Hund frisst bei Spaziergang am Bärnsee bei Aschau diese Kugeln - Sind es Giftköder?

Bärnsee Aschau Giftköder
+
Diese Kugeln hat ein Hund bei einem Spaziergang am Bärnsee gefressen. Derzeit wird geklärt, ob es Giftköder sind.
  • vonTina Blum
    schließen

Wenn der Hund beim Spaziergang einen Giftköder frisst – das ist wohl die Horrorvorstellung aller Hundebesitzer. Am Bärnsee nahe Aschau ist genau dies einem Hundehalter passiert.

Aschau – „Der Hundehalter ist sofort zu uns in die Praxis gekommen und wir haben dem Hund ein Mittel gespritzt, damit er sich erbricht“, sagt Dr. Elke Kalscheuer, Tierärztin in der Praxis Dr. Andreas Weiß in Frasdorf. Der Hundebesitzer, den sie aus Datenschutzgründen nicht nennt, hatte einige der kleinen roten Kugeln dabei, die sich sein kurz zuvor gefressen hatte.

So sehen die Giftköder aus

„So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagt Elke Kalscheuer.  Noch könne man nicht sicher sagen, dass es wirklich Giftköder sind, sagt die Tierärztin. „Es ist nur ein Verdacht.“ Am Dienstagnachmittag habe der Besitzer seinen Weimaraner in die Praxis gebracht. Er sei mit ihm am Bärnsee (Am Spöck – einer beliebten Stelle für Gassigeher) Spazieren gegangen, als ihm auffiel, dass das Tier etwas fraß.

Der Hund sei sofort versorgt worden. Die Tierärztin hat ihm sofort ein Mittel gespritzt, damit sich das Tier übergeben kann. „Soweit wir wissen, geht es dem Hund gut. Es kam zu keiner Vergiftung“, sagt Elke Kalscheuer.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Fund vom Bärnsee nun im Labor

Die circa zwei Zentimeter großen roten Kugeln werden derzeit im Labor in Augsburg untersucht. „Die Kugeln haben ganz fürchterlich gerochen und sahen aus, als wären sie mit kleinen Kristallen versetzt“, sagt die Tierärztin. Um auszuschließen, dass es sich um giftige Chemikalien handelt, müsse man aber das Labor-Ergebnis abwarten.

Hundebesitzer sammelt weitere Kugeln am Bärnsee ein

„Das kann bis zu zwei Wochen dauern“, sagt Elke Kalscheuer. Der Hundebesitzer sei aber nochmals an die Stelle gefahren und habe weitere mutmaßliche Giftkugeln eingesammelt. Die Tierarztpraxis meldete den Fall bei der Gemeinde und warnt auf deren Homepage. Elke Kalscheuer kontaktierte auch Lars Mielke.

Tote Hunde im vergangenen Jahr

Er betreibt einen kleinen Laden für Hundezubehör und kennt daher auch viele Hundebesitzer. In den sozialen Medien teilte Mielke die Fotos von den Kugeln und rief zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. „Erst vergangenes Jahr sind mehrere Hunde bei uns in der Gegend an Giftködern gestorben“, sagt er. Auch eine Nachbarin und Kundin seines Ladens habe „ihren Liebling verloren“. Es gab unter anderem Fälle in Kolbermoor und Bernau.

Gefahr auch für Kleinkinder

Aber nicht nur Hunde seien durch Giftköder gefährdet: „Auch Kleinkinder können diese Kugeln essen. Oder andere Wildtiere, so ziemlich alles, was kreucht und fleucht“, sagt Mielke. Oftmals gingen auch Familien mit Kindern und Hunden spazieren. Da lande schnell mal etwas im Mund des Nachwuchses. Aber auch wenn es keine Giftköder sein sollten, sondern nur selbst gemachte Leckerli, appelliert Mielke an alle Hundehalter: „Wenn man Suchspiele in freier Natur unternimmt, sollte man unbedingt darauf achten, dass auch alles gefunden wird und nichts liegen bleibt. Zum einen verträgt nicht jeder Hund alles. Und zum anderen hinterlässt jeder Verdacht auf Giftköder Ängste bei Hundehaltern und animiert eventuell sogar Trittbrettfahrer.“

Bislang keine Anzeige erstattet

Die Beteiligten meldeten den Vorfall am Bärnsee auch der Polizei. „Der Hundehalter hat aber bislang noch keine Anzeige erstattet“, sagt ein Sprecher der Polizeiinspektion Prien. Der Fall ginge aber an den sogenannten Operativen Ergänzungsdienst (OED) nach Rosenheim. Dort arbeiten die Diensthundeführer, die sich mit solchen Angelegenheiten besser auskennen, sagte der Polizeisprecher. Am Donnerstag, 14. Mai, wurde auch die Gemeinde Aschau benachrichtigt.

„Wir warten die Auswertung des Labors ab, bevor wir etwas unternehmen“, sagt Florian Solfrank vom Tiefbau-/Ordnungsamt der Gemeinde. Im Gemeindebereich seien bislang keine weiteren Giftköder-Vorfälle aus der Vergangenheit bekannt.

Kommentare