Nimm mich mit!

Eine Idee setztsich durch: Jugendliche auf der Mitfahrbank. Lietsch/Transition Town Initiative Grafing

Wenn Maria Brunner auf dem Mitfahrbankerl in ihrem Dorf sitzt – und nicht gerade Corona-Pandemie herrscht –, wissen die Nachbarn schon Bescheid: Die Dame aus Au ist dann auf dem Weg, einen Bekannten im benachbarten Bad Feilnbach zu besuchen. Weil Brunner kein Auto hat, lässt sie sich mitnehmen.

Doch Trampen – das war gestern. Gerade im ländlichen Bereich findet eine Idee heute immer mehr Anklang: die Mitfahrbank. Sie steht im Ort und jeder, der dort Platz nimmt, signalisiert sein Interesse, mitgenommen zu werden. Im Mittelpunkt steht die Kurzstrecke. So wie bei Maria Brunner, wenn sie die fünf Kilometer in den Nachbarort zurücklegen will.

Auch im Nachbarlandkreis Ebersberg klappt das gut. Beim Mitfahrbankerl der Transition Town Initiative Grafing muss man nur das Bankerl runterklappen und Schild raushalten. Dann sieht jeder, der vorbei fährt, wohin man will. Ein bisschen Geduld muss man mitbringen, aber dann läuft es von allein – auch in Au.

„Ich habe aber noch nie länger als 20 Minuten warten müssen“, sagt Maria Brunner. Nach kurzer Zeit hält immer jemand an, der einen mitnimmt. Dann kommt man nicht nur ganz bequem und ressourcenschonend an sein Ziel, sondern lernt auch noch nette Menschen kennen. Das begeistert auch Michaela Müller von der Grafinger Initiative: „Das Mitfahrbankerl verbindet nicht nur Orte, sondern auch Menschen!“

Für Kommunen ist das Konzept günstig umzusetzen – Klimaschutz kann manchmal so einfach sein!

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