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Nacht der Fünf Tenöre

- Was ist besser als ein Tenor? Antwort des Managers des großen José Carreras von: drei Tenöre...

Und bis einer der legendären drei nicht mehr konnte: Luciano Pavarotti. Da war es um das Trio des Belcanto geschehen. Es fand aber, schon zu «Lebzeiten», Nachahmer. In den vier Tenören. In den fünf Tenören. Sechs wären allerdings zu viel.Mühldorf gibt sich, seit drei Jahren, mit fünf tourenden Tenören zufrieden. Und strömte auch diesmal wieder in den bereits für den Fasching herausgeputzten Stadtsaal, um ihnen wieder oder erstmals zu begegnen: Stoyan Daskalor, Giuliano Di Filippo, Luigi Frattola, Vincenzo Sanso und Orfeo Zanetti. Einen lauen Hauch des Mediterranen zauberten sie in die von Januar-Trübnis getauchte Innstadt. Aus Kehlen, die zwar nicht die Welt bewegen, und von Brettern, die keineswegs die Welt bedeuten, bringen sie ein klein wenig Farbe fürs Ohr in die tristen Tage zwischen Neujahr und Lichtmess. So die Hoffnung derer, die sich in Gala warfen, um eine, wie verkündet, «Gala-Nacht der fünf Tenöre» zu genießen.

Doch so bunt und glitzernd wollte diese Nacht trotz vom Projektor auf die Bühnenrückwand unbeirrt geworfener Sternenpakete nicht werden. Das von Maestro Nayden Todorov sorgfältig präparierte und verlässlich geführte Sinfonieorchester Plovdiv/Bulgarien mochte sich noch so gediegen geben: Ein satter Sound wollte sich nicht einstellen, weder bei Rossinis «Barbiere»-Ouvertüre noch beim Radetzkymarsch. Die Plovdiver begnügten sich mit Begleitfunktion. Schließlich standen die fünf Tenöre und nicht sie auf dem Programm. Apropos Programm: Es gab keins. Die vorgesehenen 25 Nummern wurden denn auch hurtig abgeändert. Was freilich nur die stören mochte, die es unbedingt ganz genau wissen wollten.

Man brauchte nur Andrea Hörkens zu lauschen, der Frau an der Seite - oder Spitze - des Herrenquintetts. Sie erzählte vor jeder Nummer, ob solo oder tutti (Verdis «Rigoletto»-Herzog wurde gefünftelt, was ebenso un- wie wenig feinsinnig ist), ein paar Histörchen. Die hatten meist wenig mit den Stücken selbst zu tun, die anschließend vorgetragen wurden - Schmetterlieder von Puccini und Verdi und Schmachtfetzen à la «Napoli, amore mio» - machten aber neugierig darauf, welcher der befrackten fünf jeweils die Ehre der Interpretation haben würde. Zwei von ihnen hätte ein heißer Tee mit Honig gegen Heiserkeit oder Stimmbandverkrampfung besser getan als ein Auftritt, der im gestemmten Quetschton endete.

Souverän zeigte sich wieder der Senior unter den fünfen, Vincenzo Sanso: konzentriert, anrührend, technisch perfekt. Und auch Andrea Hörkens war gut, wenn sie ihr Rednerpult verließ, um aus «La Rondine» oder «Don Pasquale» zu zwitschern.

Dass als Zugaben Titel wie «Lippen schweigen» und -«Time to say goodbye» gewählt wurden, wirkt ein wenig wie ein Eigentor. So wenig Qualität kam dann auch wieder nicht über die Rampe, um gleich an Schweigen und Ade zu denken.

extra.ovb-online.de

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