Schatzkammern im Alpenvorland

Kohlenstoff-Speicher Moorgebiet.
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Kohlenstoff-Speicher Moorgebiet.

Lange wurden Moore und deren Bedeutung in Bezug auf den Klimawandel unterschätzt. Die Naturschutzbehörden, im Rosenheimer Landratsamt vertreten durch Fachfrau Bärbel Gänzle, betonen die drei wichtigen Funktionen von intakten Mooren: Arten-, Hochwasser- und Klimaschutz.

„Moore sind einzigartige Landschaften, in denen heimische Insekten-, Reptilien- und Amphibienarten, aber auch Vögel und Säugetiere ihren Lebensraum gefunden haben“, so die Expertin. Die hervorragende Wasserspeicherfähigkeit von Hochmooren senke die Gefahr von Überflutungen in Dörfern und Städten.

Zudem entstehe im Moorboden aus abgestorbenen, aber nicht verrotteten Pflanzen das organische Sediment Torf. Ähnlich wie fossile Rohstoffe, wie Braun- und Steinkohle, ist Torf gespeicherter Kohlenstoff, den die Pflanzen zu Lebzeiten durch Fotosynthese aufgenommen haben. Ein gesundes Moorgebiet reduzier bis zu 15 Tonnen Treibhausgase pro Hektar und Jahr.

Der Freistaat Bayern und die Landkreise am Alpenrand sind seit rund 20 Jahren bestrebt, zerstörte Moore wieder zu renaturieren. Diese Bemühungen spiegeln sich sich etwa im „Klimaschutzprogramm Bayern 2050“ wider. Dabei ist Fachfrau Gänzle für die Umsetzung in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein zuständig. Bis zu 90 Prozent der Kosten für den Flächenkauf und bis zu 100 Prozent der Kosten für ökologische Aufwertungsmaßnahmen übernimmt der Freistaat.

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