Rosenheimer kämpfen gegen die Abfallberge

Säckeweise Müll: Besonders in Corona-Zeiten produzieren die Deutschen riesige Mengen Hausmüll.
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Säckeweise Müll: Besonders in Corona-Zeiten produzieren die Deutschen riesige Mengen Hausmüll.

In Deutschland fällt wegen der Corona-Pandemie in Privathaushalten spürbar mehr Müll an. Da die Bürger wesentlich mehr Zeit in der eigenen Wohnung verbringen, quellen die Mülltonnen über. Dabei ist es so einfach, Müll zu reduzieren. Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten.

Nach dem Corona-Hamstereinkauf bleibt ein Berg an Plastikverpackungen zurück. Für das gesamte Jahr rechnet die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft mit 2,26 Millionen Tonnen zusätzlichen Hausmüll. Das sind über fünf Prozent mehr als im Basisjahr 2017. Wer Essen im Restaurant holt, muss aus Hygienegründen Einwegbehälter in Kauf nehmen, auch wenn er lieber seine Frischhaltebox auffüllen lassen würde.

Wohin mit dem Müll? Na klar, einfach in die Tonne! Doch mit der Menge an Hausmüll steigt bei Vielen das Bedürfnis, den Umgang mit Müll zu überdenken. Die Lösung: Müll vermeiden und mehr für die Wiederverwendung von Verpackungsmaterial tun. Planet Heimat-Reporter Tyson Pham zeigt, wo unnötige Abfälle im Alltag lauern.

Plastikwahnsinn im Supermarkt

Los geht es im Supermarkt. Dort führt kein Weg an der Obst- und Gemüseabteilung vorbei. „Mit mitgebrachten Mehrwegtaschen oder Netzen kann man einige von den Plastiktüten, die zur Verfügung stehen, vermeiden“, sagt Pham.

Fertigprodukte sind oft mit unterschiedlichen Materialien verpackt, etwa Cornflakes in Papierkarton und Plastiktüte, oder Chips in Dosen aus Pappe, mit Blechboden und Plastikdeckel, so seine Beobachtung. Fleisch im Discounter-Regal ist generell in Plastik verpackt.

Nach dem Einkauf erst mal eine Kaffeepause! Pham kommt an einem Café vorbei, in dem es „Coffee-to-Go“ gibt. Hier sieht er, dass es neben dem Papierbecher, der meistens von innen mit Plastik beschichtet ist, auch noch einen Plastikdeckel dazu gibt, einen Rührstab aus Holz oder Plastik und manchmal auch Zucker in Dosierpackungen – also jede Menge Müll.

Essen zum Mitnehmen – jede Menge Verpackung

Auch in den Restaurants in der Umgebung könnte er sich Essen zum Mitnehmen bestellen, die mit Pappe, Alufolie, Einweg-Besteck, Plastiktüten oder sogar Styropor verpackt sind.

Zum Glück hat Pham schon verpackungsarm im Supermarkt eingekauft und kocht Zuhause selbst, sodass er sich nichts to-go einpacken lässt. Auf den schnellen Kaffee will er aber nicht verzichten. Dafür hat er einen wiederbefüllbaren„Recup“- Becher dabei.

Sammelbestellung machen Sinn

Zu Hause angekommen könnte er weiter einkaufen – nämlich online. Doch dabei fällt viel Verpackungsmüll an: angefangen mit dem Lieferkarton über Dämpfmaterial zum Schutz der Produkte, wie etwa Luftpolsterfolie. Ein positiver Trend: Mittlerweile bieten Verkäufer häufig die Möglichkeit an, die Bestellungen in einem Versandkarton zusammenzufassen. Hier ergeben Sammelbestellungen mit Freunden und Familie also Sinn, um Verpackungsmüll einzusparen.

Grillen und die Umwelt schonen

Schönes Wetter, ein lauer Sommerabend kündigt sich an: Pham plant einen Grillabend im Freien. Doch auf die Idee, am See oder im Park zu grillen, kommen natürlich Viele. Die Abfallberatungsstelle des Landkreises Rosenheim gibt Tipps: „Einmalgrills, Plastikbesteck, Pappbecher, Lebensmittelverpackungen und Reste des Grillgutes verursachen viel Abfall. Vieles lässt sich leicht vermeiden, indem etwa Lebensmittel beim Bäcker, Metzger, Gärtner oder auf dem Markt in eigenen Mehrwegverpackungen gekauft werden. Geschirr und Besteck können von zu Hause mitgebracht werden und ersetzen Artikel wie Papp- und Plastikgeschirr sowie Plastikbesteck.“

Tragbare Picknickgrills

Wer auf umweltschädliche Einmalgrills verzichten will, kann einen der neuen, tragbaren und nachhaltigen Picknickgrills ausprobieren. Wichtig ist aber: Falls doch Abfall anfällt, muss dieser wieder mitgenommen und zu Hause fachgerecht entsorgt werden. Einfach in der Natur entsorgen – das kommt nicht in die Tüte!

Am Ende kann man Müll dennoch nicht völlig vermeiden. Daher ist eine strikte Trennung der Abfallsorten wichtig. Das Trennen bietet die Grundlage für effektives Recycling. Hier sollte man es sich so einfach wie möglich machen. Zum Beispiel gibt es Mülleimer mit Trennfächern.

Da Papier und Pappe trocken und länger haltbar sind, ohne zu stinken, können sie in einem separaten Behälter geworfen werden, den man direkt zur Wertstoffinsel mitnehmen kann.

Generell gilt: die Unlust beim Mülltrennen so niedrig wie möglich halten und es sich mit einem System so bequem wie möglich machen. Dann ist es weniger lästig – dafür umso besser fürs Gewissen und für die Umwelt!

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