Aschau: IG Moutainbiker stellt Konzept vor für mehr Harmonie auf den Bergwegen

Das Mountainbiken erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Doch auf den schmalen Bergwegen geraten Radler und Wanderer häufig aneinander und zu Unfällen.
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Das Mountainbiken erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Doch auf den schmalen Bergwegen geraten Radler und Wanderer häufig aneinander und zu Unfällen.

Mountainbiker und Wanderer geraten auf den Bergwegen immer wieder aneinander. Die Erholungssuchenden werden immer mehr, der Platz auf den Wegen aber nicht. Die Aschauer IG Mountainbiker präsentierte dem Gemeinderat eine mögliche Lösung.

Von Heinrich Rehberg

Aschau – Zu unterschiedlich sind die Interessen der Wanderer und Mountainbiker. Auch die Almbauern, Forstleute und Jäger sehen die Biker nicht gerne, die ohne Weg und Steg mitten durchs Gelände brettern und damit auch die Tiere beunruhigen. Aber weil gegenseitige Verteufelungen nicht weiterhelfen, beschäftigte sich der Aschauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit diesem wichtigen Thema.

Aschau soll kein Biker-Hotspot werden

Mario Mittermayer-Weinhandl, Georg Blenk, Stephan Koch und Christoph Bayer – alle aus Aschau – haben sich in der IG Mountainbiken zusammengefunden und ein Konzept für ein besseres Miteinander von Radlern und Wanderern auf den Bergwegen entwickelt und dem Gremium vorgestellt. Dabei betonten sie, dass die IG nicht daran interessiert sei, Aschau zu einem Bike-Hotspot zu entwickeln. Man wolle vielmehr dabei mithelfen, einen naturverträglichen Bikesport in Aschau zu etablieren, das Freizeit-Angebot für Kinder und Jugendliche zu erweitern und die gesellschaftliche Akzeptanz von Radfahrern zu erhöhen.

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Damit sollten künftig Konflikte zwischen den Nutzergruppen vermieden werden. An einem runden Tisch sollten mit allen beteiligten Gruppierungen tragbare Lösungen für die Zukunft zur Zufriedenheit aller erarbeitet werden. Dabei müsse man festhalten: Einen „Typus Mountainbiker“ gebe es gar nicht. Zwischen radfahrenden Kindern, Senioren mit dem E-Bike, Trail-Bikern und Downhill-Fahrern gibt es viele Unterschiede. Allen gemeinsam sei nur das Fahrrad in seinen verschiedenen Varianten als Sportgerät.

Nicht jedes Fahrrad ist gleich

Dabei lägen Welten zwischen dem E-Bike und der futuristischen Rennmaschine eines Downhill Fahrers. Der technische Fortschritt sowie die Entwicklung der Fahrräder treibe laut den Ausführungen der IG-Mountainbiker-Vertretern diese Veränderungen an: Mit dem E-Motor kommt heute jeder an Stellen, die vor kurzer Zeit für Radfahrer als ungeeignet erschienen. Selbst mittelmäßige Fahrer seien auf Routen unterwegs, die ihr Fahrvermögen überschreiten.

Zudem verstand man bisher unter Mountainbiken vor allem das Forstwegfahren, doch der Anteil an Fahrern, die vorhandene oder selbst gebaute Trails – also enge Steige mit Hindernissen, Wurzeln und Steinen – bevorzugen, steige rapide an. Dabei gibt es in den Bergen keine Einschränkungen: Das Befahren geeigneter Wege ist grundsätzlich erlaubt. Wenn die Meinungen über die Mindestanforderungen an einen Weg auseinandergehen, wurde das schon zum wiederholten Mal vor Gericht entschieden.

Gemeinde könnte Nutzergruppen lenken

Die Erarbeitung eines Konzepts für die gemeinsame Nutzung könnte – nach Ansicht der IG Mountainbiken – für Aschau und den Tourismus von Vorteil sein: Die Gemeinde könnte die Nutzergruppen durch den Ausbau von geeigneten Strecken und die Auswahl und Beschilderung von Wegen aktiv lenken. Dadurch gebe es zunächst mehr sportliche Angebot für Kinder und Jugendliche im Ort und als Fernziel ein rücksichtsvolles Miteinander auf Wanderwegen.

Das Bike-Konzept für Aschau könnte aus vier Teilen bestehen: Mit Schildern an ausgesuchten Strecken sollten die Bergradler ein gewisses Maß an Toleranz bei den Wanderer einfordern. Selbstverständlich könnten in Naturschutzgebieten wie dem Geigelsteingebiet keine Trail-Toleranz-Schilder befestigt werden. Mit speziell angelegten Trails für Mountainbiker erreiche die Gemeinde eine geschickte Kanalisierung des Radverkehrs. Diese speziellen Strecken halten sie von fest umrissenen Schutzgebieten, wie Wildrückzugszonen ab.

Gemeinde muss mit den Bikern auf Augenhöhe kommunizieren

Dadurch ergebe sich weniger Verkehr auf bestimmten Bergwegen und ein geringeres Unfallrisiko mit Wanderern. Die Nutzung von illegalen selbst gesuchten Strecken durchs Gelände entfiele weitgehend.

Verbunden wäre dieser Schritt mit einer offenen zielgerichteten Kommunikation der Gemeinde mit den Bikern auf Augenhöhe. Die Biker müssen von vorne herein wissen, wo sie erwünscht sind und wohin sie auf keinen Fall fahren dürfen. Mit entsprechenden Hinweistafeln und Flyern, vor allem aber über eine Website und die sozialen Medien könne die Gemeinde mit den Bikern in Verbindung bleiben.

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Pumptrack als neues Übungsgelände

Als Einstieg könnte die Gemeinde einen Pumptrack anlegen, der viele Vorteile für die Gemeinde bringen würde: Ein Pumptrack schont durch einen geringen Flächenverbrauch die Landschaftsressourcen, er ermöglicht den Anfängern das Lernen und dient als Trainingsgelände. Das Verletzungsrisiko sei bei einem solchen Übungsgelände verhältnismäßig gering, die Sportstätte könnte auch von anderen Sportlern wie Rollerbladern oder Skateboardern genutzt werden.

Ein Beschluss in dieser Angelegenheit fasste das Gremium noch nicht. Zunächst müssen noch einige Details geklärt werden: Darunter auch, welche Personengruppen zu einem Runden Tisch zum Gespräch gebeten werden.

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