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Ölfilm und über 50 tote Vögel

Kolbermoor/Rosenheim - Zum Großeinsatz rückten gestern Feuerwehr und THW entlang der Mangfall in Kolbermoor und Rosenheim aus. Aus einem stillgelegten Transformator war in Kolbermoor Isolieröl ausgetreten und in den Fluss gelangt. Dutzende toter Vögel wurden gefunden. Die nicht giftige Flüssigkeit gelangte in den Inn und erreichte gestern noch die Innstaustufe Wasserburg.

Ausgelöst hatte den Alarm gegen 8 Uhr morgens ein Passant, der auf der Mangfall unterhalb des Gewerbeparks Conradty eine ölartige Substanz entdeckt hatte. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk errichteten eiligst mehrere Ölsperren, um die zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Flüssigkeit aufzuhalten. Dies gelang nur zum Teil: Mit den herkömmlichen Mitteln ließ sich die Substanz nicht binden, und auch Ölsperren funktionierten nicht. Ein Teil der Flüssigkeit erreichte schließlich gestern Nachmittag den Inn.

Nach einer intensiven Suche konnte gegen 11 Uhr der Zulauf der Flüssigkeit gefunden werden. Es handelte sich um einen Entwässerungskanal, der aus dem Gewerbegebiet Conradty herausführt. Die Feuerwehrleute verschlossen den Kanal und machten sich auf die weitere Suche. Um 13.30 Uhr wurden sie schließlich fündig: Die Flüssigkeit stammte aus einem leckgeschlagenen alten Transformator, der sich in einer alten Halle auf der Industriebrache befindet. Der Besitzer ist nicht mit dem Besitzer des Geländes identisch.

Bei der Flüssigkeit handelt es sich um ein wasserunlösliches Isolieröl, das nicht giftig ist. Das teilte gestern Abend das Landratsamt mit. Ungeklärt ist nach wie vor die Ursache des Lecks. Das wurde gestern Nachmittag bei einer Pressekonferenz in Kolbermoor deutlich. Gerüchte, dass Diebe, die es auf Kupferrohre abgesehen hatten, den Transformator beschädigt hatten, konnte die Leiterin der Polizeiinspektion Bad Aibling, Polizeihauptkomissarin Christine Müller, nicht bestätigen: «Die Ermittlungen laufen derzeit.» Bislang konnte auch nicht geklärt werden, welche Menge in die Mangfall gelangt ist.

Anlass zu schlimmsten Befürchtungen gaben zunächst Dutzende toter Wasservögel, die in Kolbermoor entlang der Mangfall gefunden wurden. Wie Ronald Zillmer vom Landratsamt Rosenheim gestern erklärte, sind die verendeten Tiere jedoch offensichtlich erfroren, nachdem die Flüssigkeit die kälteschützende Fettschicht der Federn zerstört hatte. Die toten Möwen wurden zur Untersuchung an das Landesamt für Gesundheit und -Lebensmittelsicherheit gebracht. Das Wasserwirtschaftsamt schickte Wasserproben an das Landesamt für Umwelt in München. Fischen scheint die Flüssigkeit nicht geschadet zu haben.

Um mögliche Gefährdungen für die Bevölkerung auszuschließen, wurden die Zugänge zu den Dämmen zwischen Kolbermoor und Rosenheim gesperrt. Die in den Inn gelangte Substanz wurde gestern weiter beobachtet. Neue Ölsperren in Richtung Wasserburg wollte die Feuerwehr nicht aufbauen. Dies sei an Innstaustufe zu aufwändig und zudem wenig effektiv, so Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer.

extra.ovb-online.de

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