Geht die Wohnbebauung in der Region auf Kosten der Natur?

Neubau auf der grünen Wiese.
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Neubau auf der grünen Wiese.

Bezahlbarer Wohnraum wird immer wichtiger. Aber auf Kosten der Natur? Ein entsprechendes Gesetz soll bis 2022 verlängert werden.

Bis Ende 2019 durfte man nach dem Baugesetzbuch (BauGB) § 13b einfach gesagt an Ortsrändern noch Flächen bis 10 000 Quadratmeter ohne Umweltverträglichkeitsprüfung oder Ausgleich für den Naturschutz für den Wohnungsbau nutzen. Der 2017 aufgesetzte Paragraf sollte kurzzeitig die Schaffung von neuem Wohnraum erleichtern.

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Wohnungen statt Wälder

Nun will das Innenministerium dieses Gesetz bis 2022 verlängern – zum Unmut von Umweltschützern. Diese befürchten, dass vor allem kleinere Kommunen wie im Umland von Rosenheim am meisten betroffen sein werden. Wo unberührte Natur noch weitreichend vorhanden ist, können dann ohne Rücksicht Wälder entlaubt, Böden verdichtet und Lebensraum zerstört werden, um Orte zu vergrößern.

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Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, argumentiert, dass dort nicht einmal viel Wohnraum entstehe, weil mehr Einfamilienhäuser geplant würden als Mehrfamilienhäuser. Trotzdem plädiert Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), dafür, Bauvorhaben zu beschleunigen und die Gesetzeslockerung sogar bis 2032 zu verlängern.

Fazit: die Politik ist in einer schwierigen Zwickmühle: Wohnraum oder Naturschutz? Pham/Kubitza

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