OVB-Serie „Planet Heimat“ erklärt, warum Energie wichtig für Fortschritt und Klima ist

OVB Serie Planet Heimat Energie Titelbild August
+
Planet-Heimat_Energie.jpg
  • Katharina Ober
    vonKatharina Ober
    schließen

Man drückt auf den Schalter, zack, das Licht im Zimmer geht an! So einfach und doch so kompliziert. „Planet Heimat“ erklärt die Zusammenhänge - nicht nur physikalisch.

Denn woher kommt eigentlich die Energie für das Licht? Energie ist allgemein die Fähigkeit, mechanische Arbeit zu verrichten, Wärme abzugeben oder Licht auszustrahlen. Energie kann in unterschiedlichen Formen auftreten, z. B. in Form von elektrischer, thermischer, mechanischer oder chemischer Energie oder als Energie elektrischer und magnetischer Felder. Energie geht nicht “verloren”, sondern wird lediglich in andere Formen umgewandelt, z.B. wird Strahlungsenergie von der Sonne in Wärmeenergie in einem Objekt umgewandelt.

Die Energieform, die die Entwicklung der Menschheit maßgeblich nach vorne gebracht hat, ist die elektrische Energie, die ab der Neuzeit im 18. Jhd. nach und nach mit Erfindungen und Entdeckungen nutzbar gemacht wurde. Heute sehen Experten die Menge an elektrischer Energie, die ein Land zur Verfügung hat, als ein Zeichen von Wohlstand und als Indikator des technischen Fortschritts.

Der Strombedarf auf der Erde wächst

Auch wenn es immer noch Länder gibt mit einem niedrigen sog.enannten Elektrifizierungsgrad (Prozentzahl der Bevölkerung, die Zugang zu Elektrizität hat), wächst mit der Bevölkerungszahl auch der globale Bedarf an elektrischer Energie, sowie auch der Bedarf an Heiz- und Kühlenergie.

Die Folgen durch den immensen Energieverbrauch auf das Klima sind alarmierend: über 80 Prozent der anthropogenen (durch den Menschen verursachten) Treibhausgase stammen aus dem Energiesektor, sodass dieser maßgeblich zum Klimawandel beiträgt. Hierzu gibt es zwei Lösungen, die miteinander einhergehen: verantwortungsvoll mit dem Stromverbrauch umgehen und auf regenerativen bzw. erneuerbaren Energiequellen umsteigen. Das heißt konkret ein Umstieg auf sog. Ökostrom. Tipps und Tricks zur Energiewende zeigt Ihnen Planet Heimat.

So viel Strom verbrauchen die Länder der Welt:

Planet-Heimat_Energie2.jpg

Und so viel Elektrizität verbrauchen Bürger verschiedener Ländern pro Jahr im Schnitt:

Planet-Heimat_Energie3.jpg

*Island hat pro Kopf den höchsten Stromverbrauch, (Aluminiumindustrie nimmt 3/4 ein) jedoch ist der Strom sehr klimafreundlich: Er wird komplett aus Wasserkraft und Erdwärme erzeugt.

Energieverbrauch in der Region

Folgende Zahlen beziehen sich auf die Region 18, bestehend aus den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land und der Stadt Rosenheim, Bilanzjahr 2013. Zum Zeitpunkt der Datenerhebung des Energiekonzepts (Ende 2015/Anfang 2016) lagen keine vollständigen Daten der Energieversorger vor.

Planet-Heimat_Energie4.jpg

Landkreis Rosenheim inkl. Wasserburg: 41.652 Tonnen gesamt; 152 Kilogramm pro Kopf

Landkreis Mühldorf: 16.268 Tonnen gesamt; 141 Kilogramm pro Kopf

Energiebedarf nach Energieträgern

Nach Landkreisen pro Kopf in kWh

Planet-Heimat_Energie5.jpg

**Der hohe Energiebedarf ist begründet durch die Industriebetriebe

Stromerzeugung in Deutschland

Auf folgende Energieträger setzt Deutschland bei der Stromerzeugung: Gesamt: Gesamt: 258 TWh

Planet-Heimat_Energie6.jpg

Fossile oder nicht erneuerbare Energie

Planet-Heimat_Energie7.jpg

Erdöl

Erdöl entstand vor etwa 70 Mio. Jahren aus abgestorbenen Wassertieren und -pflanzen durch Ablagerungen der Mikroorganismen in Verbindung mit mineralischen Schwebstoffen.

