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Landkreistag in Prien

Wie sich der Landkreis Rosenheim künftig gegen Cyberattacken rüsten will

Besserer Schutz der IT-Systeme in Behörden vor Hackern: Auf das Thema Cybersicherheit wollen Bayerns Landkreise künftig ein verstärktes Augenmerk legen. 
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Besserer Schutz der IT-Systeme in Behörden vor Hackern: Auf das Thema Cybersicherheit wollen Bayerns Landkreise künftig ein verstärktes Augenmerk legen. 
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Bis Ende des Jahres sollen 600 Verwaltungsleistungen digital verfügbar sein. So schreibt es das Onlinezugangsgesetz des Bundes vor. Aber die Verwaltungen im Landkreis stehen noch vor einem langen Weg, wie sich nun zum Landkreistag zeigte, der heuer in Prien tagte.

Prien – Am Mittwoch und Donnerstag (4. und 5. Mai) ist in Prien der Bayerische Landkreistag zusammengekommen. Neben der Wahl von Thomas Karmasin (CSU) – Landrat des Landkreises Fürstenfeldbruck – zum neuen Präsidenten des Gremiums stand auch das Thema Digitalisierung der Verwaltung auf der Agenda und der Schutz vor Cyberangriffen. Offen blieb jedoch, ab wann die Landratsämter so weit sein werden, um einen Großteil ihrer Dienstleistungen anzubieten.

Mitarbeiter für das Thema sensibilisieren

„Nur durch das Mittagessen ist meine Gänsehaut, die ich bekommen habe, als wir einen IT-Spezialisten gehört zum Thema Cybersicherheit gehört haben, wieder weggegangen“, machte der frisch gekürte Landkreistagspräsident Karmasin deutlich, wie professionell die Angriffe von Hackern auf öffentliche IT-Systeme mittlerweile ausfielen. Karmasin sprach sich dafür aus, die Ressourcen der Landkreise in Sachen Cybersicherheit zu bündeln.

„Es hat sich gezeigt, dass es in Sachen IT keine absolute Sicherheit gibt“, ergänzte der Rosenheimer Landrat Otto Lederer (CSU) und betonte in dieser Sache, wie wichtig es für seine Behörde sei, deren Mitarbeiter für das Thema zu sensibilisieren. Denn auch der Landkreis Rosenheim habe mit Attacken von außen auf seine IT zu kämpfen. Wenngleich in den vergangenen zwei Jahren zu keinem größeren Cyberangriff auf die Systeme des Landkreises gegeben habe.

Kein genauer Zeitplan

Auf der anderen Seite versuchen die Verwaltungen dem Onlinezugangsgesetz des Bundes nachzukommen, nach dem bis Ende dieses Jahres 600 öffentliche Leistungen von Bund, Ländern und Kommunen den Bürgern digital verfügbar sein sollen.

Hier will sich der Landkreis Rosenheim noch im Laufe des Jahres entsprechend zertifizieren lassen, wie Landrat Otto Lederer während der abschließenden Pressekonferenz zum Landkreistag mitteilte. Konkreter wurde Lederer jedoch nicht. Auch nicht darüber, welche Zielmarke man sich im Landratsamt gesetzt hat, bis ein Großteil der Verwaltung seine Prozesse digitalisiert hat. „Einen genauen Zeitplan haben wir noch nicht“, sagte er. Man wolle sich im Laufe des Jahres „entsprechend einbringen“, um dann auch den Vorgaben des Onlinezugangsgesetzes zu genügen.

Thomas Habermann (CSU), Vizepräsident des Landeskreistages und Landrat des Kreises Rhön-Grabfeld, sprang seinem Rosenheimer Kollegen in dieser Sache zur Seite. Er erinnerte an die 500 bis 600 Leistungen, die ein bayerisches Landratsamt im Schnitt anbiete und die vielen Akteure, die bei einigen Behördengängen beteiligt seien. Exemplarisch nannte Habermann die Baugenehmigungen, bei denen neben den Bearbeitern der Behörde auch noch die betroffene Kommunen und Träger öffentlicher Belange zu hören sind.

„Das macht es schon mal komplex“, sagte Habermann. Denn auch diese Beteiligten müssten mit dem digitalen Prozess schritthalten. „Darüber hinaus leben wir in einer zweigeteilten Welt“, betonte der Landkreistagsvizepräsident. Nicht jeder Bürger suche den Zugang zu digitalen Angeboten der Verwaltung und erledige stattdessen und seine Angelegenheiten lieber wie gehabt in Papierform.

Längere Zeit zweigleisig fahren

„Deswegen haben wir sogar noch längere Zeiten, während der wir zweigleisig fahren müssen – digital und analog.“ Wann man einen harten Schnitt mache und Verwaltungsdienstleistungen nur noch digital anbiete, sei noch offen. „Da müssen wir auch die gesellschaftliche Entwicklung abwarten“, sagte Habermann.

Ohnehin machten die Vertreter der Landkreise klar, dass sich die Projekte in Sachen Digitalisierung nicht von einem alleine stemmen lassen. Entsprechend will man nicht nur unter den Kreisen zusammenarbeiten, auch über den Bayerischen Innovationsring. Dort haben sich 26 Landkreise zusammengeschlossen, um sich auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Aber auch in Richtung des Gesetzgebers gibt es Forderungen, damit die Digitalisierung aus Sicht der Landkreise gelingen kann. Darunter der Wegfall des Schriftformerfordernisses bei vielen Anträgen und damit der eigenhändigen Unterschrift.

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