OVB-Serie "Planet Heimat" erklärt, warum Bildung für Nachhaltigkeit sorgt

Bildung kann man nicht verlieren. Aber sie trägt auch dazu bei, dass viele profitieren, nicht nur der Einzelne. Planet Heimat erklärt die Zusammenhänge.

Eine einheitliche Definition für den Begriff „Bildung“ gibt es nicht, denn jeder hat eine andere Vorstellung davon. In Deutschland wird der Begriff zunächst mit Schule und akademischer Laufbahn assoziiert. 

Zurückgeblickt in das preußische Zeitalter vor knapp 210 Jahren, gilt Wilhelm von Humboldt als Begründer der modernen Auffassung von Bildung. Dieser hat wohl die weitreichendste Bildungsreform des deutschsprachigen Raumes durchgeführt. 

Schon nach dem damaligen Humboldtschen Bildungsideal ist Bildung mehr als nur die reine Aneignung von Wissen – denn Individualität und Persönlichkeit sowie die Entwicklung von Talenten spielen eine ebenso große Rolle. Kritiker sehen im aktuellen Bildungssystem jedoch große Mängel. 

Das hat Bildung mit Nachhaltigkeit zu tun

Zum einen sehen sie die individuelle Persönlichkeitsbildung von Heranwachsenden durch strikte Lehrpläne und einheitlichen Bewertungskriterien gestört. Zum anderen erkennen sie einen mangelnden Kompetenzerwerb für das berufliche und gesellschaftliche Leben im 21. Jahrhundert. 

Doch wie schlägt man nun die Brücke von Bildung zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz? Experten sind sich einig: eine bessere Bildung führt nicht nur zu mehr Wohlstand, sondern auch zu mehr Umwelt- und Nachhaltigkeitsbewusstsein.

 Bildung dient als Basis für das sogenannte Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit: die ökologische (Natur & Tiere), die ökonomische (Wirtschaft) und die soziale Nachhaltigkeit (Kultur & Miteinander), die alle drei im Gleichgewicht gehalten werden müssen. 

Bildungschancen für 

Mit der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda (kurz: SDG) hat sich die Weltgemeinschaft dazu verpflichtet, bis 2030 unter anderem eine hochwertige, inklusive und chancengerechte Bildung für alle Menschen sicherzustellen. Daran erinnert jedes Jahr am 24. Januar der Internationale Tag der Bildung. Dabei koordiniert die UNESCO die Umsetzung dieser Agenda Bildung 2030 im Rahmen der Vereinten Nationen und beobachtet weltweit als einzige Organisation der Welt die Fortschritte in der Bildung mit dem Ziel: Bildung für alle!

Gründe für den Mangel an qualitativer Bildung in ärmeren Ländern

  • Fehlen ausgebildeter Lehrer
  • schlechte Bedingungen an den Schulen (unter anderem sauberes Trinkwasser, Waschgelegenheiten, Computer und Internet)
  • zu weite Schulwege für Kinder aus ländlichen Gebieten

Zahlen aus Deutschland


Digitalisierung in der Schule

Der aktuelle Bildungsbericht 2020 sagt für Schüler der Mittelstufe in Deutschland Folgendes aus:

Allgemeinbildende Schulen

Studium 

Immer mehr Studierende in Deutschland:

Bildung und Finanzen

Ausgaben für Bildung im Vergleich: Nach ausgewählten Ländern, Ausgaben als Prozentteil des Bruttoinlandprodukts im Jahr 2016

Ausgaben für Bildung in Deutschland

Ausgaben für Bildung in Deutschland

Ausbildung in der Region

Ausbildungsbilanz 2019 der IHK-Betriebe

Die Zukunft der Bildung 

Mit den aktuellen Herausforderungen für die Zukunft plädieren immer mehr Menschen auch für einen systemischen, ganzheitlichen Wandel des Bildungssystems und der Lehrinhalte für Kinder und Jugendliche.

Herausforderungen sind unter anderem:

  • Globalisierung: Wirtschaftliche Konkurrenz auf dem Weltmarkt
  • Digitalisierung: Neue Technologien wie künstliche Intelligenz verändern Arbeitsmethoden
  • Klimawandel: Leben und Wirtschaften unter Berücksichtigung der Umwelt muss Pflicht werden
Experten schlagen mögliche systemische Veränderungen vor:
  • Lehrer werden Coaches und Begleiter im Entwicklungsprozess der Schüler
  • Lehrinhalte werden um wichtige Themen als Hauptfächer erweitert: Teamfähigkeit, Kreativität, Resilienz, Demokratie, Umweltschutz
  • Unternehmen werden als Inspiratoren und Vorbilder integriert

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