Unternehmenmobil – nachhaltig!

Dynamisch, gesund und umweltfreundlich: Arbeitgeber und Arbeitnehmer setzen auf neue, alternative Mobilitätskonzepte, um auch auf dem Weg zur Arbeit CO2 zu sparen. Egal ob Fahrrad, Lastenrad, Fahrgemeinschaft oder E-Fahrzeug – der klassische Dienstwagen hat ausgedient. JobRad
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Dynamisch, gesund und umweltfreundlich: Arbeitgeber und Arbeitnehmer setzen auf neue, alternative Mobilitätskonzepte, um auch auf dem Weg zur Arbeit CO2 zu sparen. Egal ob Fahrrad, Lastenrad, Fahrgemeinschaft oder E-Fahrzeug – der klassische Dienstwagen hat ausgedient. JobRad

Mobilität unterliegt derzeit einem starken Wandel und ist ein hochkomplexes und dynamisches Thema: Der Fokus liegt vor allem auf dem effizienteren Verbrauch von Ressourcen, der Reduktion von Schadstoff-Emissionen und einer intelligenteren Nutzung von Verkehrsmitteln.

Der tägliche Weg in die Arbeit: Wer nicht gerade den Luxus hat, direkt neben seiner Arbeitsstätte zu wohnen oder die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, ist gezwungen, auf die ein oder andere Weise die Strecke vom Frühstückstisch zum Schreibtisch zurückzulegen.

Die erste Wahl vieler Arbeitnehmer ist das Auto. Zwei Drittel aller Berufstätigen deutschlandweit fahren mit dem eigenen Pkw zur Arbeit, die meisten sitzen dabei alleine im Auto – durchschnittlich kommen auf je ein Fahrzeug nur 1,2 Passagiere. Die Folgen sind jeden Tag aufs Neue spürbar. Dichter Verkehr und verstopfte Straßen: In München saßen die Menschen im letzten Jahr rund 140 Stunden im Stau. Das kostet nicht nur wertvolle Zeit, sondern verursacht auch Stress, der zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Doch Unternehmen können aktiv werden: in einem ersten Schritt wird identifiziert, warum Alternativen zum eigenen Auto wie ÖPNV oder Fahrgemeinschaften nicht genutzt werden. Anschließend werden Lösungen und Anreize geschaffen. Das kann beispielsweise ein unternehmensinternes Portal sein, in dem sich Mitarbeiter, die aus derselben Richtung kommen, zentral organisieren können.

Eine Alternative zum klassischen Geschäftswagenmodell kann auch die E-Mobilität sein. Fahrer, die alternativen Antriebe nutzen, können durch die Bereitstellung von Ladestationen unterstützt werden. Eine umfassende Beratung zum Erwerb und der Installation von Ladestationen bieten zum Beispiel die Stadtwerke Mühldorf an.

Arbeiten von zu Hause

Der beste Weg, das Klima zu schützen ist, erst gar keinen Verkehr entstehen zu lassen. Gutes Beispiel ist das Homeoffice. Planet Heimat-Redakteurin Maria Kargl beispielsweise wohnt in Augsburg, schreibt aber für das OVB in Rosenheim. Anstatt jeden Tag kosten, zeit- und CO2-intensiv zu pendeln, nutzt sie ihren Schreibtisch zu Hause. Telefon- und Videokonferenzen machen es möglich.

Doch nicht jeder Betrieb kann diese Modelle umsetzen, man denke nur an Bäckereien, Friseure oder Fabriken.

Öffentlich oder per Rad

Hier gilt es, Anreiz zu schaffen, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Die Bezuschussung der Fahrkarte, etwa über das Job Ticket der Deutschen Bahn. Gerade in ländlichen Regionen bietet sich diese Maßnahme an.

In Mühldorf wurde kürzlich die Weiterentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs mit dem ÖPNV-Gesamtkonzept vom Kreistag beschlossen.

Zu Wort kamen bei der Ausarbeitung des Konzeptes auch regionale Unternehmen. Um die Region attraktiv für Arbeitnehmer zu machen, ist eine gute Erreichbarkeit schließlich ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Ein besonderer Service kann auch ein firmeneigener Sammelbus für die Fahrt von und zu den nächstgelegenen Haltestellen sein.

Das wohl gesündeste und umweltschonendste Verkehrsmittel ist und bleibt jedoch das Fahrrad. Bereits 2012 wurde das sogenannte Dienstwagenprivileg auch auf Fahrräder ausgeweitet, Fahrrad- oder E-Bike-Leasingangebote über die Firma machen diese für alle Mitarbeiter erschwinglich und bringen Steuervorteile. Die OVB-Heimatzeitungen etwa bieten seit drei Jahren„JobRad“ an – Mitarbeiter können dabei mit steuerlichen Vorteilen ihr Wunsch-Rad leasen.

Auch die Verfügbarkeit von geschützten Abstellorten sowie Umkleide- und Duschmöglichkeiten können Beweggrund sein, mit dem eigenen Fahrrad zur Arbeit zu kommen.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist das Fuhrparkmanagement. Hier hilft eine Analyse, welche Fahrzeuge wie genutzt werden und wo man beispielsweise auf Car- Sharing-Angebote oder Transportdienstleister zurückgreifen kann.

Ist trotzdem eine Neuanschaffung von Fahrzeugen nötig, gilt es, alternative Antriebe mit Gas- oder Strom zu prüfen. Die Landratsämter gehen hier mit gutem Beispiel voran: Die Hälfte des Fuhrparks in Mühldorf bestehen aus reinen Elektrofahrzeugen.

Transportwege minimieren

Die globale Warenwirtschaft hat den Treibstoffverbrauch und Schadstoffausstoß dramatisch erhöht. Einen Hebel besitzen Firmen deshalb über ihr Beschaffungswesen sowie die Transport-Logistik.

Hier gilt es, näher gelegene Lieferanten und Märkte zu bevorzugen. So stellt sich etwa die Frage: Müssen Gastronomen wirklich Mineralwasser anbieten, das über 1000 Kilometer transportiert wurde, während es in der Region bestes Wasser gibt?

Man sieht: Möglichkeiten, das Klima zu schützen, gibt es für Unternehmen viele. Weitere Ansätze zeigt Planet Heimat im Themenmonat Mobilität.

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