitekten enthält deshalb auch im jetzt noch ungenutzten Teil des Friedhofes hinter der Aussegnungshalle ein von Bäumen umrahmtes Areal: Ein sogenanntes Wiesenmeer mit einem großen Findling ein Zentrum. In diesem Bereich wären dann nicht mehr die einzelnen Urnengrabstätten markiert. Stattdessen gäbe es eine Tafel, auf der alle dort Bestatteten aufgeführt würden. Daneben soll es auf dem Friedhof auch weiterhin Bereiche geben, in denen Urnen in den Boden eingelassen werden und ihr Ort durch eine Tafel mit den Lebensdaten des Verstorbenen kenntlich gemacht wird.

Mehr Gräber in bestehender Urnenmauer

Als ersten Erweiterungsschritt sieht das Konzept eine Vermehrung der Gräber in der bestehenden Urnenmauer vor. Auch deren Rückseite soll genutzt werden. Mehr Bäume und vor allem viel mehr „kleines Grün“ sollen den Friedhof bestimmen: „Blühwiesen“ nannten es die Landschaftsarchitekten in ihrem Vortrag. Dieses Konzept soll sich in den kommenden Jahrzehnten auch im bestehenden Teil des Friedhofs fortsetzen – zunächst in den Bereichen, in denen Gräber aufgelöst werden und deren fehlende Grabsteine unschöne Löcher in den Hecken hinterlassen. Auch hier sollen neue Bäume gepflanzt, Blühstreifen angelegt und zusätzliche Bänke aufgestellt werden. Laut den beiden Architekten sollen diese nicht nur als „Verschnaufspausenbankerl“ für die dienen, die gerade mit der Grabpflege beschäftigt sind. Sie sollen den Friedhof für die Zukunft zu einem Ort machen, an dem man sich auch ohne unmittelbaren Anlass gerne aufhält – eine Oase der Ruhe, Schönheit und Würde, die einlädt, fernab vom Alltagstrubel zu sich selbst zu kommen.

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Begeisterung bei den Gemeinderäten

Für die Gemeinderäte war das vorgestellte Konzept so überzeugend, dass sie ohne große Diskussion nicht nur die Erweiterung des Friedhofs beschlossen, sondern auch das Landschaftsarchitekturbüro Schelle, Heyse und Behr mit der weiteren planerischen Betreuung des Vorhabens beauftragten. Umgesetzt werden sollen die einzelnen Maßnahmen dann vor allem mithilfe des gemeindlichen Bauhofes.

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