Was bedeutet „Friede“ für Sie?

Hans Fritz
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Hans Fritz

Die OVB Herimatzeitungen haben nachgefragt

Hans Fritz

Fritz ist 1947 geboren und baute während sowie nach dem Jugoslawienkrieg Häuser für vertriebene Bauern. Er lebt in Bad Endorf.

„Während des Jugoslawienkriegs wurden gezielt Häuser zerstört, um die Bauern zur Flucht zu zwingen. Ich wurde gebeten, einfache und winterfeste kleine Holzhäuser zu entwickeln, damit sie wieder auf ihr Land zurückkehren können. Rund 1500 Häuser sind es bis heute, die meistens in der Gegend um Srebrenica gebaut wurden und werden. Beim ersten Haus, das wir noch während des Krieges bauten, sah ich in nur 300 Metern Entfernung die Sandsäcke der gegnerischen Stellungen und erlebte die Angst der Leute vor dem Krieg. Ein Mann erzählte mir, wie er im Wald auf zehn schlafende Serben stieß und sie in einer Art Blutrausch alle erschoss. „Ich war wie ein Tier“ sagte er immer wieder und war über sein Handeln sehr depressiv. Allein dieses Erlebnis machte mir klar, wie schrecklich ein Krieg sein muss und dass auch die Gewinner nur Verlierer sind.“

Susi Jaroljmek

Die 30-jährige Rosenheimerin engagiert sich als Umwelt- und Friedensaktivistin.

„Wenn alle Lebewesen dieser Erde, mit ihrer individuellen Lebensweise und verschiedenen Charakteren, einander respektieren und akzeptieren, ist das Frieden für mich. Nicht gegeneinander, sondern miteinander leben und einsetzen für eine friedliche und nachhaltige Welt für alle. Das beginnt im direkten Umfeld: In der Familie, in der Firma, in der Gemeinde in unserer Region. Frieden geht uns Alle an.“

Do Pfrogner,

Pfrogner ist 1937 in Marienbad im heutigen Tschechien geboren. Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie nach Westdeutschland vertrieben. Sie war damals neun Jahre alt. Heute lebt Pfrogner in Riedering-Niermoosen.

„Als ich jung war, wollte ich ihn stürmisch und ungestüm für unseren ganzen Planeten haben, den Frieden, ich heimatvertriebene Weltkriegsgeschädigte. Später Waffenfrieden wenigstens in Europa und hielt in Mutlangen viele Male die pershing-Manöver auf. Auch das Giftgas in Ludwigswinkel/Pirmasens sollte seine giftigen Todes-Dünste verlieren, indem wir saßen und saßen vor den Toren, bis sie es vernichteten.

Und als der Balkan-Krieg ausbrach, gründeten wir den Hilfs-Verein „Frauen fordern Frieden“

und sammelten unermüdlich Geld und Waren für unsere geschundenen Nachbarn. Wie viele LKW haben wir gepackt und finanziert? In wie viel Prozessen wurde ich verurteilt wegen Nötigung? Wie viele Demo-Plakate und -Transparente habe ich geschrieben? Ich weiß es nicht mehr, denn jetzt übe ich Seelenfrieden und schaue der Nachtkerze beim Explodieren ihrer gelbleuchtenden Schönheit zu. Denn sie lehrt mich: Das Leben und die Natur werden immer siegen. Sogar in dunkelster Nacht.“

Susi Jaroljmek
Do Pfrogner

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