Erdgas

Entstand zusammen mit Erdöl, das der gasförmige Anteil des Umwandlungsprozesses ist. Erdgas besteht vorwiegend aus dem Gas Methan.

Kohle

Braun- und Steinkohle sind über Jahrtausende zusammengepresste abgestorbene Pflanzen. Dabei konnten sie nicht verrotten und behielten ihre chemische Energie.

Kernenergie

Bei der Kernspaltung von Uran/Plutonium entstehen Energie und Teilchen, die wiederum Spaltungen auslösen. Die Energie bei dieser Kettenreaktion wird in einem Kernreaktor kontrolliert genutzt. Die Kernfusion hingegen bedeutet die Verschmelzung von Atomkernen zu einem neuen chemischen Element. Dabei werden Teilchen frei, die die Energie mitbringen.

Methanhydrat

Besteht aus Methan, das in gefrorenes Wasser eingelagert ist, wobei die Wassermoleküle das Methan vollständig umschließen.

Problematik Fossile Quellen

· Kohle: Um Klimaziel von unter 1,5 Grad Celsius Erderwärmung in den nächsten 30 Jahren zu erreichen, müssen 80% der bekannten Kohlevorkommen im Boden bleiben

· Reserven: bekannte Vorräte an fossilen Energieträgern, wie z.B. Erdöl, sind nur noch 50 Jahre wirtschaftlich und technisch abbaubar

· Gase: Es werden über Jahrmillionen gebundene Feststoffe in Form von giftigen Gasen freigesetzt, die den Klimawandel antreiben: Neben CO2 beispielsweise auch Methan, das 30 Mal klimaaktiver ist als Kohlenstoffdioxid.

Erneuerbare Energien

Wenn die Rede von erneuerbaren Energien ist, dann sind folgende Energieträger gemeint:

Planet-Heimat_Energie8.jpg

Wind

Wind kann man in einer Windkraftanlage mit Propellern zu Bewegungsenergie umwandeln, um dann einen Stromgenerator anzuschließen.

Sonne

Mittels Photovoltaik wird Sonnenlicht über Solarzellen in Strom umgewandelt. Alternativ wird bei der Solarthermie die Wärme der Sonnenstrahlen genutzt, um eine Flüssigkeit zu erhitzen und damit zu Heizen.

Wasser

Die Kraft des Wassers kann man bei fließendem Gewässer nutzen. Wasserturbinen können dabei die Bewegung des Wassers in Strom umwandeln.

Biomasse

Biomasse zählt zu den nachwachsenden Rohstoffen, d. h. sie steht nicht unbegrenzt zur Verfügung, kann jedoch nach dem Ernten auf natürliche Weise wieder entstehen (z.B. Holz)

Wasserstoff

Unter Einsatz von Strom wird Wasser in die Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zerlegt. In einer Brennstoffzelle kann das umgekehrte Prinzip genutzt werden, um die zuvor chemisch im Wasserstoff gespeicherte Energie wieder in elektrische zurückzugewinnen.

Geothermie

Geothermie ist die Nutzung der natürlichen Erdwärme – entweder durch eine Wärmepumpe oder durch heißes, aufsteigendes Wasser (z.B Geysire)

Vorteile Regenerativer Energien

· Unerschöpflich: Energieträger wie Wind, Wasser oder Sonne werden als unendlich vorkommend angesehen.
Sie verändern zwar ihre Intensität nach geologischer Lage, können aber immer genutzt werden.

· Ergiebig: Diese bieten insgesamt 3078≠mal so viel Energie wie derzeit weltweit benötigt wird.

· Klimafreundlicher: Aufbau und Wartung von Erzeugern aus natürlichen Quellen emittieren deutlich weniger Treibhausgase als die Energiebedarfsdeckung aus fossilen Quellen.

Kommentare