Natur zum Anziehen

Die Strickerinnen fertigen Jacken in Handarbeit.

Faire Kleidung aus Schurwolle

Schurwolle vom Schaf ist nachhaltig, regional und lässt sich zu flauschigen Kleidungsstücken verarbeiten. Matthias Höfer von der Schafwollspinnerei Höfer in Bad Feilnbach erklärt, wie faire Textilien und Wirtschaftlichkeit zusammenpassen.

Herr Höfer, was aus der eigenen Produktion haben Sie gerade an?

Ich trage einen handgestrickten Schafwolljanker. Jetzt in der Übergangszeit ist es das perfekte Kleidungsstück.

Warum ist Schurwolle generell nachhaltig – und die aus der Region besonders?

Schurwolle ist nachhaltig, weil dem Tier bei der Schur kein ‚Haar gekrümmt‘ wird. Unsere regionale Wolle besonders, weil die Schäfereibetriebe in der Gegend gefördert werden. Warum Wolle aus dem Ausland kaufen, wenn wir beste Qualität selber haben?

Welche Eigenschaften hat Schurwolle, insbesondere als Kleidung verarbeitet?

Die Wolle ist temperaturausgleichend, atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend. Das kann kein anderes Material als eines, das direkt aus der Natur kommt. Unsere Wollen, Garne und Kleidungsstücke werden zudem mit keinerlei Chemie behandelt.

Sie produzieren aus der Wolle von heimischen Schafen Produkte von Garn bis zu Kleidung in Handarbeit. Sie haben über 20 Mitarbeiter. Wie rechnet sich das?

Das funktioniert nur, weil wir die Stricksachen ohne Zwischenhandel vermarkten können. Jede Jacke ist maßgefertigt. Das bedeutet aber nicht gleich ein teures Produkt – wir können sogar noch bessere Preise anbieten als große Kaufhäuser für Jacken verlangen, die nicht handgefertigt sind. Unsere Strickerinnen, die teils in Heimarbeit stricken, machen das möglich. khe

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