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Neues Verkehrsgutachten wegen Blockabfertigung

Neubeuern und Nußdorf fordern: Lkw auf die Autobahn verbannen

Ein Schwertransporter nach dem anderen brettert am Nußdorfer Ortsschild vorbei. Sie kommen aus Italien, Österreich und Norddeutschland. Anstatt auf der Autobahn zu warten, weichen sie auf Landstraßen aus.
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Ein Schwertransporter nach dem anderen brettert am Nußdorfer Ortsschild vorbei. Sie kommen aus Italien, Österreich und Norddeutschland. Anstatt auf der Autobahn zu warten, weichen sie auf Landstraßen aus.
  • Paula L. Trautmann
    VonPaula L. Trautmann
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Wegen der Blockabfertigung weichen viele Lastwagenfahrer auf die umliegenden Ortschaften aus, zwängen sich durch Gemeinden und blockieren die Straßen. Neubeuern und Nußdorf reicht es jetzt: Wie sie die LKW verbannen wollen.

Neubeuern/Nußdorf – Dem Neubeurer Bürgermeister Christoph Schneider (Unabhängige Neubeurer) und der Nußdorfer Bürgermeisterin Susanne Grandauer (CSU/FWG) haben ein Verkehrsgutachten erstellen lassen, um dem Problem ein Ende zu setzen.

Ein Gutachter hatte Verkehrszählungen durchgeführt, Straßenbreiten gemessen, Fuß- und Radwege untersucht sowie den Verkehr an Tagen der Blockabfertigung und an „normalen“ Tagen überwacht. „Wir wollten den Staatsstraßenabschnitt von Rohrdorf bis Brannenburg unabhängig inspizieren lassen, um zu sehen, was wir gegen den Ausweichverkehr machen können“, sagt Schneider.

480 Lastwagen pro Tag in den Gemeinden

Die 61-seitige Ausarbeitung bestätigt die Position der beiden Inntalgemeinden, sagt Bürgermeisterin Grandauer. An Blockabfertigungstagen habe der Gutachter einen „Spitzenwert“ von 480 Lastwagen gezählt. Bürgermeister Schneider zufolge kommt der Gutachter zu einem eindeutigen Ergebnis: „Eine Tonnagebeschränkung von 7,5 Tonnen, mit Ausnahmen von Ziel und Quellverkehr, ist in diesem Bereich grundsätzlich möglich.“ Dann dürften ausschließlich örtliche Unternehmer, Lieferanten und Spediteure auf den Landstraßen fahren.

Nach Angaben im Gutachten kann eine solche Verordnung über eine Verkehrsbeschränkung nach Paragraf 45, Absatz neun in der Straßenverkehrsordnung, unabhängig von den Blockabfertigungstagen, für den Durchgangsverkehr von Nutzfahrzeugen mit mehr als 7,5 Tonnen auf den betreffenden Staatsstraßen realisiert werden.

Keine klare Aussage vom Landratsamt

Das Landratsamt könne ein solches Lkw-Durchfahrtsverbot anordnen. Es ist Schneider zufolge schließlich keine reine Kommunalbehörde und kann verkehrsrechtliche Regeln in Rücksprache mit dem staatlichen Bauamt erlassen.

Die Bürgermeister und der Gutachter haben dem Landratsamt sowie Landrat Otto Lederer das Gutachten vorgestellt. Die Verwaltung wolle die Ergebnisse nun prüfen. „Das Gespräch war ergebnisoffen. Es gab noch keine klare Aussage vom Landratsamt“, sagt Schneider.

Er vermutet, dass einige Zeit dauert, bis die Gemeinden eine Rückmeldung bekommen. „Wir haben dringend um Unterstützung gebeten, eine entsprechende Verordnung zu erlassen. Der überörtliche Schwerverkehr gehört auf die Autobahn“, sagt Bürgermeisterin Grandauer.

„Signalwirkung für viele Staatsstraßen“

Das Gutachten gebe den Behörden nun einen Spielraum für Verkehrsbeschränkungen und den Kommunen eine Argumentationsgrundlage, die nicht einfach vom Tisch zu wischen sei. Schneider erhofft sich eine „Signalwirkung für viele Staatsstraßen“.

Lastwagen weichen auf Gehwege aus

Das Gutachten beinhaltet zudem Aussagen zur Verkehrssicherheit von Fußgängern und Radfahrern sowie die Beeinträchtigung der Wohnbevölkerung durch Lärm und Schadstoffe – um die Wirkungskraft des Gutachtens zu untermauern. In den Ortsdurchfahrten sind die Fahrbahnen dem Bürgermeister zufolge teilweise nur 5,30 Meter breit – „was bedenklich ist“. Sie seien keineswegs dafür geeignet, dass sich zwei Lkw begegnen. Sie müssten dann auf Gehwege ausweichen, wenn es welche gibt. Das habe der Gutachter beanstandet.

Die Bushaltestellen seien teilweise unsicher, weil an manchen keine Ampeln oder Zebrastreifen zur Überquerung der Straße vorhanden seien. „Auch die Geschwindigkeiten stimmten den Gutachter nachdenklich“, berichtet Schneider. Es spreche demnach viel für die Genehmigung einer Tonnagebeschränkung für Lastwagen über 7,5 Tonnen.

Anträge immer wieder abgelehnt

„Wir können das beantragen, aber jetzt nichts mehr machen“, sagt der Bürgermeister. In den vergangenen 30 Jahren seien die Anträge auf Verkehrsbeschränkungen oder Nachtfahrverbote vom Landratsamt immer wieder abgelehnt worden. Diesmal hofft Schneider auf eine positive Antwort.

Während Nußdorf und Neubeuern auf eine Rückmeldung warten, rollen die Lastwagen weiterhin über die Landstraßen.

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